Sonntag, 31. Dezember 2017

Happy New Year!

Full of

fabulous mondays
fun-filled tuesdays
peaceful wednesdays
glorious thursdays
splendid fridays
cheerful saturdays
joyous sundays


Sending the warmth of my wishes out to you. To all those faraway places. That I can't forget ... and those I have never seen.... and places so close ... (and the ones I did forget... assuming that wishes run on autopilot...)


Hope 2017 gave you lovely memories and 2018 will give you... whatever you need to make more. 

Samstag, 23. Dezember 2017

Frohe Weihnachten!

Oder auch:


Ich kann mich an solchen Wortspielen über alle Maße erfreuen! Also: Fleece Navidad! Und für die, die mit Schafen und Wolle so gar nix am Hut haben (und trotzdem hier lesen):

Feliz Navidad!
Frohe Weihnachten!
Merry Christmas!
Gud jul!
Nollaig shona!

Das wären dann schon alle Sprachen, in denen ich bis "Frohe Weihnachten" gekommen bin. Außer das irische. Da bin ich bei "mach bitte die Tür zu gestartet" und bei Frohe Weihnachten geendet! Zwischendurch hab ich noch den Kinderreim mit dem Leprechaun mitgenommen, der im Tal sitzt und Schuhe heile macht. Dabei zählt er immer mal seine Augen (EIN Auge, ZWEI Augen) und benennt diverse Körperteile...

Ich wünsche Euch ein frohes Fest und besinnliche, glückliche Momente!

MEIN fleece Navidad kam heute mit der Post. Aus Österreich. Eine herrliche Portion Vlies. Vom Texel X Blue Faced Leicester Lamm. Ganz was feines. Lang und glänzend!


Nach dem Waschen bestimmt strahlend weiß und für geduldige Menschen wär das was zum Kämmen und zum Spinnen mit der Handspindel.

Mir geht das nicht schnell genug! Ich hab trotzdem mehrere. Selbstgebaut und gekauft (weil ich wissen wollte, ob die besser sind als selbstgebaute.)


Die "russischen" Spindeln sind selbstgedrechselt. Das war spaßig. Spaßiger, als drauf zu spinnen! Geht schon und man kann ultradünn spinnen aber es dauert ewig! Und dann hat man ultradünnes Garn. Kann man Lace / Strickspitze draus machen. Hab ich auch mal gemacht. Dauert auch ewig. Und dann hat man ein ganz doll elegantes Tuche, das nicht so wirklich zum Rest meiner Garderobe paßt ...

Jetzt bin ich irgendwie abgeschweift.... Sollte doch nur ein Weihnachtsgruß werden!

Alles Liebe und eine besinnliche, glückserfüllte Zeit! 
Und an Geschenken viele, die Ihr Euch gewünscht habt und auch eins, das gar nicht auf dem Wunschzettel stand und Euch über die Maßen beglückt und erfreut! Ich wünschte, ich könnte so ein Geschenk machen!

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Weihnachtsvorbereitung

... die fällt hier recht sparsam aus. Die Weihnachtsvorbereitung.

Der Stern hängt. Der hängt immer nach Foula-Kalender. Also so zwei Wochen nach dem traditionellem "Anlichteln" wird er aufgehängt und dafür bleibt er auch zwei Wochen länger hängen. Traditionelles Anlichteln ist hier übrigens am Samstag vor dem ersten Advent. Dieses Jahr waren fast alle Nachbarn schneller dran. Überhaupt glitzert und leuchtet es dieses Jahr deutlich mehr. Hat bestimmt irgendwas zu bedeuten!



Und dann hab ich noch die Schafe dekoriert. Ne Prise Schnee und ein bißchen Heu. Sehr weihnachtlich. Aber mehr dürfen die Vliese bitte nicht eingesaut werden.


Das war es dann auch schon fast mit der Weihnachtsvorbereitung. Ein paar von den Lammböcken hatten heute noch einen Termine ... den man irgendwie auch mit Weihnachten in Verbindung bringen kann... Ostern ist vorbei, Zeit, die Eier abzugeben....

Also hatte ich heute frei für diesen wichtigen Termin mit den Jungs. Früh aufstehen und dann gemütlich rumsitzen. Herrlich! Dann wurde das Rumsitzen länger.... Ich dachte ja schon, mein Tierarzt hätte mich vergessen! Soll vorkommen! War aber nicht so. War einfach nur Zeit für 'nen extra Kaffee.

Wenn man lange Skudden hatte, ist sowas wie der heutige Ablauf eine besonders große Freude! Keine lange Vorbereitung und ausgeklügelte Taktik - die man braucht, um Skudden zu fangen (wenn man keinen Hund hat). Aber auch nen Hund brauchte ich nicht heute.
Man macht einfach die Hintertür auf und ruft die Jungs in den Anbau. Da wird dann erstmal der Tierarzt und seine Ausrüstung neugierig untersucht.
Kann gut sein, daß die alle besonders "einfach" sind, weil ich - aus lauter Skuddengewohnheit - besonders vorsichtig bin. Mit Vertrauen aufbauen und Rufe trainieren. Das die Dödel einem allerdings das "Werkzeug" klauen und damit wegrennen habe ich nicht trainiert. Das machen die von alleine....

Und zum Abschluß - geht ja um Weihnachtsvorbereitung: Falls jemand noch ganz kurzfristig Geschenke für Schafhalter braucht, hab ich mal in meinem Bücherregal geguckt. Ein paar davon könnte man noch rechtzeitig bekommen. Ein paar andere - echt empfehlenswerte Bücher - bekommt man nicht so einfach im Buchhandel oder über Amazon. Von denen erzähle ich dann ganz ohne Zeitdruck NACH Weihnachten.


Was für's Auge: Schöne Schafe. Ein Bildband mit... schönen Schafen! Fotostudiobilder von Schafen! Davon gibt es auch einen Kalender.

Ebenfalls für's Auge aber auch mit Text: Schafleben von Katharina Favre und Eva-Maria Wilhelm. (Alpine Schafgeschichten. Ob die Texte gut sind kann ich noch gar nicht sagen! Ich hab es wegen der Bilder gekauft und hab bis jetzt auch nur die Bilder angeguckt. Wunderbar! Der Klappentext sagt ... in diesem Buch wird den Geheimnissen nachgespürt, die sich unter dem dichten Fell und hinter dem stillen Blick verbergen. Die Bilder schaffen das schon - in diese ganz andere Welt zu entführen)

Auf englisch hätte ich da noch Sheep von Phillip Armstrong. Kulturgeschichte der Schafe. Vom goldenen Vlies zu Dolly dem Klonschaf. Viel Hintergrund und viele echt interessante Überlegungen. Warum gelten Schafe bei uns als dumm? Einer meiner Trigger übrigens... wenn irgendwo Menschen als Schafe bezeichnet werden, die ja bekanntlich dumm machen, was man ihnen sagt. (Noch schlimmer wenn es heißt, man will als Führungskraft keine Mitarbeiter haben, die wie Schafe sind. Soll heißen: Die immer auf Anweisungen warten und nicht nachdenken.) Ich empfehle dazu: Steck Dir ein Klauenmesser in die Tasche, geh auf die Weide und bring ein paar Skudden in den Pferch. DANN reden wir weiter. Überhaupt denke ich ja, daß Menschen im Management und in der Politik viel von Schafen lernen könnten. Zum Beispiel, wie leicht durchschaubar man ist.

Oh - und auf dem Stapel der empfehlenswerten Bücher liegt natürlich auch Bunte Schafe. Also mir gefällt es immer noch sehr gut. Reingucken kann man auch mal bei google books

Samstag, 16. Dezember 2017

Musikanten Limericks - work in progress

Oder eigentlich: Nicht in progress. Das ist echt schwer! Mir ist mal ein Limerick zu bunten Schafen eingefallen, in dem die EU vorkam. "Musiker" ist schwieriger!


Eigentlich stricke ich gerade nen Pullover aber hab keine Lust auf das Ende vom ersten und den Anfang vom zweiten Ärmel (hab mit nem Ärmel angefangen! Nicht daß da wer denkt, der Pulli würde fertig, bevor es Frühjahr wird!)
Also Limericks! Da hätten wir bisher:

Da war mal ein Mann mit ner Harfe
der hatte ne echt fiese Larve
Doch Mary, die schöne
hört nur seine Töne
la lala la lala -arfe

Ohjemineh! Das ist schon schlecht, bevor es fertig ist!




Oder:
Da gab's diese Lady (mit Flute)
die spielte gern laut (selten gut)
sie ging niemals raus
das war ihr ein graus
denn ihr fehlte der passende Hut


Verdammig! Es gibt einfach nicht genug Reime! Bodhrán kann man ja gleich mal komplett vergessen! Banjo ist auch was für Fortgeschrittene. Da hab ich immerhin schon mal "...man with a banjo - who mumbled: You bet that I can, Joe!"


Nur braucht man ja immer nen Drittreim! Da hört es auf...


There was a young fella (played box)
who thought himself sly as a fox
he met with a fiddle
wo played him a riddle
la lala la lala la lox


Und was ist mit der Concertina mit Hut? Die könnte zwar Nina heißen aber drei Silben sind blöd. Da muß man einen Slip Jig Limerick machen!

Bouzouki? Vergiss es! 
Und Pipes? Ist "yikes" ein valider Reim auf Pipes? Oder man stellt das Uilleann nach hinten und reimt mit Pillen. Und "zu Willen". Uih! Das wird ein schmutziger, schmutziger Limerick! 


Freitag, 15. Dezember 2017

Wolle: Sooo teuer? Da kauf ich mir doch ein Schaf dafür!

Es gibt Premiumwolle. Und echt exotische Premiumwolle. Wenn man dafür einen sehr guten Preis aufruft, ist das gerechtfertigt. Diesen Preis für zu teuer zu halten steht jedem frei. Wenn ich da keinen Unterschied sehe oder fühle zu dem, was mein Nachbar mir schenkt: Super Sache!

Skuddenwolle - eher nix Besonderes aber durchaus interessant
Andere sehen da einen Unterschied und können und wollen das Geld auch aufbringen.
Rohwolle
Heute habe ich bei ner Diskussion über Rohwollpreise was gelesen. Nämlich daß man sich für das Geld ja auch ein Schaf kaufen kann. Kann man? Das hat mich interessiert. Kommt man billiger, wenn man seine Rohwolle selber produziert? Kann man sich vielleicht sogar eine goldene Nase verdienen bei diesen Preisen?

Mal flugs überschlagen. Ich mach das also selber.... Ich brauche drei Schafe (so halbwegs artgerecht soll es ja sein). Ich will nicht züchten also nehme ich keine teuren Zuchttiere sondern drei Faserhammel zum Schlachtpreis. (Hammel haben oft die schönere Wolle und werden auch meist zahmer). Schlachtpreis 100€/Tier
300€
Dazu kaufe ich noch drei E-Netze und ein Weidezaungerät. 450€
750€
Die Wiese habe ich geerbt und die ist direkt hinterm Haus. Kostet mich nix.
Dann kaufe ich noch nen Eimer und ne Klauenschere und so Zeug für 20€
770€
Ne Raufe baue ich selber. Das Material organisiere ich für 20€
790€
Der Unterstand ist aus ranorganisiertem Zeug auch für 100€ gebaut. Ich bin ja Sparfuchs.
890€

Ich will ja so exotische Wolle... sagen wir mal WensleydaleXGotland. Oder Blue Faced Leicester Mix. Ich wüßte sogar, wer mir vielleicht solche Tiere verkaufen würde. Luftlinie 400 km. Rechnen wir mal mit 300km. Den Hänger für den Transport organisiere ich umsonst. Daß ich bei so einer Entfernung einen Sachkundenachweis für Transport bräuchte, ignoriere ich mal. 90€ für Sprit
980€

Das sind alles einmalige Kosten. Da rechnen wir mal damit, daß ich alles 10 Jahre lang habe. Auch den Eimer und die Klauenschere. Ein Buch über Schafe kaufe ich nicht.

Macht 98€/Jahr Investitionen für meine drei Schafe.

Jetzt die laufenden Kosten:
Pro Schaf pro Jahr
20€ für Heu
10€ Kraftfutter
10€ für den Tierarzt (inklusive Wurmmittel und anderer Medikamente) und die Tierseuchenkasse.
5€ für den Schafscherer

Macht 143€ pro Jahr. Rechnen wir mal mit 3kg Wolle pro Tier. Macht 15,88€ pro kg.

Allerdings habe ich ja auch Zeit reingesteckt. Sagen wir mal 5 Minuten pro Tag. An einigen Tagen guckt man nur kurz nach den Tieren (die sind ja direkt hinterm Haus), an anderen muß man umstecken, füttern, Klauen schneiden, entwurmen, Wiese nachmähen etc. Dafür zahle ich mir Mindestlohn. (Ich könnte ja auch für Mindestlohn arbeiten gehen und mir davon Wolle kaufen). Da bin ich plötzlich bei 45€/kg. Also zahl ich mir lieber doch nix. Ich kauf auch dem Nachbarn keine Flasche Wein für's "nach den Schafen gucken" falls ich in den 10 Jahren doch mal nen Tag oder auch mehrere irgendwo anders sein muß/möchte.

Shetlandschaf
Die Kosten sind gaaanz unten angesetzt. Sparfüchse bekommen das schon hin! Ich habe auch nicht einberechnet, daß die Wolle nicht jedes Jahr gelingt. Im ersten Winter lerne ich nämlich, daß dieses Standard-Raufen-Design, daß ich so günstig gebaut habe, gar nicht taugt für "Wollproduktion". Die sind im Null komma nix eingefüttert wie Sau! (Verdammt! Ich hab die Einstreu für den Unterstand vergessen in der Kalkulation. 20 Euro für nen Rundballen Stroh. Reicht zwei Jahre bei meinem Mini Unterstand. Drei Euro pro Jahr pro Tier = 1€ pro kg Wolle.)
Die Zeit, die ich im Internet recherchiere nach besseren Möglichkeiten für ne Raufe, knappse ich von den täglichen fünf Minuten ab. Macht aber nix, daß die Wolle im ersten Frühjahr komplett eingefüttert ist. Ich hab nämlich echt Probleme, einen Schafscherer zu finden und der, der dann kommt, zerschnippelt mir die Vliese. Im zweiten Winter bitten die Nachbarskinder so nett, ob sie beim Füttern helfen dürfen. Uuuupppsss - da ist das Heu in der Wolle gelandet statt in der Raufe. Das Jahr drauf ist eines dieser seltsamen Frühjahre. Naß, super warm, naß, kalt - immer abwechselnd. Da verfilzt mir die Wolle am Schaf.

In dieser völlig utopischen Kalkulation kostet mich das kg Rohwolle also 16,88€. Reine Produktionskosten.

Na dann mal los! Ich hab da drei reizende Jungs, die spitzen Faserhammel wären. Sind 3/4 Shetland - also sehr klein. Fressen weit weniger und wenn man Schlachtpreis veranschlagt, kosten sie entsprechend weniger. Ist aber auch nur ein gutes kg Wolle dran. Macht 38,66€ reine Produktionskosten. (Das Stroh müßte da noch drauf. Das ist pro Tier und nicht pro kg Körpergewicht oder kg Wolle.... 41€/kg Wolle.)

Also nein: Wolle, die unter 16,88€/kg kostet, kann man nicht so einfach billiger selber produzieren.
Schafhalter kalkulieren üblicherweise ganz ohne Wollerlöse. Hobbyhalter wie ich kalkulieren gar nicht. Die Schafe machen Spaß und zumindest bei mir ist die Wolle ein Grund, stolz zu sein. Drum kostet die Wolle auch nur, was man selber haben möchte für die Extra-Arbeit (Sortieren, Internetverkauf von Einzelvliesen inkl. Bilder und Beschreibung, Emails schreiben, Wollproben verschicken). Damit geht man rauf oder runter - je nachdem, ob man was Besonderes anzubieten hat oder nicht.

Auf diese Wolle freue ich mich schon!

Freitag, 8. Dezember 2017

Weihnachtsdiddley

Es ist wieder soweit! In einem Jahr ohne Halloweenparty (da darf man nicht nur falsch und schief spielen: man muß sogar!) freue ich mich so sehr auf das morgige Weihnachtsdiddley, daß ich schon vorher drüber schreiben muß!


Wir machen das schon seit Jahren. Früher - als wir noch käuflich waren und gegen Geld Musik gemacht haben, haben wir das angefangen: Party mit bergeweise Essen und Trinken und Tunes, Tunes, Tunes.

Und (fast) jedes Jahr wird ein tschechisches Lied gesungen. Also - Sven singt und wir rufen an der einen Stelle sowas wie Ooooh Jaaahhh!

Wir sind schon lange nicht mehr für normale Auftritte zu haben. Wir spielen gerne mal für nen guten Zweck oder irgendwo, wo es besonders nett ist aber eigentlich spielen wir nur noch für uns. Einfach irgendwo in der Kneipe mit Freunden Musik machen. Wenn es jemandem gefällt: Toll! Wenn nicht: Egal!
Als "Unterhaltung" gegen Bezahlung engagiert werden: Das ist nix für uns... Wir sitzen doch meisten mit weggetretenem Blick da und selbst in diesen...Momenten... in denen man platzen könnte vor Freude, weil man sich in irgendeiner seltsamen, fremden musikalischen Welt gefunden hat - wenn es sich anfühlt, als ob man gemeisam auf einer Welle Mondlicht reitet - selbst da sehen wir eher griesgrämig aus.
Musik machen und damit Erwartungen erfüllen, für die die Leute bezahlt haben ist schwer... für mich...

Für den guten Zweck und eher als Hintergrund "Ambiente": Gerne! Das macht Spaß! An einen dieser "Auftritte" habe ich eine ganz besondere Erinnerung! Conny und ich haben hier im Dorf in der Mühle gespielt. Da war Kuchenbasar und Handarbeitsverkauf für einen Tierschutzverein. Irgendwann im Winter.  Wir haben spontan irgendwas zusammengespielt und ich war echt angetan, wie hübsch wir das hinbekommen haben! Bis zum Low Whistle+Flute Set bei dem wir beiden mittendrin gemerkt haben, was wir da machen... Ich im roten Kapuzenpulli, Conny im grünen - ein wippender Barndance. Zu dem wir beide auch gewippt haben. Wir haben gleichzeitig gemerkt, daß wir ausssehen wie die Gartenzwerge! Und Lachanfall während man Flöte spielt, ist ECHT schwierig!
Harfe und Flute dagegen: Seeehr weihanchtlich! Und dann kommt dieser Mann... geht auf Conny zu und fragt: "Sagen Sie mal! Können Sie überhaupt spielen?" Was soll man da sagen? Man geht im Kopf schnell mal alles durch. Eine runterhauen? "Mach's doch besser"? Und dazu das Entsetzen, weil wir die Musik echt gut fanden! Zum Glück waren wir sprachlos! Er hat dann nämlich nachgehakt: "Es ist doch so kalt! Und da können sie so toll Harfe spielen?"

Nun ja. Für Geld spielen wir nicht mehr. Aber irgendwo kommt das her... manchmal gibt es Session Trinkgeld. Einmal sogar nen großen Schein mit den Worten "es ist so toll, daß so junge Leute Musik machen!" (Ist ne verdammt dunkle Kneipe!). Und dieses Geld muß unbedingt für Essen und Trinken ausgegeben werden, um den Tunes ein heimeliges Umfeld zu geben!

Hach! Ich freu mich auf morgen! Mein Tune-Gedächtnis ist leider hundsmiserabel geworden! Meine "Liste" mit Tunes, die ich mal konnte und wieder auffrischen sollte, ist länger als meine Liste mit zu lernenden Tunes! Tunes lernen ist irgendwie einfacher, als Tunes behalten. Und wirklich eingebrannt haben sich seltsamerweise viele aus dem Norden. Die keiner spielt und die eh nicht irisch sind und die auf Flute gar nicht so schön sitzen....

Isa hatte die nette Idee, einen Tune auszurufen, den alle für morgen lernen sollen. Da fiel mir spontan nur der ein:


Flagstone of Memories.
So nett. Und so nett gespielt. Damals an einem Sonntag nachmittag. Das ist auch ein "Sonntag nachmittag Tune". Und jemand sagte jetzt dazu, daß wäre ein typischer "Irina Tune". Ja! Ich mag die. Die rollen, diese Tunes. Ich mag auch die, die abgefahrene Synkopen haben und in die man coole Tricks einbauen kann aber Sonntag Nachmittag Tunes... hach!
Und dann gibt es die, die rollen und in die man auch ... reinbellen kann. Auch mal synkopiert. Die sind richtig cool.

Vielleicht ist es morgen anders aber an solchen Abenden hüpfen mich manchmal Erinnerungen an. Alle Momente, in denen ich diesen Tune gespielt habe.

Montag, 4. Dezember 2017

Der Bewerber sollte.... Landkarten lieben....

mir ist heute eine Stellenausschreibung in's Auge gehüpft. Sowas gibt es:

Seeking inquisitive makers, lovers of maps and story tellers, explorers of 
heritage with a perfect mix of nosy parker and self starter. 
Must travel. 
Strong creative aesthetic. 
Rigid archiving and attention to detail a must.
Ability to capture our vision, but be brave enough to creatively challenge.


Wow! Also SO hat mich noch keine Stellenausschreibung angesprochen! 
Inquisitive maker klingt recht normal... Aber echt mal: ... lovers of maps, story tellers, explorers of heritage....? Dazu noch 'detailverliebter Krümelkacker' und starke kreative Ästhetik und dazu die Aufforderung, ruhig auch ein kreativer "Sparringpartner" zu sein....

Also das mit den Landkarten hat mich am meisten überrascht. Story teller und explorer of heritage und der ganze Rest ist grandios aber: Lover of maps?
Das ist beinahe das einzige, das mir vom Erdkunde-Leistungskurs so richtig hängengeblieben ist: Was man alles sieht in einer Karte. Und was man erahnt. Und wo man unbedingt hin muß, um nachzugucken!

Weil ein Blobeitrag ohne Bild langweilig ist, hab ich ne olle Karte aus dem Regal gezogen.




Ich hab in Skibbereen mal ein Jahr gelebt (und dann noch ein Weilchen in Castletownbere) und brauche da keine Karte, um den Weg zu finden. Überhaupt: Einfach loslaufen oder -fahren ist klasse. Aber ein Ziel finden ... spannende Orte... und dann gucken gehen... Was mich immer sofort anhüpft auf dieser Karte: Roaringwater Bay! Das klingt doch fantastisch! 
Und ebenfalls fantastisch: Wenn man an dem Rand von 'ner Karte noch ein Stückchen anfügen muß, damit was wichtiges draufpaßt! Hier: Fastnet Rock. Da muß man doch einfach das Boot nach Cape Clear nehmen und rüberstarren. Und dann gibt es da die alten Straßen und die bog roads...

Bei den Landkarten hab ich noch was gefunden:



Guter alter Stadtplan mit nem Zettel dabei. Wo sind wann Sessions in Chicago? Und ein google maps Ausdruck mit dem Weg zur Session in McCarthy's (und auf der Rückseite Dora Keogh's) in Toronto. 
"Rigid archieving" ist DAS nicht gerade. Stattdessen "unachstames in die Ecke stopfen" aber im Gegensatz zu jederzeit abrufbaren Daten sind DAS kleine, vergessene Schätze. Und Geschichten hängen natürlich auch dran. Erinnerungen, die von einer zur anderen führen. Und witzigerweise führt die Erinnerung von Dora Keogh's in Toronto zu einer Nacktbar in Prag ... ich glaube - die erzähle ich jetzt nicht... 


Samstag, 2. Dezember 2017

Ach du Schreck 😉

Da kam ein Überraschungspaket. Finde ich super, sowas! Nur dieses.... war verdächtig...
"Oh jeh! Da schickt mir jemand das Buch zurück, weil er es so schrecklich fand!"
Ich hab gaaaanz vorsichtig aufgemacht und tatsächlich: Bunte Schafe! Aber nicht, weil es so schrecklich ist sondern weil ich es signieren soll! Wie cool!


Und ein Geschenk war auch drin: Ein Notizbuch. Und was für eins! Danke! Und IM Notizbuch noch eine Überraschung: Ein Test-Webstück. Von der Wolle von Cookie (ShetlandXSkudde Mix mit eher skuddiger Wolle).


Von Cookie habe ich gerade neulich Bilder auf ner alten Speicherkarte gefunden. Wahnsinn, was in dem Jahr an Wolle auf dem Schaf war!


Tausend Dank! Ich hab mich wahnsinnig gefreut! Und vorher hab ich mich schon gefreut über die vielen netten Kommentare bei alten Blogbeiträgen!

Die alten Beiträge wieder zu lesen war interessant. Ich hatte gedacht, daß irgendwas jetzt vielleicht peinlich ist oder mir ganz fremd vorkommt. Ist aber nicht so. So hab ich das gemeint und so fühle ich das immer noch!

Ich hoffe, für die Widmung fällt mir auch etwas ein, das paßt und stimmt (und bitte auch nicht peinlich wird!)

Hunde

Ich muß demnächst mal was über Hunde schreiben....
Neulich habe ich ein Photo gesucht von nem Kongress in Amerika und bin über andere Photos gestolpert.... von Hunden.
Das ist 23 (DREINUNDZWANZIG!) Jahre her, daß ich den besten Hund aller Zeiten ausgesucht habe.... Mit all meinem Wissen über Hunde und wie man einen Welpen aussucht... habe ich dann doch einen anderen gewählt. Midge. Die hat ein Bio-Diplom, weil sie bei allen Vorlesungen war und Professoren haben sie ausgeliehen..... Ich weiß das noch genau... Ich hab im Labor gebastelt und der Prof kam rein... "ich brauch mal Midge".... nahm sie mit und ging in den Hörsaal und sagte: "guckt mal, was ich kann" und hat mit ihr Tricks vorgeführt!
Zehn Jahre nach ihrem Tod haben sich Zimmerleute an sie erinnert... also eigentlich an uns.... als die, mit dem coolen Hund!

Und zehn Jahre ist das her, daß ich ihren Nachfolger ausgesucht habe.... ich bin von Dresden nach Jerusalem gefahren! Jerusalem in der Lüneburger Heide! Und habe gehofft, daß  nicht nur die seltsame Motte noch über ist... Puh! Waren noch andere! Ich hab ne gute Wahl getroffen!
Und auf dem langen Heimweg ist es mir klar geworden.... gute Wahl!  Dieses andere, hässliche, absolut irre Welpchen .... so blöd kann man gar nicht sein, die zu nehmen!
Kaum war ich zu Hause, habe ich telefoniert! Mit klopfendem Herzen. Ist Mitte noch 'frei'? Die nehmen ich und die soll Swift heißen! Dieses irre Ding. Die wußte gleich, wer ich bin.... und ich bin froh, daß ich die lange Rückfahrt hatte, um das zu kapieren.


Swift wußte das immer und wer kann da widersprechen? Als sie das erste mal was an Schafen machen durfte... da war sie in ihrem Element. Gar nicht irre. Klar im Kopf und mutig.... und wir sind nach Hause gefahren und sie hat ihre Schnauze auf meinen Arm gelegt und ganz deutlich geseufzt: Du und ich! Wir zwei!
Und mir hat sich das eingebrannt... der kleine Hund, der so überzeugt ist von mir. Der sich in Boote werfen läßt, in winzige Flugezeuge hüpft und in Bagger - egal, wie gruselig sie das findet.
Also es heißt ja, daß jeder den Hund bekommt, den er verdient. Wow!
Manche Begegnungnen sind irre! Und ... bescheuert ... aber vorherbestimmt und so wertvoll, daß man verdammt lange braucht, um sie zu verstehen!

Dienstag, 28. November 2017

Da kann man auch mal heulen!

Der kleine Subaru - der Pocket-Camper. Hin ist er. Und jetzt ist's gar nicht mehr so schlimm.
Das hat so Symbolcharakter.... Das Auto und das ich ihn hier fahrbereit stehen haben wollte .... und das irgendwie doch nicht richtig war und daß er jetzt kaputt ist....

Genau das Auto sollte hier stehen. Ready when I am... Ich wußte ja, daß das Blödsinn ist aber konnte nicht loslassen.... 
Tja... dann fährt mir so ein Träumer hinten drauf und ich bin im Graben gelandet. Da hätte es andere Möglichkeiten gegeben. Hab ich lange drüber nachgedacht... hätte ich das besser machen können? Es gab die Variante "frontal auf's Schild" und "auf die stark befahrene Straße". Beide extrem schlecht. Eventuell hätte ich es auf die Straße geschafft, auf die ich abbiegen wollte... aber laut Gutachter ist der Hauptschaden durch den Aufprall hinten entstanden. Hätte also auch nix genützt.  

Wenn man unverschuldet so einen Unfall hat (und kein ernsthafter Personenschaden passiert ist), dann sind Versicherungen dafür da: Man kommt da raus, als wäre das nie passiert! DAS fühlt sich jetzt nicht so an! Nicht mal finanziell.

Ich bin übrigens sicher, daß der Subaru für seinen traurigen Restwert nach Afrika verkauft wird und ihn dort jemand  zurecht dengelt! Im Jahr 2025 wird er durch die Namib heizen! Was sonst nie passiert wäre, weil ich da gar nicht hin will!

Nun ja - enttäuscht und erleichtert trifft es ganz gut... und irgendwie wurde daraus.... content. Wo auch immer das herkam: Fühlt sich gut an!
Das mir manchmal kein wirklich passendes deutsches Wort einfällt liegt sicher daran, daß ich bei englischen Wörtern nur EINE - und nicht immer richtige - Bedeutung kenne. 'Zufrieden' klingt ein bißchen anders.... 
Aber jetzt fällt mir ein, daß ich nen Tune spiele, der 'contentment is wealth' heißt. Mir fällt bloß gerade nicht ein, wie der geht ...

Pocket Camper

Sonntag, 26. November 2017

T-Shirts und Instrumente: Welches ist denn jetzt das coolste?

So! Bevor ich wieder über mein Auto schreibe (buhuhuhu!!!!) schiebe ich ein paar Beiträge dazwischen, damit es nicht so auffällt. Zum Beispiel muß ich noch schreiben, daß das Farbvererbungsbuch immer mal auf der Amazon top100-Liste Genetik ist. Und manchmal sogar vor Watsons "Doppelhelix". Das amüsiert mich ungemein. Die Algorhitmen bei Amazon scheinen ganz drollig zu sein...

Ich fand, ich bräuchte ein T-shirt mit dem Zeichenschaf aus dem Buch drauf. Und dann dachte ich, man könnte die ja auch zur Verfügung stellen.

Spreadshirt ist da ein toller Anbieter. Man lädt seine Designs hoch und wer Interesse hat, kann die auf diverse Sachen drucken. Klamotten und Krempel... wie Turnbeutel! Die Rückkehr des Turnbeutels hat ja sowieso viel zu lange auf sich warten lassen!
Und wo ich schon mal dabei war, dachte ich an die T-Shirts, die wir mal mit irish-trad "Logos" gemacht hatten. Könnte man doch auch hochladen.
Hab ich auch gemacht. Dummerweise alle als Pixelgrafiken statt Vektorgrafiken. Jetzt kann man die nicht skalieren und positionieren. Also nochmal neu.

Aber jetzt  muß ich erst mal philosophieren über Instrumente und wie 'sexy' die sind. Oder auch nicht. Es gibt ne Grafik für Conny.


Also Harfe.... Harfe ist einfach mal von Haus aus sexy. Die Person dahinter kann den Eindruck durchaus verringern aber so prinzipiell ist das ein sexy Instrument, mit dem man punktet. Dem muß man sowas wie "Harpyie" entgegensetzen. 
Ich bin auch ganz froh, daß die Harfe, die Conny und ich gebaut haben, eher aussieht wie ein böhmischer Bauernschrank als ein elfisches Sphärenmusik- Accessoire! 
Also Harfe ist ein Instrument, das man downgraden muß, um ernst genommen zu werden.

Uillean Pipes: Ganz anders aber ebenfalls oben auf der "cool" Skala. Packt jemand Pipes aus, gibt es ein "wow"! Bewunderung und große Augen. Ein riesen Bonus, noch bevor man gespielt hat. Was bei Pipes anders ist als bei Harfe: Man muß die wirklich, wirklich gut spielen können! Schon beim Auspacken hängt die Latte hoch. Und zwar richtig. Ganz nett Pipes spielen reicht nicht. Ich hab das mal probiert. Auch nach nem Jahr habe ich gelitten wir ein Hund (und die Hunde haben den Raum verlassen). Wenn Sirko spielt, legen sie sich ihm zu Füßen. Was ich auch tun würde, wenn man da nicht so doof Flute spielen könnte....
Pipes muß man ernst meinen. 


Obwohl diddly serious eher die schottische Variante ist. Für irische Musik müßte es (analog zum Whisk(e)y) eher diddley serious heißen.....

Dann gibt es die Instrumente, die sind neutral. Da bekommt man Bewunderung oder Augenrollen erst dann, wenn man spielt. Dazu gehört Flute. Wobei Flute einen nicht zu unterschätzenden Nachteil hat, den sich kaum jemand bewußt macht, wenn er sich ein Instrument aussucht: Die Größe! Handlich - schön und gut. Aber eine Flute ist quasi unsichtbar bis man sie auspackt. Ich habe einige Flute-Spieler in Irland kennengelernt, die ihre Flute deshalb in 'nem Geigenkoffer transportieren. Zumindest in Irland bringt es einen beim Trampen wesentlich schneller voran, wenn man als Musiker erkennbar ist! Und als Session-Nomade bringt das auch Vorteile: Man wird GEFRAGT, ob man mitspielen möchte. Man muß nicht hingehen und selber drum bitten, mitspielen zu dürfen. Das macht einen großen Unterschied, wenn man dann den Rest des Abends in der Runde sitzt und sein Instrument festhält und auf nen Tune wartet, den man auch mitspielen kann.... und wenn man dann die eigenen Tunes alleine spielt weil die wiederum keiner kennt und man dabei nicht ganz so entspannt ist, dann kann man sich nicht mal denken "Ihr habt es so gewollt!"

Für die meisten Leute ist Gitarre ebenfalls neutral. Für mich - in einer irischen Session - ist es oft eines der gruseligsten Intstrumente. Kommt jemand mit nem Gitarrenkoffer rein, werde ich nervös..... Im besten Falle stört sie nicht. Genau wie Bouzouki. Im schlimmsten (und häufigeren) Fall ist es unrhythmisches und schräges Beschdebeschde (Gitarre) oder Plingelingeling (Bouzouki).

Und dann gibt es "unten". Völlig unverdient ist da das Banjo. Ist mir ein großes Rätsel. Ich bin überzeugt, alle Welt findet Banjo genauso attraktiv wie ich. Aber über Banjo gibt es die meisten Witze. Sehr seltsam! Wenn man mal genau hinhört, dann fällt allerdings auf, daß diese ganzen Banjowitze vor allem von Banjospielern erzählt werden!
Ich glaube ja, das ist ähnlich wie bei Harfe. Bei der muß man dem elfischen Sphärengedöns und der überirdischen Eleganz entgegenarbeiten, weil man ein solches Image als Mensch hinter dem Instrument niemals erfüllen kann (und die, die es versuchen, machen sich lächerlich).
Banjo ist SOOO attraktiv, daß man nur mit einem überzogenen Ego dazu stehen könnte: "Hier! Guck mal! Ich! Tadah!" Das ist lächerlich oder unsympathisch oder beides....  Und so ein paar Zweifel können einem da schon kommen... So ein Banjokoffer sieht schließlich aus, als wäre man Spitzenkoch und wäre mit der Reisebratpfanne unterwegs.
Genauso, wie große Menschen (vor allem große Frauen) sich oft klein machen, um nicht bedrohlich zu wirken, muß man Banjo lächerlich machen, um es auf ein normales Niveau hinunterzuziehen. Also so geht meine Theorie... Anders kann ich mir das nicht erklären...

Ebenfalls unten - und zwar ganz unten: Box! Concertina vielleicht nicht ganz so aber Box ist einfach mal uncool. Und Box- und Concertinaspieler machen fürchterliche Gesichter beim Spielen! "Halbwegs menschlich gucken" muß man gesondert üben! Als wenn es nicht schwierig genug wäre, ein Instrument zu lernen, bei dem einen die Mechanik oft genug im Wege steht! GLEICHZEITIG die Gesichtszüge unter Kontrolle haben ist wie

Man übt also einen milden, freundlichen Gesichtsausdruck. Der dann oft etwas "abwesend" wirkt. Und genau DA kommt das Größenproblem der Concertina dazu. Das hat die Concertina nämlich auch!
Meine erste Begegnung mit einem Concertina-Spieler hat sich fest in mein Hirn gebrannt! Nette Session. Viele Musiker. Nur mittendrin, auf der anderen Seite des Tisches, saß so ein Mann. Zwischen den Musikern. Der fingerte hochkonzentriert unter dem Tisch rum und hatte ein leicht debiles Grinsen im Gesicht. Mitten in der Session! Also Ehrlich!
Leute: Setzt Euch mit einer Concertina nicht HINTER den Tisch! Die ist zu klein, um gesehen zu werden!
Ein T-Shirt für Concertina-Spieler sollte vielleicht groß CONCERTINA drauf haben und einen dicken Pfeil nach unten. Obwohl... wenn man das - als Mann- anhat und am Ende des Pfeils gerade keine Concertina ist..... hat irgendwie gleich ne ganz andere Bedeutung...
Also für Concertina und Box muß mir noch was einfallen... Im Moment gefällt mir "Think! Inside the Box!" ganz gut. Obwohl heutzutage "think outside the box" gar nicht mehr genutzt wird in Management-Trainings. Jetzt muß man sein "Silo-thinking" überwinden. Aber alles kommt wieder. Auch der Turnbeutel...

Ich weiß auch nicht... ich könnte Tunes lernen statt mich dran zu freuen, wie so ...Zeug auf ...Zeug aussehen würde....  (aber das schwarze T-Shirt sieht auch in echt ganz witzig aus. Mein neues zweitliebstes T-Shirt!)

Samstag, 18. November 2017

Bring was Schönes mit!

Das war nicht wirklich der Wortlaut. Der war: "Bring einen Tune mit!" Aber wenn ich aussuche, was genau denn wohl "was Schönes" zum Mitbringen wäre, dann wär das ein Tune. Von daher...

Ich hatte schon ein Weilchen geträumt, daß ich dieses eine Konzert in Shetland gerne besuchen würde.... nicht wirklich vernünftig und nur so 'ne Träumerei.
Aber warum eigentlich nicht? Das Leben ist zu kurz, um bescheuerte Ideen nicht auch mal spontan umzusetzen.

Tune habe ich mitgebracht. "Der ist schön! Den spielen wir dann Freitag zur Session!". Uih! Das ist kurzfristig. Quasi zerknittert aus dem Handgepäck gezogen. Fehlt auch noch ein Stück. Und...ääähmmm.... ich muß da noch a bisserl üben...



The Lounge Bar by Annlaug Børsheim. (Ich breche mir die Zunge und den Kiefer beim Versuch, Annlaug auszusprechen. Da hilft es nix, daß mir der österreichische Kollege, der lange in Norwegen gelebt hat, die Hilfestellung gibt: "So wie das steierische 'steil' ausgesprochen wird." Der Tune hat genauso derben Akzent wie meine Aussprache ihres Namens aber der Versuch  macht Spaß!)


Der Kurzreisebericht wäre sicher interessanter zu lesen mit "persönlichem" dabei. Das lasse ich aber weg. Ist zu persönlich...Gibt einfach nur einen langweiligen Bericht. Muß reichen.
Mittwoch Nachmittag entschieden, Donnerstag früh los. Flieger über Frankfurt nach Aberdeen und dort auf die Fähre. Mit der echt gruseligen Warnung von "Force 10" in Höhe Fair Isle. SO seefest bin ich eigentlich nicht...ˆAber: Es war erstaunlich, wie automatisch ich wieder in 'nem Langzeit-Reisemodus war. Als wäre ich immer weiter gefahren.

Viel Zeit hatte ich ja nicht. Aber auch keine ToDo Liste. Ich war im Archiv des Museums weil ich wissen wollte, ob mein Opa auf der Polarreise der Berlin 1928 in Lerwick Halt gemacht hat. Also habe ich die Shetland Times von 1928 auf Micro-Fiche durchgeguckt. Und hab mich festgelesen. Spannend! So viel Klatsch und Tratsch und coole Werbung. Und schon damals wurde sich über Foula lustig gemacht! Den entsprechenden Artikel habe ich nicht gefunden nur die Leserbriefe dazu, in denen sich Leute über die Verunglimpfung empört haben.
Desweiteren gab es eine Werbung für ein Buch.
Mit Vorwort von H.G. Wells. Und fünf Diagrammen...


Was mir auch ins Auge gesprungen ist (ich hab mich stundenlang festgelesen...) sind Anzeigen für gefundene Schafe. Aber jetzt gerade sehe ich, daß darüber das Spaßrogramm irgendeiner Veranstaltung beschrieben ist. Unter anderem: Catch the greasy Pig. (He who catches keeps). Was für ein Spaß!

Shetlandschafe gefunden...1928

Samstag war herrlich. Emily hat mich am Bus in Brae abgeholt, wir haben uns Bobbys Schafe angeguckt....
Shetlandbock Cheviotbock
die Jungs: Cheviots und Shetland

Cheviots mag ich ja gerne. Shetlandschafe sowieso aber Texel.... sind... anders :)

Texelbock, Cheviot und Shetland

zum Eshaness Lighthouse sind wir auch noch gefahren...




und dann hat sie mich um einen Gefallen gebeten. Ihr Vater Tommy hat einen neuen Spinnradtyp gebaut und braucht einen Probespinner! Herrlich! Ich war total angetan! Ein richtiger Prototyp und: Schnurr, schnurr, schnurr, dreimal gezogen - Spule voll! Na ja, nicht ganz. Aber ich fand es klasse!

Prototyp Spinnrad
Abends dann Konzert. Ich hatte noch nie eine Konzertkarte mit meinem Namen drauf! Es war toll! Wenn ich jetzt schreibe, daß ich das nicht erwartet habe, dann klingt das gar nicht nett. Aber ich habe wirklich nicht erwartet, daß es mir so dermaßen gut gefällt. Auch wenn ich die ganze Zeit dachte, daß ich gleich umkippe.
Thanks for the music! Sorry to intrude!

OK. Nix persönliches... Einfach Reisebericht. Schöne Schafe gab es:

Shetlandschaf Ness of Sound
Und über das Wetter muß man natürlich auch schreiben. Hier bei uns ist das Wetter ja beständig. Beständig zu heiß oder beständig bitterkalt oder einfach beständig ekelhaft. Manchmal im Herbst auch beständig schön. Wenn es mal wechselhaft ist, dann ist das eine Erwähnung im Wetterbericht wert. In Irland dagegen, wo ich ja auch öfter mal länger war, ist es immer wechselhaft. Strahlend blauer Himmel. Und dann kommt so ein leichter Wind auf und es regnet aus dem strahlend blauen Himmel. Etwas ähnliches gab es jetzt in Shetland. Nur hochskaliert. Schönes Wetter und plötzlich heftige Böen, die einen von den Füßen wehen und dann Hagel waagerecht ins Gesicht geklatscht. Die nächsten beiden Bilder sind gerade mal drei Minuten auseinander. 



Was noch? Nachtphotographie ohne Stativ ist doof. Aber Nachtspaziergänge sind wunderbar. Auch mit Hagel!


Und weitere Souvenirs: Sea glass (nachts gesammelt - sind trotzdem ein paar nette Stücke dabei.. was auch immer ich daraus mache...)


Wolle von Emilys Mum. Noch von "damals" als man seine Wolle auf's Festland geschickt hat zum Spinnen und tatsächlich seine eigene zurück bekommen hat. 


Und ein Buch... Ich bin nur ganz kurz abgebogen in den Buchladen - auf dem Weg zum Bus. Aber da kann man ja nicht dran vorbei gehen. Und das Buch hat mich sofort angelacht! Eine Reise ins Eis auf den Spuren eines Tunes. So ein Buch kann man dann auch nicht stehen lassen!


Und Gammel Hammel. Freie Übersetzung für Reestit Mutton. Davon gibt es dann ein Bild auf dem Teller! Der hat mir nette Gespräche mit der Security in Aberdeen und Frankfurt eingebracht. Da habe ich den Tipp bekommen: Reestit Mutton geht. Käse geht nicht! Der sieht im X-Ray aus wie Semtex.

Dienstag, 14. November 2017

Häng Dein Herz nicht an Dinge

Soviel zu:" Häng Dein Herz nicht an Dinge!" Hat mich doch einer in den Graben geschubst! Nix passiert. Also mir nicht. Dem Subaru schon...😢


Irgendwie .... interessant, wenn man nicht viel Zeit und noch weniger Auswahl hat und versucht, den harmlosesten Einschlag zu wählen.
Ist das Gegenteil von wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Da kann der Impact Factor gar nicht groß genug sein.
Hier dagegen hab ich meine Wahl getroffen (links vom Schild, rechts von der großen Straße, von der ich gerade abgebogen war) und dachte:"Uih! Ganz schön tief der Graben!"
Ich hätte Gas geben sollen! Mit richtig Schwung hätte ich es vielleicht bis in den Acker geschafft! Man darf überhaupt gar nicht soviel zögern im Leben! Andererseits... der Subaru und ich wären einfach weiter hinten im gleichen Graben gelandet. Manchen Arten "auf die Schnauze zu fallen", kann man einfach nicht entgehen.
Hat schon Symbolcharakter irgendwie....

Freitag, 10. November 2017

Idiot! Bescheuert! Witzig! Was man so zu sich selber sagt....

Also ich beleidige mich öfter mal! Beinahe täglich denke ich, daß ich ein Idiot bin.
Neulich hatte ich ne Idee. Hab mich aber nicht so recht getraut. (Was übrigens ein häufiger Grund ist, mich selber Idiot zu nennen!)
Dann wär die Umsetzung auch teuer gewesen und extrem schwierig. Puh! Beides super Ausreden für "ich trau mich nicht".
Ich dachte mir, daß ich ein Idiot bin und das ewig bedauern werde. Und wenn ich eines Tages sterbe, wird exakt dieser Betrag auf dem Konto übrig sein!
Der Grund für 'extrem schwierig' ist dann plötzlich weggefallen. Blieb nur 'sich trauen' und super schnell und spontan sein.
Tja. Man kann sich einen Flug buchen und ne Überfahrt und schnell ein paar Sachen packen und losstürzen zu einem ganz kurzen Wochenendausflug.
Und dann denken, daß ich doch bekloppt bin!
Und dabei wiederum fiel mir auf, das 'Idiot' bedeutet, daß ich was bereue oder bereuen werde. Wogegen 'bescheuert' und 'bekloppt' bedeuten, daß ich extrem beeindruckt von mir bin. Ja... vielleicht werde ich das bereuen...weil es eine doofe Idee ist. Aber wie sagt man? Im schlimmsten Fall wird es ne Erfahrung!
Ein Idiot ist man also, wenn man Dinge vorschiebt, um nicht drüber nachzudenken und Entscheidungen zu vermeiden.
Bekloppt ist man, wenn man ne Entscheidung trifft! So! Und dumme Ideen? Wenn man ein paar Minuten Zeit hat für 'Ja' oder 'Nö'.... Na da bin ich doch dabei!
Ich bin auch gleich wieder weg und ich werde unsichtbar bleiben und ich werde kotzen. Nicht figurativ, weil ich es bereue, sondern wortwörtlich, weil ich weniger seefest bin, als ich gerne wäre... Wartet...weil ich weniger als halb so seefest bin, wie ich gerne wäre und mehr als doppelt so anfällig wie es angebracht wäre... Oder so.
Eigentlich wollte ich gar nichts schreiben aber das wäre auch irgendwie schräg...


Sonntag, 5. November 2017

Shetlandschafe, Shetlandböcke, Shetlandlämmer,....

Es gibt nen Begriff dafür... für Überschriften, die Lust auf's Lesen machen. So eine ist mir leider nicht eingefallen.
Shetlandschafe sind saisonal, Mixe auch. Habe ich zwar gewußt aber nicht wirklich verinnerlicht! Letztes Jahr habe ich Ende Oktober den Bock dazu gestellt und erwartet, daß ca. 5 Monate später Lämmer kommen. Bei Skudden kann man quasi jederzeit den Bock dazustellen und bekommt 5 Monate später Lämmer....

Dieses Jahr bin ich total traditionell! Bock raus "on guy Fawkes Night" und Lämmer dann gefälligst "on April Fool's Day". Oder später. Hautpsache Mädels. Lieschen, Zibben, Auen, Mutterlämmer.....

Mein Bock - der süße kleine Kurt, der eine Bauchentscheidung war, die ich nicht bereut habe:

Shetlandbock

Tolle Wolle und vor allem ein echt freundlicher Charakter! Das ist mir ja noch wichtiger als alles andere! Der ist erst 1,5. Garstig werden Böcke ja gerne ab zwei aufwärts - vor allem in so menschennahen Kleinhaltungen. Aber bei ihm bin ich da ganz zuversichtlich. Tiefenentspannt, freundlich, respektvoll. 

Shetlandbock

Und die Lämmer, die er letztes Jahr gemacht hat, sind auch nicht schlecht! Der Kerl da hinter ihm bleibt bis nächstes Jahr. Einfach, weil ich neugierig bin! Ich will den als Jährling sehen! Dann steht er zum Verkauf. Bisher sieht er gut aus... Die Wolle fand ich erst nicht ganz so überwältigend wie bei seinem Bruder (der schon verkauft ist). Aber neulich hatte ich ihn in der Hand und dachte "oh wow!". Es ist also alles drin... von "ganz nett" bis "oh wow" oder auch: Vorne Wow, hinten mau....  Das Schaf unter der Wolle gefällt mir auf jeden Fall gut! 

Lange Rede... heute ist Guy Fawkes: Was für ein schrecklich unsympathischer Feiertag! Ich weiß ja noch gar nicht lange, daß es den gibt.... Als junger erwachsener Mensch ist man in 'ner Sozialisierungsphase... und wenn man die in Irland verbringt, dann ist so ein klischee englischer, anti-irischer, anti-katholischer Feiertag einfach verstörend! 

Also echt mal! Astrid Lindgrens Kinderbücher sollen zensiert werden, weil "Takatukaland" rassisitisch ist? Das ist albern. Auch wenn ich heute in nem Interview von Ijoma Mangold gelernt habe, daß das für ihn schon ein Thema war. Als Kind eines nigerianischen Vaters und einer deutschen Mutter war ihm klar, daß er wohl einer von den "Hottentotten" ist.... aber auch, daß die Änderung der Vergangenheit (in der es den Sarotti Mohren gab) nichts ändern würde an ... am anders sein... und vor allem der antizipierten Reaktion darauf. 

Vielleicht ist Guy Fawkes Night auch ein bißchen wie "Hexenbrennen".... Der, die, das ist Schuld. Wird verbrannt. (Bzw. mit großem Trara in die Luft gejagt.) Punkt, Schluß. Neustart....


Neustart ist ein gutes Stichwort: Ich hab heute den kleinen Bock rausgebracht.

Auf ne Wiese gestellt mit nur zwei Zibben (und nem Gesellschaftshammel). Geiles Gras! Haben sie gesagt. Mumpf, mumpf, mumpf....



Kurz nach Hause, was geholt - sahen sie so aus! Ich hab den Kerle angemalt... aber ich vermute, ich hab den Markierstift auf der Wiese liegen lassen! Die haben sich da einen Spaß gemacht!