Freitag, 24. Juni 2016

Grenzen

Ich weiß gar nicht genau, warum mich das so erschüttert. Der Ausgang des EU-Referendums in UK. Ich hätte dem Thema und der Kampagne vielleicht nicht folgen sollen in den letzten Wochen als alle sachliche Argumentation zu Parolen von "Aber-Nazis" wurde (I'm not a racist - but....)

Irgendwo gab es neulich einen guten Bericht dazu, warum die EU ohne UK sehr viel sozialer sein kann (bzw. ohne die Finanzmacht der City of London), ein Weckruf zur Reform der EU ist vielleicht bitter nötig und schließlich hatte ich mich schon gegen Bewerbungen auf zwei wirklich tolle Stellen in UK entschieden. Kann mir persönlich also eigentlich egal sein. Ist es aber nicht.

In den ganzen Diskussionen tauchte auch immer wieder auf, daß "wir" hier eine andere Idee von Europa haben als viele Menschen in UK. Vielleicht ist es das.... die erlaubte Krümmung der EU-zertifizierten Salatgurke ist nicht das, was wichtig ist!

In Artikeln dazu heißt es gerne, "die Deutschen" hätten da halt ein anderes Thema. Ja. Hab ich! Jedes mal, wenn ich von meiner alten Heimat im Weserbergland in die neue Heimat in Sachsen fahre, komme ich hier vorbei:


Vielleicht muß man da als Kind mal durchgefahren sein (als die Wachtürme noch bemannt waren und bewaffnete Grenzposten das Auto auseinander genommen haben) um ein grenzenloses Europa richtig schätzen zu können.
Vielleicht muß man Freunde haben, die als Kind an dieser Grenze wirklich "heiße Schmuggelware" am Körper trugen. Die Burda Moden Zeitschrift mit westlichen Schnittmustern!

Letztes Jahr bin ich von Nordirland in die Republik gefahren und wußte gar nicht, wann und wo genau die Grenze denn nun ist. Das letzte Mal war das anders: 1994 bin ich über einen kleinen Grenzübergang in Cavan gefahren. Da waren so Dinger im Boden, die einem die Reifen aufschlitzen, wenn man weiterfährt. Während man da gewartet hat, zoomte eine Videokamera auf das Auto und es kamen furchteinflößende Soldaten mit Wumme in der Hand, um den Paß zu kontrollieren. Ein paar Tage vorher hat irgendein Irrer einen nordirischen Politiker  die Luft gejagt. DIESEN Konflikt in den Hintergrund zu drängen, DAS ist "Europa". Da kann man UK sein - und bleiben - oder Republic of Ireland. Beides ist möglich. Europe IST der Unterschied und schätzt den Unterschied. Nur ohne Grenzen.

Neulich war ich in Polen. Ich wollte gerne ein Photo machen von der Grenze. Für Facebook. So als Statement. Aber dazu gibt es einfach zu wenig Grenze: Blaues Schild mit Sternen. Polen. Geschwindigkeitsbegrenzung ist folgende... Fummmp - vorbei. Schon ist man in Polen, wo die Menschen einen supercoolen Sinn für Humor haben und eine fast beschämend positive Grundeinstellung anderen gegenüber.

Vielleicht... vielleicht muß man mal reisen. Nur kurz. Aber mit der Freiheit im Hinterkopf. Mit der Selbstverständlichkeit, mit der ich bis heute morgen noch gedacht habe. Die Überlegung, ob DAS meine Heimat sein könnte. Für kurz oder für lang. Bis heute morgen war das einfach nur eine Frage, ob DAS die Menschen sind, in deren Gemeinschaft ich passe. Weil die Menschen zählen. Alle.

Bis heute morgen war für mich "die EU" auch irgendwie Europa. Embracing diversity - trotz vorgeschriebener Kloschüsselgröße.

Die, die heute jubeln sind die, die mir wirklich Angst machen.




Dienstag, 21. Juni 2016

Ein kleiner Ausflug in den Norden - Handscherkurs und Reisevortrag

Ich bin gar nicht sicher, unter welches Label ich das einsortieren soll.... Reise? Schafe? Sogar "Skudden" wäre nicht gelogen.... Es war von allem was dabei am letzten Wochenende....
Das Ziel: Stocksee in Schleswig Holstein. Zu Astrid und ihren Shetlandschafen.
Astrid hatte die tolle Idee, ich könnte doch mal zeigen, wie man mit der Handschere schert und wenn ich schon mal da bin, kann ich auch gleich im Dorfgemeinschaftshaus von den Inseln und ihren Menschen und natürlich ihren Schafen berichten.
Da lass ich mich natürlich nicht zweimal bitten! Wir sind vorsichtshalber mit dem großen Auto gefahren - falls sie mal nicht hinguckt und ich unbemerkt eines ihrer tollen Schafe einpacken kann!
(Hat nicht geklappt!)
Ich hab die Gelegenheit gleich mal genutzt und mir "Luxus-Handscheren" in England bestellt. Natürlich nur für den Fall, daß die Teilnehmer keine eigenen haben.... nicht etwa, weil ich einen Grund gesucht habe, der die Bestellung rechtfertigt. Blöderweise ist die Post aus England etwas.... zäh... Wir mußten ohne die neuen Scheren losfahren.

Eines der touristischen Highlights kurz vor Stocksee: Der Dorfkrug in "Büttenwarder"! Schade, daß wir nicht mit dem Subaru dort waren - der ist immerhin mit Büttenwarder-Aufkleber durch Schottland gefahren. Außerdem ist er ein viel besseres Fotomotiv. Lütt und Lütt haben wir uns nicht gegönnt sondern sind strack (bzw. nüchtern) weitergefahren.



Nächstes Highlight: Andy, Astrid und der tolle Bauwagen auf der Nutztierarche Stocksee (demnächst auf Airbnb zu finden). Soooo gemütlich! Und der sieht aus, als wäre er immer schon dagewesen. Der gehört da einfach hin!

Der urgemütliche Bauwagen

Es hat tatsächlich ein Highlight das nächste gejagt an diesem Wochenende! Nächster Stopp: Dorfgemeinschaftshaus Stocksee. Die alte Schule. Was war ich aufgeregt! Ob jemand kommt, um sich meine Inselgeschichten anzuhören? Plus die Sorge, daß die Leute gelangweilt gehen oder einschlafen!

banges Warten

Boah! War das toll! Ich hab an Billy Muir auf North Ronaldsay denken müssen. Der stand frühmorgens bei mir im Wohnzimmer, hat gestrahlt und gesagt: "Du wolltest doch über Schafe reden! Ich kann den ganzen Tag über Schafe reden!" Ich auch! Und über Inseln. Und ihre Menschen!
Ich hoffe, den Gästen hat es nur halb so viel Spaß gemacht, wie mir!

Am nächsten Tag ging der Spaß dann weiter - Handscherkurs! Ich hatte mir das so schön überlegt und dann ganz anders gemacht und hab festgestellt, daß der didaktische Aufbau... emmm... verbesserungswürdig ist....
Aber die Teilnehmer waren einfach super und der Tag ganz toll vorbereitet!
Der rote Teppich war ausgebreitet und nach etwas Theorie über Scheren gab es eine Demo von dem "Tänzchen", das man mit dem Schaf beim Scheren tanzt. Vorführschaf war Undine, die schon fast nackig war und die Nummer augenscheinlich ganz entspannend fand.


Daaaa ist die Schnittkante
Dann waren die Teilnehmer dran. Mit Schafen, die noch Wolle drauf hatten.







Der kleine schwarze Skuddenbock wurde zwischendurch auch noch nackig gemacht. Beim Warten auf den Haarschnitt hat er scheinbar seine große Liebe in der zauberhaften Undine gefunden. Leider unerfüllt - wie es halt manchmal so ist.....



Die netten kleinen Shetlander sind uns beizeiten ausgegangen.... wir haben uns dann an "ein paar Nummern größer" versucht. (Nach einer langen Mittagspause mit lecker Hammel-/Lammeintopf und tollen Gesprächen)


Am dollsten beeindruckt waren wir wohl alle von Kirsten, die noch nie ein Schaf in der Hand hatte und wie ein langjähriger Profi perfekte Vliese runtergeschoren hat!


Und das auch noch von tiefenentspannten Schafen. Wie Frau Waigl, die sich gleich wieder hinten anstellen wollte!


Teamwork
Während die alten Rassen ihre Bäuche netterweise selber nackig machen, muß man da bei den "dicken Dingern" schon ordentlich schnippseln....

Am Nachmittag hatten wir auch Zuschauer.Unter anderem ein älterer Herr aus der Nachbarschaft, der mit seinem Dackel vorbeikam und irgendwann ganz erstaunt bemerkte: "Daß eine Frau sowas überhaupt kann!" mein Lieblingszitat von dem Wochenende!





Leute, Ihr wart große Klasse! Ich bin schwer beeindruckt! Ich hoffe, der Muskelkater ist nicht gar so schlimm. Ich hoffe natürlich auch, daß Ihr alle etwas mitgenommen habt! Feedback, was ich hätte besser erklären oder besser zeigen können, nehme ich natürlich gerne entgegen!

Wieder daheim hab ich endlich diese Schätze auspacken können:


Noch ein bisserl Leder um den Griff und schon könnte es losgehen.... wenn ich nicht schon fertig wäre mit meinen. Sollte also noch jemand in der Westlausitz / im Raum Dresden 'ne handvoll Skudden oder ähnliche Schafe zu scheren haben: Ich würde die Scheren gerne dieses Jahr noch ausprobieren!

Samstag, 11. Juni 2016

Entdecke diesen Tag neu

Entdecke diesen Tag neu...
....sagt google. Dann gibt es Bilder von "heute vor einem Jahr". Das ist ganz spaßig... "Ach das war heute?" Der Herdy-Shop und die Conny-Hippie-Herdy Tasse, die ich kaufen mußte. Pfeifende Manx Loaghtans, Polly the polled Loaghtan, der Besuch auf dem Saturn (oder Jupiter? Harris war auf jeden Fall Drehort für eines von beiden in 2001 - Odysee im Weltraum), der Friedhof an dem ich den Mann getroffen habe, der das Vorbild für die James Bond Figur war und dem die Insel Bernera gehört (und der einen Jaguar fährt und der nicht aussieht wie Sean Connery), die Erkenntnis, daß die Schotten ihre Toten immer mit grandioser Aussicht begraben und man an Friedhöfen immer klasse Übernachtungsplätze hat, the loo at the light - die Erinnerung an die britische obsession mit öffentlichen Toiletten, ....
Ab "heute vor einem Jahr" ändert sich "ach gucke an! DA war ich heute vor einem Jahr?" in "Vorfreude" auf das, was mir morgen präsentiert wird. Und übermorgen.
Die Erinnerungen sind so greifbar - ich weiß ganz genau, was ich gesehen, gefühlt, geschmeckt und gedacht habe an welchem Tag. So viel. So intensiv. Das ist ein ganz seltsames Zeitreise-Gefühl. Vorfreude auf die Vergangenheit. Vorfreude auf die Erinnerung. Als ob ich die nicht heute schon haben könnte. Oder hätte. Aber wenn ich mich morgen an das morgige "heute vor einem Jahr" erinnere ist das was anderes als wenn ich mich heute an "morgen vor einem Jahr erinnere"...

Heute morgen vor einem Jahr - da bin ich verfroren und übermüdet bei scheußlichem Wetter vom Boot gekommen und mußte auf's Klo. Dringend. Ein absolut prägendes Ereignis. Auf der öffentlichen Toilette in Lerwick sind nämlich Hunde verboten. Echt doof, wenn man einen dabei hat....
Heute vor einem Jahr.... bin ich auch so langsam "im Reisen angekommen". Bis dahin war das wie ein langer Urlaub - Sightseeing (auch wenn die Sights vor allem Schafe waren). Dann wurde das irgendwie "mein Leben". So ganz anders als jetzt und als vorher. Zeit vergeht anders. Langsamer. Voller. Meine Freundin Conny hat mir gegen Ende der Reise geschrieben, daß sie ganz erstaunt ist, wie schnell die Zeit verflogen ist. Schwupps, ist um.... das fand ich gar nicht. Soooo viel habe ich erlebt? So intensiv? Das kann doch niemals nicht in die kurze Zeit passen!
Jetzt bin ich schon viel länger zurück, als ich unterwegs war und wo sind meine Erinnerungen aus DIESER Zeit? Die sind ziemlich spezifisch und waren immer mehr Traum als Realität.
Ich wünschte, ich könnte nochmal in meine kleine Tardis steigen....
Und ich frage mich, ob man nicht auch im "echten Leben" so erfüllt leben kann. Ich habe Leute getroffen,die genau das tun. Die genau da sind, wo sie sein wollen. Mit all den Dramen und Ärgernissen und Problemen, die man so haben kann.... Für die "heute" voll ist mit Leben. Ich bin nicht oft neidisch aber da könnt ich platzen!

Wenig Zeit und "viele Momente" - das war heute und morgen und übermorgen vor einem Jahr. Ein Jahr später ist es "viel Zeit und ab und zu ein einziger Moment". Ganz oft ein Moment mit Musik.... ein tune, der mir ins Herz fliegt in genau dem richtigen Moment!

Oder die Karte aus Fair Isle die gestern kam. Die muß jemand vor ungefähr 'nem jahr gemalt haben - da ist nämlich Swift drauf! Find ich....Vielleicht ist das auch die eine Kuh, die es da gibt....



Nachtrag: Das hab ich gestern geschrieben. Wenn ich jetzt aber die heute in gestern ändere und morgen in heute dann klingt das irgendwie blöd... außerdem sehe ich dann nicht mehr durch.... dann brauche ich wieder google...

Google bzw. mein Telefon könnte mir überhaupt öfters helfen... wann ich los muß zur Session sagt mir mein Telefon schließlich auch...
"Jetzt starten, um eines Tages da zu sein, wo Du wirklich hinwillst". Ist wahrscheinlich noch nicht soweit.
Mir ist ein Brief in die Hände gefallen, in dem "someday" steht. Dieses "eines Tages" steht so nicht im Kalender. Ich kann den da auch nicht reinschreiben. Aber ich hab irgendwie die Gewissheit, das es diesen Tag geben wird... eines Tages....


Montag, 6. Juni 2016

Über-Schafe

Mal ein Post über Über-Schafe. Es gibt so welche, die waren irgendwie schon immer da. Wie mein Hammel Alexander. Mein allererstes Lamm. Mit beeindruckenden Hörnern für einen Hammel!

Wenn Kinder bei uns vorbeigehen wenn die Schafe gerade Rasenmähdienst am Haus haben, dann bleiben die immer stehen und gucken Schafe. Und Jungs (fast immer Jungs) zeigen dann auf Alexander und sagen "das ist der Boss"!
Das ist die Prägung unserer Gesellschaft: Der mit den dicken Dingern, muß einfach der Boss sein!
Ich glaub ja immer noch, daß die Jungs das deshalb sagen, weil Alexander einfach aussieht wie ein Boss. Recht haben sie aber trotzdem. Weil ich natürlich nicht so voreingenommen bin, habe ich ziemlich lange gebraucht, um das zu merken!

Dolles Schaf! Ein echter Leithammel! Clever genug, um Gefahrensituationen einzuschätzen, bedächtig und souverän. Eine echte Präsenz. Außerdem meine Mutantenskudde mit der genialsten Wolle überhaupt....

Leider, leider habe ich jetzt lernen müssen wie das aussieht, wenn so ein tolles Tier einen Hitzschlag bekommt. Wahnsinnswolle, übelste schwüle Hitze und der Jüngste war er ja auch nicht mehr.... Ich hätte ja auch ohne Tierarzt drauf kommen können - mir ist es ja auch viel, viel zu warm!  Weil ich mal wieder meinen eigenen Instinkten nicht getraut habe, habe ich ihn nicht nachts reingeholt (kühlt ja ab) und der arme kreislaufgeschwächte Kerl ist in den Elektrozaun gestolpert....
Eines Tages lerne ich vielleicht, auf mein Gefühl zu hören ... wenn da nur nicht immer der Verstand in die Quere käme!
(Ich hör aber auch auf meinen Tierarzt und hab das tote Tier zur Pathologie gebracht - nicht, daß da noch was im Spiel war außer der Hitze)

Ich sitze abends immer gerne bei den Schafen und höre dem gemütlichen Kauen zu und träume.... heute fiel mir auf, wie unaufdringlich, unauffällig der gute Hammel war. Es war kaum zu bemerken, daß er nicht da ist. Nicht weil er nicht "fehlt" - sondern weil "alles ist ruhig" immer schon bedeutet hat, daß er da ist.

Manchmal kann ja sogar ich ganz esoterisch werden....ghost of a sheep... ghost of a memory...

Wenn ich schon über Schafe der Vergangenheit schreibe, darf der Klügste nicht fehlen: Auch ein Hammel. Alles andere als eine souveräne Führungspersönlichkeit aber pfiffiger als alle anderen zusammen! Schafe haben ja einen Warnpfiff. Kommt Nachbars Katze vorbeigeschlendert passiert nichts. Kommt Nachbars Katze auf der Jagd in die Nähe: Pfiff und "Zusammenrotten". Kommt ein Hund: Pfiff und "Zusammenrotten". Das kleine Cleverle hat herausgefunden, daß man das nutzen kann. Wird der Zaun weitergesteckt, stürzen sich alle auf das frische Grass. Und wenn man just in dem Moment pfeift, dann rennen alle zueinander und schauen sich aufmerksam nach der Gefahr um. Da kann man als kleiner Hammel in aller Ruhe ganz alleine Fressen. Von wegen "Tiere lügen nicht!" Die lügen sich gegenseitig die Hucke voll, wenn sie einmal rausgefunden haben, wie das geht!

Einfach nur schön war mein grauer Bock "Nano" - solche muß es auch geben...

Mit zwei Jahren hatte Alexander noch Skuddenwolle. Als ich im Bleiberecht eingeräumt habe, hat er netterweise seine Wolle sofort in ein Träumchen verwandelt! Kann auch nicht jeder....






Freitag, 3. Juni 2016

Ich bin hier - wo bist Du?

Ich bin ja nun "auf Facebook"... ich dachte... keine Ahnung, was ich dachte. Es ist auf jeden Fall "ganz anders". Was ich dort gar nicht gesucht aber gefunden habe: Schafe! Vor allem bunte Skudden. Bis dahin dachte ich ja, Skudden wären "einfach", was die Farbe angeht. Herrjemineh was lag ich falsch!
Aber was Facebook vor allem ist:
Ein Fenster in die Welt durch anderer Leute Augen.

Heute bin ich über ein Meme gestolpert mit den Worten:
What Orwell failed to predict was that we'd buy the camerars ourselves, and that our biggest fear would be that nobody was watching.

Jedes mal, wenn man auf die Startseite geht, ist da dieses Fenster zum Ausfüllen. Da soll man bitte erzählen, was man gerade macht. Aber jedes mal springt mich etwas anderes an: "Ich bin hier". Mit Standortfreigabe.
Und jedes Mal denke ich an den großen Konrad Lorenz und seine Wildgänse. Erinnert Ihr Euch an den Biologie-Unterricht? Die kleinen Gänse und ihr Urbedürfniss zu rufen: "Ich bin hier! Wo bist Du?"

Ich erinnere mich, wie schön es ist, allein zu sein. Ich bin gerne allein. Allein und offen für andere - es gibt soviele tolle Menschen die man trifft, wenn man allein und offen ist.
Ich erinnere mich wie unglaublich schön es ist, wenn man unterwegs ist. Allein und frei - aber unsere moderne Technik macht es möglich, daß jemand auf seinen Bildschirm schaut und sieht, wo das Schiff gerade ist, auf dem ich mich befinde. Ich bin hier - wo bist Du? Ich sehe Dich. "Gefällt mir"....

Der Blog ist eher weniger ein "Ich bin hier, wo bist Du?". Der Blog ist oft einfach nur zum Schreiben aber meistens ist der Blog für: "Boah! Ich hab was cooles rausgefunden! Das soll jeder wissen!"
Der Blog ist auch dafür da, sich öffentlich zu wundern... gerade heute über unser Befürfniss nach "Here I am!" - "Where are you?" Die Cybervariante des Gänsekükens, das in uns schlummert....

Well, here I am - just in case.... aber ich wäre gerne woanders. Ich würde gerne mit den Gänsen fliegen. Und da fällt mir ein ganz furchtbar kitschiger Film ein mit einem meiner 10.000 Lieblingslieder:




Mittwoch, 1. Juni 2016

Wolle 2016 - bald wird geschoren

Eine kleine Vorschau für Wollinteressenten:

Am 11./12.6.2016 werde ich vermutlich scheren. Ich habe Wolle von Skudden und Skudde X Shetland Mixen. Die Vliese der Mixe haben die ganz Bandbreite von "sehr skuddig" bis "noch schöner als der Shetland-Bock".
Die skuddigste von allen ist schon geschoren und hat mich mit ein paar sehr feinen Portionen überrascht:




der Großteil des Vlieses ist allerdings ....skuddig, halt....


Das Wetter in diesem Frühjahr hat leider der Wolle gar nicht gut getan. Der Wechsel aus naß, kalt, warm und wieder naß hat dazu geführt, daß viele Vliese zum Teil angefilzt sind. 
Ich werde bei allen Vliesen die filzigen und eingefütterten Stellen rigoros aussortieren und hoffe, daß noch akzeptable Mengen überbleiben... angefilzte Vliese, die sich evtl. als "Lebendfelle" eignen, bleiben natürlich ganz!