Montag, 18. Mai 2015

Isle of Man

Wahrscheinlich ist das Allgemeinwissen. Für mich war es neu: Die Isle of Man ist gar nicht in der EU! Kein Wunder, daß meine britische SIM-Karte behauptet, hier wäre nun aber ganz bestimmt Ausland und ich könnte teures Roaming haben und sonst gar nix!
Die Isle of Man gehört zu Großbritannien aber nicht zum United Kingdom. Demzufolge ist die Queen hier gar nicht Queen.
Und wenn sie zu Besuch kommt, dann bedeckt der nordische Gott Mannanan die Insel mit dichtem Nebel - denn wenn die Queen die Insel in voller Pracht sehen würde, würde sie dieses Juwel für ihre Krone haben wollen.....

Schön ist es wirklich. Golfstromverwöhnt - mit Yucca-Palmen an den Häfen. Fette grüne Weiden am "Rand" und hohe, rauhe Berge in der Mitte. Ständig denke ich: HIER wurde "Lang lebe ned Devine" gedreht. Oder HIER!
Die alte Sprache gewinnt wieder an Popularität. Die jungen Leute in der Kneipe in Peel flechten immer mal "Manx" ein. So cool ist es dann doch.
Von den alten Schafen hält man nicht viel. Teuer, nix dran, schmeckt - nicht sagen die einen. Ein paar wenige andere sagen, das wäre mit dem leichten Wildgeschmack eine Delikatesse.
Eine Zeit lang war Manx Loaghtan Fleisch ein "designated origin produce" aber scheinbar hat dieses Projekt den Schafen nicht wirklich gutgetan. Zumindest war bei Zeiten soviel "Politik" dahinter mit entsprechenden Egos, die aufeinanderprallten, daß man das wieder gelassen hat. Ähnlich lief das mit der Breed Society.
Jetzt werden die meisten Loaghtans ohne Papiere gezüchtet und wenn sie wieder in die Society wollen, müssen die Züchter per DNA-Test beweisen, daß es wirklich Loaghtans sind... 
Das erzählt mir Pete - er hält die Herden, die zum Cregneash Village gehören. 

Cregneash ist eine Art Freilichtmuseum im Südwesten von Man. Die Häuser sind hier aber nicht hergebracht worden - Cregneash ist ein echtes Dorf. Mit ein paar moderneren Häusern dazwischen. Ein paar der älteren Häuser kann man für längere Zeit mieten. Wer also mal eine richtige Auszeit  - so 6 Monate - braucht: Manx Heritage Trust anschreiben!



Am Dorf steht eine Herde Loaghtans (gesprochen übrigens Loch-ten) und macht sich sehr malerisch zwischen den alten Häusern. Der Rest der Insel sieht deutlich wohlhabender aus. Zum Glück aber nicht verbaut oder mit Ferienbunhäusern zugekleistert.


Auf dem Calf of Man - der Insel an der Südspitze - lebt seit den 70ern auch eine Herde. Die "Reserve". 


Die Schafe werden zwar mehrfach im Jahr zusammengetrieben aber zum Großteil leben sie wild. Auch ohne großartige züchterische Planung: Der stärkste Bock hat die meisten Nachkommen. Gerade bei Rassen mit so winzigem Genpool halte ich diese doch sehr traditionelle "Zucht" für besser, als moderne Herdbuchzucht mit nur einem Bock pro Jahr und Herde. Morgen treffe ich micht mit einer Manx Loaghtan Expertin und bin gespannt auf ihre Meinung.
Außerdem würde ich gerne noch Hintergrundinfos - sprich Klatsch und Tratsch - zum Scheitern der verschiedenen Projekte rund um die Loaghtans auf Man haben. Aber dafür müßte ich mich wahrscheinlich in Cregneash einmieten und erstmal regelmäßig in den Pub gehen ....
Ein paar Impressionen habe ich noch:
Diese Häkeldeckchen hatte man, um das zeug, was aus dem Strohdach bröselt aus der Milch rauszuhalten

Der Webstuhl war leider in keiner guten Verfassung - ist vielleicht ein schönes Ferienprojekt für einen ambitionierten Weber? Manx Heritage anschreiben!

Und natürlich Wolle. Die wird nach Cornwall geschickt und dort vom National Fibre Trust versponnen.

Die Hühner sind hier gelandet, weil sie alle Körperteile in der gewohnten Anzahl haben. Nicht zu wenig wie die Manx Katze (minus ein Schwanz) oder unerwartet viele wie die Schafe (plus multiple Hörner)

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