Sonntag, 8. April 2018

Pommernwolle - ein Traum für Handspinner - Gastbeitrag

Vorwort: Ich freue mich riesig über diesen Gastbeitrag! Rauhwollige Pommersche Landschafe sind nicht nur eine schöne, alte, heimische Rasse - sie haben auch klasse Wolle! (Der Name ist beinahe schon Etikettenschwindel - weshalb sie unter Handspinnern immer noch so was wie ein Geheimtipp ist!)
UND: Für eine Rasse, die es "nur" in grau gibt, sind Pommern farbgenetisch unglaublich interessant! Über die "shades of pommern grey" bin ich auch mit Karin in Kontakt gekommen und habe dann mitbekommen, was sie tolles aus der Wolle macht! 
Wer an Himmelfahrt im Weserbergland unterwegs ist hat Gelegenheit, frische Vliese ab Hof zu kaufen. Mehr dazu am Ende des Artikels!

***

Faszination Rauhwolliges Pommersches Landschaf

Pommernschaf - Strickwolle in verschiedenen Grautönen

Wir - Karin und Christoph - haben eine kleine Herde rauhwolliger pommerscher Landschafe (kurz: RPL), die im Weserbergland auf etwa 250 m ü NN wohnt. Hier grasen sie auf den Weiden rund ums Dorf, am Waldrand und pflegen die Landschaft.
Für die Pommern haben wir uns damals entschieden, weil wir ein genügsames, robustes Schaf gesucht haben, das gute Muttereigenschaften zeigt.
Da haben wir voll ins Schwarze getroffen! Und dann kam noch der Jackpot hinzu: Wolle, die sich toll verarbeiten lässt und von Natur aus unterschiedlich grau ist.
So entstand jahrelang ein handgesponnenes Kleidungsstück pro Winter.

Rauhwollige Pommersche Landschafe

Die Rasse

Die Pommern sind eine der vielen alten, vom Aussterben bedrohten Rassen. Sie stammen (u.a.) vom Zackelschaf ab, das einst  in Europa sehr verbreitet war, damit sind sie recht außergewöhnlich.

Die Farbe

Außergewöhnlich sind auch die Farbe (schwarz mit grauer Wolle) und die Wollstruktur (Mischwolle).  Die Grautöne können jede Nuance von silbergrau bis fast schwarz haben und bieten – ungefärbt – schon ein tolles Spektrum. Die einzelnen Wollfasern sind schwarz oder weiß – die Zusammensetzung ergibt den Grauton.

Unter der Lupe: Das lebendige Grau der Pommernwolle

Die Lämmer


Die Lämmer der RPL werden schwarz geboren. Kopf und Beine der erwachsenen Tiere bleiben schwarz und die Wolle wird (unterschiedlich) grau! Die Schafe haben häufig ein inniges Verhältnis zu ihren Lämmern und wenn die Jungschafe nach der Lammzeit wieder zur Herde stoßen, begrüßen sich die wieder zusammen geführten Familien.

Die Wolle

Das Vlies besteht zudem aus unterschiedlichsten Fasern – wenigen dicken und sehr dünnen und vielen im mittleren Bereich der C-Wollen (C-Wolle: 30-37 µ) – mal mit Tendenz zum etwas feineren B (nicht so erwünscht beim Züchter) mal mit Tendenz zum etwas gröberen D (nicht so schön für den Pulloverbesitzer). Die einzelnen Fasern gehören verschiedenen Kategorien an: Wollhaare, Langhaare, Kurzhaare- bei den Pommern kommen noch Modifikationen hinzu: langwachsendes Kurzhaar und wolliges Langhaar. – (mehr dazu: Gunhild Kurt, Skudden und Pommern haben besondere Vliese, in Schafzucht 9/2008)
Jede dieser Fasern hat ihre eigene Struktur: mit Mark oder ohne, mit Krimp oder Wellung oder ohne. Ziemlich verwirrend. Ziemlich chaotisch.

Wichtig ist eigentlich nur das Ergebnis:
a) am Schaf: die Mischwolle schützt vor Wind und Wetter!
b) für die Nachnutzung durch den Menschen: die Mischwolle lässt sich wunderbar verarbeiten – sie fließt ins Spinnrad – und sie wärmt den Pulloverträger genauso gut wie die Vorbesitzer!

Dabei fühlt sie sich weicher an, als der Name vermuten lässt. Früher hieß die Rasse „Grauwolliges pommersches Landschaf“ und einige der heutigen Züchter gehen wieder zu dieser Bezeichnung über.
Vlies Brunhilde

Ein Blick ins Vlies von Brunhilde, hier noch als Jungschaf, zeigt nicht nur, wie sich das Grau aus hellen und dunklen Fasern zusammensetzt. Man sieht auch, wie sich zwischen den unterschiedlichen Fasern Luftkammern bilden, die das Schaf isolieren. Die Langhaare (Überhaar) sind vor allem im Spätsommer und Herbst deutlich zu sehen, wenn sie über die kürzere Unterwolle herausgewachsen sind. Sie liegen wie ein Regenmantel über dem Vlies,  wie man auf dem nächsten Bild sehen kann: Bella und Nokia nach einer Regennacht im Spätsommer 2017. Zum Winter hin und vor allem bis zur Schur im Frühjahr hat die Unterwolle dann an Länge zugelegt und erreicht gut 80% der Länge des Überhaars.
Pommernschafe - Regen macht ihnen nichts aus

Wir verarbeiten (und verkaufen) die Pommernwolle aus der Flocke, vom kardierten Vlies und als maschinell versponnenes Garn. So gibt es viele Möglichkeiten, den Kleiderschrank zu füllen!

Pullover aus Pommernwolle

Hier sind ein handgesponnen und handgestrickter Pullover und einer aus maschinell versponnener Wolle, der auf der Strickmaschine gestrickt wurde. Der dunklere Teil ist jeweils aus Lammwolle gefertigt. Mir gefiel das Design gut, nur der zuerst gefertigte handgesponnene Pullover war im Büro zu warm. So entstand dann ein zweites Exemplar in Nadelstärke 2,5.

Pommernwolle - grau kann ganz schön 'bunt' sein!

Die vier linken Stränge sind die Grundlage für den handgesponnenen Pullover von oben. Im Hintergrund ein Jungschaf und die im August (2015) frisch geschorenen Lämmer.

pflanzengefärbte Pommernwolle

Graue Wolle mit verschiedenen Pflanzen gefärbt – eine Experimentierreihe aus dem letzten Winter. Die (zum Teil) vorpigmentierte Wolle der Pommern ergibt etwas gedämpfte Farbtöne. Der darunterliegende Pullover hat den ursprünglichen Grauton der Wolle!

Die Schur 2018

Demnächst steht die Schur an, an Himmelfahrt verkaufen wir von 11:00-14:00 Vliese ab Hof in Rinteln.
Wer Lust auf Pommernwolle bekommen hat, findet uns auch im Netz unter: www.rauhwoller-in-rinteln.de.
Hier sind noch Bilder der Vliese vom letzten Jahr zu sehen.
Mehr Informationen zu den Pommern und eine Züchterkarte (vielleicht ist ja ein Züchter in deiner Nähe, der auch noch was abzugeben hat?) www.ig-pommernschafe.de
Die Wolle der Pommern wird in der Zucht hoch bewertet, aber noch schöner ist es, wenn sie nach der Schur auch in gute Hände geht. Das Verarbeiten von heimischer Schafwolle ist ein Beitrag zur Unterstützung und Wertschätzung der Arbeit, die die Schäfer leisten!

Schur 2017 - Rauhwoller in Rinteln

Zum Schluss ein Rückblick auf die sortierte Wolle von 2017- mit Vorfreude auf die nahende Schur.
Karin Höller


Samstag, 7. April 2018

Bunte Herde und erste Schafschur...

Was für eine tolle Überraschung! Ein Paket für mich! Von Sigi

Großzügig zugeklebt.... eine harte Geduldsprobe, wenn man so gespannt ist. Herrlich!
Eine ganze Herde bunter Schafe!

Bunte Schafe

Die hatten gleich mal Weidegang aber haben sich dann recht schnell in den Schatten zurückgezogen!

Bunte Schafe

Und weil ich ja auf Anfrage Handscherkurse gebe und zeige, wie man mit der Handschere Schafe schert, habe ich gleich mal ein Lehrvideo gemacht:

Schafschur

Ja - ein Vlies wird ordentlich sortiert und gerollt!

Montag, 2. April 2018

Schafe haben Namen

Das habe ich vor Jahren schon mal geschrieben... Die haben einfach Namen. Manchmal verraten sie einem den aber nicht. Dann bleibt es bei dem Arbeitstitel, den ich ihnen gebe, um mir Notizen zu machen.

Aber irgendwann fällt einem etwas auf und sie bekommen ihren richtigen Namen.
Manchmal erinnern sie mich an jemanden. Hannah sah einfach aus wie Hannah. Frau Zimmermann hatte die Locken einer Kollegin.

Letztes Jahr waren die Jungs alles Käpt'ns. Aber auch ein Thema schützt nicht vor "echten" Namen: Käpt'n Flint war bald ganz eindeutig Käpt'n HEINRICH Flint. Ein anderer Käpt'n war so ein Schönling, daß ich überlegt habe, ihn umzubenennen in Käpt'n Jack. (Da gibt es gleich zwei Schönlinge: Jack Sparrow und Jack Harkness aus Dr Who).
Der schafige Käpt'n Jack hat das dann selber entschieden: Beim Entwurmen haben alle einen Markier-Strich ins Gesicht bekommen. Käpt'n Jack hat so geschickt gewackelt, daß es eindeutig war:


Aber ganz unabhängig von Assoziationen und Erinnerungen, die die Lämmer in mir auslösen: Was für ein "Namens"-Konzept haben Tiere?

In so einer Herde reicht ja einfach "ey Du" für das Schaf, das man gerade neben sich hat. Das Aussehen, die Bewegungen, der Geruch. Super "Aufhänger" für das Bewußtsein/die Erinnerung - an gute oder schlechte Erfahrungen. Geruch ist ja selbst bei uns stark mit Erinnerung verknüpft.
Da muß man kein Etikett dranhängen, da kommen Gefühle hoch.

Aber Schafe erinnern sich an Gesichter. Auch menschliche. Und das noch nach vielen Jahren. Es gibt da ja zwei interessante Paper. ( In Nature und Royal Society Open Science)
Sie erinnern sich nicht nur an DAS EINE BILD sondern an die Person. Die erkennen sie auch aus einem anderen Winkel (mit ner Fehlerrate, die der Fehlerrate von Menschen entspricht.) Würden die Schafe, die Obama auf einem Bild erkennen, ihn auch "in echt" erkennen? Vermutlich.
Andersrum scheint das jedenfalls zu funktionieren. Schafe, die "wähle ein Bild" gelernt haben, entscheiden sich für das 2D Bild einer Person, die sie (nur) in 3D kennen. (In 7 von 10 Fällen)
Würden sie Obama wiedererkennen, wenn er zehn Jahre älter ist? Auf einem Bild? In echt?

Und vor allem: Denken Tiere - Schafe - an abwesende Kumpels? DAFÜR braucht man auf jeden Fall ein Namenskonzept. 

Sonntag, 1. April 2018

Überwiegend haarig mit vereinzelten Löckchen - die ersten Lämmer bei den Shetlandschafen

Genau wie bestellt! Die Mutter hat das Handbuch für Shetlandschafe gelesen das sagt: "Bock dazu zur Guy Fawkes Night - Lämmer am April Fool's Day!
Zwei kleine Aprilscherze! Die sogar schon Namen haben. Also Arbeitstitel. Schafe haben ja Namen. Und irgendwann verraten sie mir die auch. Die Mutter von diesen beiden hat das hartnäckig nicht getan.

Da Saskia und ich ja versuchen, den Überlick über die Shetlandschafe in Deutschland zu behalten, mußte für die "Datenbank" ein Name her. Kann man sich einfach besser merken als Nummern.

Shetlandschaf Gan Ainm

Da steht jetzt eine "Gan Ainm" drin. Das ist irisch für "ohne Namen" und so heißen in der irischen Musik all die Tunes, an deren Namen sich keiner erinnern kann...
Die Namen für ihre beiden Lämmer sind mir schon gestern in den Kopf gehüpft. Spuds und Tattie.

Shetlandschafe Tattie und Spuds
Beides Begriffe für Kartoffeln. Da habe ich dann ne Chance, meine Idee mit "thematischen Namen" weiterzuführen. Die Nachzucht der einen bekommt Namen irischer Kartoffelsorten, die der anderen welche von schottischen Sorten!

Interessant ist bei den beiden das Geburtsfell! Darüber habe ich gerade viel gelesen.
Bisher dachte ich, Skudden hätten alle die gleiche Art Geburtsfell. Bei Shetlandschafen gibt es welche mit "dog coat" (das ist wie bei Skudde - haarig wie ein Hund) und solche mit... anderem Fell. Wie "richtige" Schafe mit kleinen, feinen Löckchen. Den hundehaarigen sagt man mehr Wetterfestigkeit nach.
Auf das erwachsene Vlies kann man angeblich nicht schließen.
Jetzt habe ich gesehen, daß es auch Skudden mit sehr lockigem Geburtsfell gibt. Nicht ganz so klein und fein wie bei Shetlandern aber sehr lockig. "Persianerfell".

Ich würde ja jetzt gerne schreiben, wie das so ist mit dem Fell und wann man wie eine Vorhersage machen kann aber... ich seh nicht durch. Da haben sich viele Wissenschaftler mit beschäftigt und ich versteh kein Wort. "Pre curly curly tip" und "Heterotrich" und "Halo Hair" und das eine wird dies, das andere das und... mittendrin steht dann mal, daß das alles ganz einfach wäre! Ha!
Aber immerhin habe ich eine Aussage gefunden, daß man bei Skudden und Pommernschafen so ab 10 Monaten eine Vorhersage machen kann...
Das hat Gunhild Kurt herausgefunden, die DIE Expertin für Skudden- und Pommernwolle ist und die ich auf den Lofoten beim Blutpfannkuchen-Workshop getroffen habe.

Auf jeden Fall ist Spuds sehr maulwurfsfellig. Kurz, dicht und eher glatt als lockig.

Shetlandschaf Spuds

Tattie dagegen ist "dog coated" mit stellenweise kleinen Löckchen.

Shetlandschaf Tattie

Die Schwester aus dem letzten Jahr war halbiert. Vorne krisselig, hinten haarig. Mit so 5 Wochen fallen diese Lammhaare aus (bei so zutraulichen Schafen merkt man das - da sieht man aus, als hätte man nen Labrador gestreichelt) und dann wenn die Lämmerhaare ausgefallen sind, sieht man keinen Unterschied mehr.

Kerfuffle (Shetlandschaf mit so 80er Jahre Stulpen.... what a feeeeling!.....) und: Hinten dog coat, vorne Krissel-Löckchen
Bei ihr sieht man auch, welchen Unterschied der Haartyp bei der Farbe macht: Der "haarige" Teil ist kräftiger rötlich als der krisselige. Deshalb haben Haarschafe auch als Erwachsene noch so tolle Farben.

Samstag, 17. März 2018

Happy St Patrick's Day!

... und gaaanz viele tolle Tunes! Ich hab die Tage viel mit Inkscape gespielt und natürlich war da der Bock vom Farbbuch wieder mit dabei: 


Angefangen habe ich mit einem Tutorial "wie man ein Glas macht". Ich hab das Weinglas durch ein Guinnessglas ersetzt und gleich mal "Spiegelung" ausprobiert.... 



Und ein klein wenig sinnvoller - ich hab mich auch an Infographics versucht. 
Irgendein Thema mußte herhalten... warum also nicht Musik und Patrick's Day? 


Patrick's Day Entscheidungshilfe


Inhaltlich ist das Käse. Es gibt ja Leute, die mögen Auftritte. Bei mir sah das schon beizeiten so aus: 




Gig oder Session? Session!
Welche Fragen man sich da zwischendurch stellen könnte, ist irrelevant...

Ich werde auf jeden Fall heute in Leipzig sein und mindestens die halbe Nacht Tunes spielen! Die andere Hälfte... da hoffe ich, daß sich einer der Hunde überreden läßt, in den Schlafsack zu krabbeln.
"Happy Camper"-Wetter ist anders...





Freitag, 16. März 2018

a story - not a tune - today

The world is full of stories. Full of fascinating people - with stories that are a joy to hear! And great fun to tell. Couldn't make it up...
No need to make it up in real life but, well...
Making up stories ... thought I'd try my hand at fiction.

Learning to write short stories seemed a nice thing to do. (Nicer than a boring old tune...) Been a  while since I thought this up - with today being 'The day' - to put on the blog whatever I came up with... 

It is much, much harder than I thought!

First question - as always in writing: Who do I write for? 
That one's easy: I always know who I write for. So here you go...

What I wanted was... something slightly scary. Childhood fears. Fears that still lurk. Fears you can't find words for. 
What are the words that can find those fears? Just tickling them enough to make them stirr but not enough to wake them? Not enough to take shape - just a shadow below you in the water... 

needed a good bit of treasure hunting to locate this candle....
it  has been lurking in the scary depths of a drawer for ages.
Biding its time....  this candle knows about 'drama'!

Turned out it is easier to start out with something that is not scary. And I'm having second thoughts... Should have thought about something better. But well, today's the day. There'll be more. Days and thoughts and stories ... 
The real stories behind this are way more fascinating (to me) than what I am able to write.... Sandy Cove. Morphed into other beaches.... Little Nigel who I minded when I helped out in the chreche in Castletownbere all those years ago (and the day everybody was allowed to throw ONE stone into the sea - he worked hard to drag a massive rock to the shore!)
and people who told me about their sea monsters...
The world is full of stories. And waters that are deep and dark.....

***

in the water

"You really can’t swim?" I switch off the car’s engine and stare at him in the rear view mirror.
"No"
A meek no. Little voice. Little boy.

"Why didn’t you tell me?"
I think, ‘why didn’t your parents tell me? I said I’d take Nigel to the sea, didn’t I?’

"You wouldn’t have taken me here." He beams at me. Delighted by his own cleverness that tricked me into going to the beach with him. "Nobody takes me to the beach ever …"
He jumps out of the car and runs to the stairs that lead down to the water.

But you know the way from the car park well enough, don’t you? 
"Oi! Come back here! Won’t you help carry our stuff?" I shout after Nigel. He is my neighbour’s little boy. Shy and quiet and nice to have around. I enjoy minding Nigel.

He runs back to me, graciously relieves me of one towel, and we walk down the weathered wooden steps together.
Sandy Cove. One of my favourite places - secluded and peaceful and sheltered by steep cliffs that are speckled with clumps of tiny pink flowers. I love to come here, stretch out on the warm sand, listen to the waves and think about all the little wonders that surround us. How do these flowers manage to grow out of pure, vertical rock?
I guess I’ll not get much of a chance to daydream today!

"Do you want to learn how to swim?"

"No!" The shrillness of his voice surprises me. His eyes wide open as if I’d asked him to…. I don’t know... eat something disgusting. Like brussel sprouts.
"When I’m a grown up I will swim."
That - apparently - is a fact. One that doesn’t involve learning how to swim as a kid. You grow up. You swim.
"They won’t get me then," he adds.

He will make that face! I just know that he will! The face that kids make when you’re being a silly adult asking silly questions. But I ask anyway, "who?"

He stops and there it is! The face! He puts on a voice to go with it when he says, "the Joes!"

"The Joes? Who are they?"
That look again! But he is trying to be patient with me. "You know! The Joes! Ampy Joe and… the other Joes!"

We keep on walking down the stairs to the incredibly white sand. Nigel seems satisfied. All’s said.
Down on the beach he points out shells and names them. He even knows the names of different kinds of seaweed! Or maybe he makes them up to test me. Trying to find out if I really don’t know the most basic things about the sea and its creatures.

"Nigel?"
"Mh?" He drops the ‘skellington of a sea urchin’ and looks at me.
"Will you tell me more about the Joes? Pretend I never heard about them. Pretend I’m a stranger."
A sly grin. "Mustn’t talk to strangers."

"Ah come on! Are they scary?"
He squints at me. Thinking hard whether this is a game or a test or whether I’m just plain stupid.
But I know Nigel. He likes to lecture. He even looks like a little professor when he does. His posture changes and I can nearly see the tweed jacket and old fashioned bow tie!

He stares at the waves. "They live in the water. Any water. The river. And the lake. And the sea."
"And the indoor pool? Do they live in the indoor pool, too?"
I get a scolding look for interrupting.
"And the indoor pool. Any kind of water. But not the bath or the shower."
Good to know. I was going to ask…
Apparently that’s all there is to know about habitat.

"Ampy Joe is nice," Nigel goes on after thinking for a bit.
"And the others?"
"They aren’t!"
"Ah yes. I see. What are their names?"

He doesn’t answer but bends down to pick up a tiny shell. Holds it up with one hand and….
did he really just straighten that bow tie he is not wearing with the other hand?

He is excellent in his role. Pretending I have never been to the sea and need to be told everything!

"This," he declares, "is a periwinkle! You can boil them and then you can eat them, you know?"
I do. And I want to hear about the mysterious Joes. Not swap recipes. But Nigel is in full ‘little professor mode’ now. "You boil them in a pot and then you take them out and get them out of their shells with a toothpick. They’re all curly and wobbly. And there’s always sand! They are crunchy - and yucky!"

I try to get him back to his story, "do the Joes eat periwinkles?"
That seems to work!
"The Joes eat everything in the sea. They eat… periwinkles and mussles and urchins and…"
I can hardly believe he is running out of sea creatures to list!
"...fish!"
He seems happy with his knowledge of Joe diet!
"And they are always in the water! All the time! They swim. And they can swim UNDERWATER! Aaaand… they can hold their breath for TWO hours!"

He’s scanning the sand again. I scan, too. Hoping there is nothing interesting there. I want to get him talking before the little professor gets distracted by yet another thing! I’m really intrigued by the Joes now and why Nigel won't swim before he is an adult.

"What do they look like?"
"Ampy is the smallest. But he looks like the others. He is just smaller!" He looks at me - uncertain, reading my face. But at the same time daring me to contradict him or question his expertise on all things Joe!

I try an encouraging nod. He’s frantically scanning the ground again. Sweet little boy - he’s making it up as he goes along and needs some inspiration. But there’s nothing there. Just sand.

"Horses!" he says, "they look a bit like horses!"
Nigel is like an oyster! All he needs is a grain of sand and he is off to form a pearl of a story around it!

"They are like those huuuuge horses! You know? They have long tails and...and … they have flippers!"
"Not hooves?"
"No-o! Flippers! And they swim real fast! Faster ‘n a boat! And they can hold their breath for two hours!"
And so I learn that they are like massive, big horses with flippers that live underwater. Except for Ampy Joe! He’s only little! A little horsey, flippered creature. But he, too, can hold his breath for two hours. Actually HE can hold his breath for three hours! I get one other name: Grumpy Joe. He’s the worst! I also learn that the horse-like creatures don’t talk but sometimes they screech. Like the seagulls. Loud. Like a choir of seagulls! Which I think is an odd phrase for him to use. Is it a squabble of seagulls? I’m sure I read that somewhere...

"Will we take off our shoes and walk in the water, Nigel?"
No! We won’t! The thought really scares him!
Is this parent psychology gone a bit too far? A little boy so obsessed with the sea and its creatures that it seemed a good idea to stop him from wandering in - with a story? What does he think the Joes will do to him? I better not ask. We keep our distance to the water’s edge.

"They eat periwinkles. And urchins. And seals!" His voice sounds dreamy now. "And they can’t see properly under water. Like me - when I hold my breath and open my eyes in the bath. It stings!" He looks up at me. All sincere. All professor in his invisible tweed jacket and bow tie. "They can’t see properly and that’s why they think little kids are seals - or fish. And they drag them down."
Ah! That’s it then! Horse-like sea monsters that drag you down. I wonder if he practises holding his breath in the bath to be prepared. Just in case he will not grow awfully tall - or the Joes’ eyesight deteriorates until he is an adult. They could still mistake him for a seal if he doesn’t grow tall. But no. Adults are fine! He will swim as soon as he is a grown-up. Better not give him any doubts about that!

I brought a blanket and a picnic and we find a nice spot. Close to the rocks. They are between us and the water and give shelter and shade. Nigel flops down beside me and stares at me. "But…."
Poor little soul. Is there more that scares him?
"But what, Nigel?"
"But…. EVERYBODY knows about the Joes!"
"Well, I didn’t. But I do now! Thank you!"

It’s a lovely day and we have the tiny beach to ourselves. Nigels skips and hops over the sand and picks up treasures to show me. Seaglass and shells and a huge orange buoy.
He lectures again about seaweed and creatures of the sea. I recognise some of the names. So he probably really knows all those things…
"How come you know so much about the sea? You said you don’t come here often?"

A deep hearted sigh is all I get at first.
"Nobody eeever takes me to the sea…"
He has the disappointed look of a little boy that got promised a cool toy for christmas but then finds an embarrassing T-shirt that will get him bullied in school.
"But I dream about it. Every night"

I send him off treasure hunting again. And listen to his lectures when he comes back. Listen to his dreamed up knowledge of the sea.
I could do with some dreaming now, too. Would be lovely to fall asleep in the warm sand. Nigel wouldn’t wander off into the water.
But he might climb the cliffs or do some other silly thing that gets him hurt.
No -  it’s my turn to sigh…

"Nigel... I’m a grown-up, right? I can go for a dip in the water, can’t I?" (I bite my tongue not to add ‘although I’m not very tall’)

He’s fine with letting me go for a swim. He sits down on our blanket and sorts his shells by size around the buoy.

The cold water wakes me up in an instant. So lovely to let the waves carry me up and down. And out. Just a bit.
Poor Nigel. Missing all this liquid niceness!
Freezing cold at first but after a minute or two it’s pure bliss to float in the water. Turquoise closer to beach - turning a dark blackish green when I get to the dip. The edge where the white sand ends and the sea quite suddenly gets really deep. There’s an undercurrent here that will knock you off your feet if you walk in the shallow water and get too close to the dip. 
Divers like Sandy Cove. Dark rocks and underwater caves that are so very tempting to explore.

I pause to look back and watch Nigel. Still engrossed in sorting his marine treasures.
Getting upright gets my legs into the really cold water. Dark and icy cold - mysterious deeps full of unknown wonders. The fresh, salty smell of the turqouise water is replaced by a smell of... stirred up darkness. 
Something small and silvery flits past. Too fast to make out. Some little fish in a hurry to get away from something. Nigel would probably have a name for it.

Nigel! I hear him scream!
Loud!
Screeching!
I feel my heart beat like mad as I look out for him on the beach while the waves kick me up and drag me down. Trying to swim back fast with seaweed suddenly getting tangled around my leg.
He’s on top of the rocks. Stares at me in panic. His hands pressed on his his ears. Screaming, screeching. With…. his mouth shut?
Screeching like… a choir of seagulls?


Traum vom Meer
dream of the ocean

Dienstag, 13. März 2018

Die Schäfer brauchen Hilfe!

Heute war Demo in Berlin. Für die Weidetierprämie und den Erhalt der Schäferei.
Neulich habe ich dazu einen Artikel gelesen, der echt gut war. Jetzt wollte ich den teilen und find ihn nicht mehr.
Die Artikel, DIE ich gefunden habe, gefallen mir nicht. Deshalb in eigenen Worten. Ohne Zahlen und Fakten. Die gibt anderswo. Zum Beispiel beim Bundesverband der Berufschäfer

Hauptakteur des Artikels war Sven de Vries.  Verlinkt habe ich hier mal einen Artikel aus der TAZ.
Sven war mal Programmierer und wurde dann Wanderschäfer. Nicht nur aus Jux und Dollerei und nicht nur für ein paar Monate oder Jahre sondern ernsthaft. Mit Leib und Seele. Und mit Technik auf der Weide. Er zieht über die schwäbische Alb und twittert über sein Leben und seine Schafe.

Außerdem sieht er aus wie Catweazle! So 'ne "Type" ist pressewirksam. Und mit Twitter, Facebook und Co (Elektriktrick....) erreicht er Leute.

Die wenigen Schäfer, die wir noch haben, profitieren (hoffentlich) davon!
Vielleicht setze ich ihn hier zu sehr in den Mittelpunkt aber das ist eigentlich egal - Sven hat eine Online Petition gestartet für die Weidetierprämie. Seine Präsenz in den Medien könnte helfen, daß viele Leute aufhorchen bei dem Thema!

Um die Weidetierprämie ging es auch heute in Berlin.
Worum geht es da im Detail? Eine pro-Tierkopf Prämie für Schäfer. Es geht NICHT darum, kauzigen Aussteigern ihr Leben im Bauwagen zu finanzieren. Es geht um ein Erbe und um Zukunft.

Der Zusammenhang von artenreicher Kulturlandschaft und Schäferei ist komplex und den kann ich hier nicht wiedergeben. In aller Kürze: Schafe erhalten Kulturlandschaft. Und Kulturlandschaft ist etwas besonders.... Landschaften, die wir (mit unseren Nutztieren) seit vielen Jahrtausenden geformt haben. Die Natur hat sich daran angepaßt. Mit extremem Artenreichtum! (Wesentlich artenreicher als der Buchen-"Urwald"). Wer mehr wissen will, für den habe ich eine Buchempfehlung: Geschichte der Landschaft Mitteleuropas.
Ein Kulturerbe und ein Naturerbe: Pflanzen, Insekten, Vögel, Nager, Reptilien und diverse Säugetiere...

Schäferei ist Nostalgie. Aber nicht nur im Potkartenformat.... nicht nur der malerische Schäfer mit seinen Schafen und Hunden und der Weste mit den 52 Knöpfen für die 52 Weidewochen....

Schäferei ist nostalgischer Artenreichtum!
Die Subventionen in der Landwirtschaft dagegen sind auf Effektivität ausgerichtet. Auf Ertrag und Leistung.

Lammfleisch isst hier kaum jemand und Wolle heimischer Schafe ist ein Wegwerfprodukt. Geld kommt höchstens aus der Landschaftspflege. Weil diese Landschaft irre wichtig ist. Soweit, so gut!

Nun gibt es aber doll viel Geld für Flächen und wenig für Landschaftspflege (und DER Papierkram muß irre sein!) Wer Land besitzt, bekommt Geld. Wer das Land beweidet, guckt in die Röhre. Wer riesige Monokulturen mit Raps und Mais anbaut oder Silo macht für das Vieh im Stall, der bekommt aus dem großen Topf.
Wer sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr arbeitet, um seinen Schafen eine gute, traditionelle, tiergerechte Haltung zu bieten UND traditionelle Landschaft zu erhalten, der sieht davon nix. Die Schäfer besitzen das Land nämlich nicht (oder selten.)

Genau da setzt die Weidetierprämie an: Es geht nicht um zusätzliches Geld. Es geht um Umverteilung. Die EU Regelung sieht das vor. Die EU ist nämlich FÜR Förderung von Vielfalt. 22 Staaten machen das auch schon... die Bundesregierung setzt auf "Leistungsförderung".

So ganz prinzipiell.... es gibt Berufe, die aussterben. Braucht keiner mehr. Dann ist das halt so.  Aber bei der Schäferei sehe ich das anders. Das ist eine Nostalgie, die wir uns leisten sollten.

Nicht für Catweazle in seinem Bauwagen auf der schwäbischen Alb. Für Artenvielfalt und einfach nur für die Schönheit von ... Heidelandschaft, Trockenrasen mit Orchideen, Insekten und Vögeln und kleinen bunten Oasen in der Wüste riesiger Agrarmonokulturen und Betonwüsten...



Und irgendwie ist da noch mehr... noch mehr "Erbe"... Wer mit Schafen zu tun hat, kann nicht mehr anders.... das machen wir Menschen seit 10000 - ZEHNTAUSEND - Jahren.
Und deshalb gibt es noch ein paar Leute, die mit nem Stundenlohn von 6,20 - ohne Wochenende und ohne Urlaub mit und für die Schafe leben.

Petition #SchäfereiRetten