Sonntag, 11. August 2019

Sheep can heal hearts - social competence in small ruminants

I heard the other day that the Navajo say that sheep heal hearts.
Sheep are social animals. That's not news. What many people don't know is that their leadership skills surpass those of primates (including humans).
One of my favourite topics: if you want to be an exceptionally good leader, don't lead like a lion. Lead like a sheep!
More about that and some research and anecdotes behind that later. And probably as a book.
Just now I... want to contemplate a thought I had. In English because I hope for lots of feedback and stories that people might be willing to share.

Let me start with a little background for readers who are not 'half sheep'...
Sheep are social. Sheep are flock animals. Which means they don't only need 'a mate'. They need a flock. Some people say three sheep are minimum, some say 15. I say: it depends. Every sheep needs to see other sheep. At all times. Or at least know that one is over there. Some sheep and some breeds of sheep (like Shetland sheep) are brave and clever and content. Others are flighty and easily scared (and often extremely clever too - to escape dangers!)
So an average sheep, as a flock animal, grazes with a little distance to others. They have good peripheral vision but a predator stalking them could still creep up. Every sheep looks out for them while grazing. To feel calm and safe a sheep wants to see other sheep being calm. Knowing that they are watching out too. Put simply: the more calm sheep (who are all constantly watching out for dangers) are in one individual's field of vision, the safer the world is.
If one sheep in a flock is suddenly alert but lots of others are still calm, one individual who sees the alert sheep will not panic. But if a critical mass of others stop grazing and look up, it will look up too. (In case the first one sees danger that nobody else sees, she will give a warning whistle!)

OK. So that's sheep behaviour in a nutshell to set off what I was wondering about the other day.

To go and sit with my sheep is soothing. They ground me with routines I do and they go with the seasons. That connects me. They are good for heart and head. Lambs having fun are great to watch. Sheep are good for calming the mind. Most animals are. A dog will come and try to make you smile. Dogs often seem to apoplogise when we seem sad or angry. Sheep don't do that.

On a normal day when I sit with my sheep they do what they do. Graze or chew cud or bounce over the pasture. But when I am really, really sad and the world gets too much they... come and lie at my side. They lie down close by and chew cud and are as relaxed as only sheep can be. Not just one. Enough to be a critical mass.
And the place I sit down is not one they normaly lie.

Sheep are extremely good at reading other species' thoughts. Neighbours cat out walking? Fine. Neighbour's cat in hunting mode? Whistle. A dog on a walk? Fine! Sheepdog? Stand to attention! Same with me when I have a knife in my pocket to trim feet. I can't pretend innocence enough to fool a sheep! Lying to a human is comparatively easy, lying to a sheep impossible. Sheep can be lead with heartfelt confidence but not with insecurity in a pretend shell. Watch a real shepherd with a huge flock!

So this is what I thought the other day: it is not a coincidence! Sheep are not only soothing because they give structure to a day and force us out from under the blanket where we would love to hide. It is not only soothing because we watch gentle creatures being content and chew cud. I am convinced they do this on purpose. When I am sad and feel lost they make it so that I see as many of them as possible being content and calm. Not trying to cheer me up. Just saying - very clearly -  that all is well for now!

Sheep can heal hearts

Maybe there's a lesson here for us.


Any anecdotes or moments you are willing to share: please do so! Either as a comment here or drop me an email.
books(at)driftwool.de

Donnerstag, 13. Juni 2019

Warum Böcke sich kloppen...

Der mit den dicksten Dingern ist der Boss?


Die Verhaltensforschung hat ja so einiges überdacht im  Laufe der Zeit. Mein Lieblingsbeispiel ist der kluge Hans. Erst hat man dem Pferd menschliche Fähigkeiten zugestanden (Rechnen können) und dann war man extrem enttäuscht, dass das Tier gar nicht rechnen kann. Über diese Enttäuschung hat man die wirklichen Fähigkeiten lange Zeit übersehen.
Und auch sonst wurden Tiere aus einem seltsamen Blickwinkel betrachtet. Zum einen sehr menschlich / anthropozentrisch und zum anderen abgrenzend zu uns. Gefühle, Liebe, Spaß oder Fähigkeiten, die wir für besonders gut halten, können die nicht haben. Dafür aber Ambitionen, die wir wiedererkennen. Die vielleicht vor allem die überwiegend männlichen Verhaltensforscher wiedererkannt haben...
Dominanz. Der Stärkste hat Zugang zu Ressourcen. Der stärkste Bock mit den größten Hörnern deckt die meisten Zibben. Der prügelt sich seinen Weg zum Sex. Die Hörner sind Waffen! Je größer, desto besser.
Darwin selber hatte da eine andere Idee. Die selbst von seinen Anhängern ignoriert wurde. Die Evolution der Schönheit. Die besagt, dass die Weibchen eben nach Schönheit selektieren. Das passte lange nicht ins Weltbild und so wurden absolut übertriebenen Merkmalen "Fitnessmerkmale" zugeordnet. Wer mit so irrem Gefieder überleben kann wie so mancher Paradiesvogel, muss ja besonders fit sein. Oder: Diese Phänotpyen sind bestimmt genetisch mit besonderer Fitness gekoppelt und deshalb kommen sie bei den weiblichen Tieren so gut an.
Kann sein. Dass die Kämpfe von Böcken doch überwiegend rituell sind, ist ja klar. Die bringen sich nicht um. Eine Beobachtung fand ich besonders spannend:
Ich weiß leider meine Quelle nicht mehr aber es ging um Bighornschafe. Die wurden in ihrem "Kampfverhalten" beobachtet.
Da war ein gestandener Altbock. Und ein pupsiger Winzling, der ihn aufforderte. Der Alte hätte ihn ignorieren können, wenn es um "gewinnen" ginge. Oder von der Schulter wischen wie einen Fliegenschiss. Er hätte ihn auch mit einer Kopfbewegung wegschleudern können. Hat er aber nicht. Er ist drauf eingegangen. Und das hat zum Glück den Wissenschaftler fasziniert!
Es gab also einen ungleichen Show-Kampf. Mit viel Krawumms. Und dann... kam eine Zibbe um die Ecke. Und noch eine. Angezogen von dem Geräusch.


Mit einer Hand kann man nicht klatschen!
Ohne den pupsigen Lammbock hätte der Altbock niemanden anlocken können!

Und wie immer komme ich auf eine gedankliche Tangente... während so ein Altbock ganz schick rituell seinen "Kampf" vorführt und beschäftigt ist, hat so mancher Winzling seine Chance... Und DAS erinnert mich an einen Freund... Der konnte toll Gitarre spielen und singen. Uih! Was waren die Mädels angetan! Nur... er wusste nicht so recht, was er nach dem Spielen machen sollte. Also hat er weiter gesungen. Bis dann alle Mädels mit einem der anwesenden Jungs abgezogen sind...


Der weiße ist übrigens ein Hammel. Null Interesse an weiblichen Schafen. Aber diese rituelle Krawumms-Nummer fand er gut! Oder er hat seinem Bock-Kumpel den Gefallen getan...



Dienstag, 28. Mai 2019

Schafe und Wolle in Europa - das Buch in der Vorschau

"Gibt es eigentlich ein Buch, in dem die Wolle der verschiedenen Schafrassen beschrieben ist?"
Ja
"Auf deutsch?"
Nö. Aber bald!
Ich freue mich sehr, das hier schon mal vorstellen zu können:

Wolle europäischer Schafrassen
Mit der niederländischen Autorin bin ich durch die Shetlandschafe in Kontakt gekommen. In Zusammenhang mit dem Buch hatte ich angeboten, dass ich ja mal drübergucken könnte... nicht, dass in der Übersetzung Fachbegriffe falsch (oder "ungewöhnlich") übersetzt wurden.
Also: Ich hab mal drübergeguckt! Und glaube, dass wird eine echt nützliche Ressource für all die experimentierfreudigen Spinner und Filzer (und bestimmt auch für Schafhalter), die Interesse an der unglaublichen Vielfalt der Schafe haben!

Betty war so nett, mir einen Text über sich und die Idee zum Buch zu schreiben, den ich für den Blogbeitrag übersetzt habe.
Eine Beispielseite gibt es auch, allerdings auf niederländisch:

Wollbuch - Beispielseite Texelwolle

Betty Stikkers, Schafe und Wolle in Europa


Mein Name ist Betty Stikkers. Ich wohne in dem wunderschönen Dorf Oijen, an der Maas. Zusammen mit meiner Freundin Linda züchte ich seit 25 Jahren Shetlandschafe.
Außerdem züchten wir Sherinos. 75% Shetland und 25% Merino. Schöne Schafe mit toller Wolle - die allerdings sehr fein ist und nicht jedem Spinner liegt.
Wir haben angefangen, die Sherinos mit Longwools zu kreuzen. Das gibt wunderschöne Tiere mit klasse Wolle. Sehr vielfältig!

Die Frage “Wieviele Rassen gibt es und wie ist deren Wolle?” war der Auslöser dafür, Bücher über Schafe und Wolle zu schreiben. Das sind vor allem Nachschlagewerke mit vielen Bildern und vielen Informationen. Zuerst gab es eine Niederländische Version. Wir haben viele Schafrassen hier. 69 Wollrassen. Immer mehr Menschen begeistern sich für das Spinnen und Filzen und suchen Informationen zu diesen Rassen.

Dann habe ich angefangen, über einen weltweiten Wollführer nachzudenken. Aber Veranstalter von Wollkursen hier und im Ausland haben mich zuerst um eine englische und Deutsche Version gebeten.
Glücklicherweise habe ich die Zeit dazu und kann das Buch selber erstellen, was die Kosten unter Kontrolle hält.

Von all der Wolle die ich bekommen, lasse ich den Mikronwert testen. Dann teste ich eine Probe: filze 20g und weitere 20g werden von Theres Akkermans versponnen, die eine sehr erfahrene Spinnerin ist.
Gefilzt wird die Wolle aus dem rohen, ungewaschenen Vlies. Alle zur gleichen Göße ausgelegt und gefilzt in der Waschmaschine unter gleichen Bedingungen (2x bei 60°, 1,5h).
Natürlich kann man Wolle wunderbar mit der Hand filzen aber mir geht es darum, eine Einschätzung abzugeben, wie gut die Wolle filzt, wie stark sie schrumpft, etc.

Theresa geht mit ihrer Erfahrung ähnlich vor.
Besonders wichtig in dem Buch sind die Bilder! Sie sollen die Eigenschaften und den Charakter der Schafe wiedergeben aber sie sollen auch einfach schön sein! Das hat besonders lange gedauert. Es gibt wunderbare Bilder im Internet, die hervorragend geeignet wären. Dazu muss man “nur” den Fotografen ausfindig machen und die Nutzungserlaubnis einholen.
Geplant ist, dass die englische und die deutsche Version Ende Juni erhältlich sind!


Update

Es ist erhältlich! Mehr hier


Dienstag, 23. April 2019

Papageienliebe

Mal wieder eine Geschichte aus der Wissenschaft. Genauer gesagt: Ein Nebenprodukt. Eine Geschichte am Rande, die schon viele Jahre her ist... Fiel mir heute ein, weil ich an Papageien gedacht haben.
Also: Graupapagei Alex. Da Papageien ja sprechen lernen können, hat sich eine Biologin mal näher damit beschäftigt. Alex sollte aber nicht einfach lernen, Laute nachzuahmen. Es ging darum herauszufinden, ob ein Sprachverständnis möglich ist. Also hat sie dem Papagei das Sprechen im Kontext beigebracht. Zwei Menschen sind im Raum mit Alex, einer sagt "Erdnuß" und bekommt vom anderen eine Erdnuß. So in der Art. Auf diese Art hat Alex beispielsweise Konzepte wie "größer und kleiner" gelernt. Es gibt dazu auch Veröffentlichungen.
Die Biologin, die sich viele Jahre mit Alex beschäftigt hat, hat sicher auch einen Namen. An den kann ich mich aber nicht erinnern...
Die charmante Geschichte spielt am Rande. Alex mußte zum Tierarzt. Vielleicht musste ihm der Schnabel gekürzt werden... Also hat die Biologin ihn zum Tierarzt gebracht. Alex fand das ziemlich furchterregend und hatte echt Angst. Also hat er in seinem Kopf gekramt nach etwas, was er sagen könnte. Etwas, was ihm in dieser Situation hilft, ihn vielleicht sogar dort rausholt....  Er sagte "I love you"!
Ich wäre dahingeschmolzen! Aber unabhängig davon ist das total faszinierend. Er zeigte damit ein ziemlich komplexes Verständnis von Kommunikation. Er konnte die Emotionen oder Reaktionen auf seine Wörter einordnen. Und zwar die Reaktion einer komplett anderen Spezies auf Laute, die er in seinem natürlichen Umfeld nicht machen würde. In seinem Vokabular war das der Satz, der für "bitte lass nicht zu, dass mir weh getan wird" steht. Oder "Ich hab Angst. Mach, dass das weg geht". "I love you" ist ja kein konkreter Satz. Nicht wie "gibt mir bitte eine Erdnuss". Der Kontext, in dem der Satz vorher gefallen ist, war aber sicherlich immer sanft und gut und ... lieb. Worte in Situationen, die das Gegenteil von seiner jetzigen waren.

Hühnchen. Ich hab kein Bild von nem Graupapagei

Mich erinnert das an Vivienne. Ein kleines Mädchen in Irland. Ich hab als Au-pair auf sie aufgepasst. Sie war 1,5 als ich kam und hat mit Sprechen auf Deutsch und Englisch angefangen. Mit ziemlich coolem Verständnis dafür, was welche Sprache ist und wer die spricht. Mit der Ausnahme, dass gelber Löffel und yellow spoon zu "gelb spoon" und "lellow Löffel" wurden. In diesen Kombis klingt das auch viel passender... Worauf ich hinauswill: Als ich ging, konnte sie ja noch nicht sonderlich viel sprechen. So ein Jahr später war ich wieder da und hab sie gefragt, ob wir deutsch reden wollen (auf deutsch). Das war ganz schön viel verlangt. Man konnte es rattern sehen in ihrem Kopf. Das war eine Frage und sie suchte eine Antwort. Sie sagte "Schmetterling". Das einzige Wort, dass sie noch lange verwendet hatte. Auch, weil die Eltern das immer mal gesagt haben (weil sie es so cool fanden). 
Sie hätte einfach "Häh?" sagen können. Oder - wenn sie die Frage wirklich verstanden hat - "Nein". Aber sie wollte ja. Und hatte darauf nur eine einzige Antwort. Schmetterling.

Mittwoch, 20. März 2019

Spieglein, Spieglein an der Wand....

Über Schafe gibt es spannende Forschung. Die Sache mit der Gesichtserkennung ist ja schon ein alter Hut.
Einige Publikationen klingen erstmal langweilig. Und wenn es um Neurologie geht, klingen sie auf den zweiten Blick ganz schön kompliziert. Aber in fast jedem Paper finden sich Schätze. Z.B., dass Schafe sich aus diesen und jenen Gründen als Modell für neurologische und psychiatrische Störungen eignen. 
Psychiatrisch?
Das ist ein weiter Weg von Descartes, der einen Hund an ein Scheunentor genagelt hat um zu demonstrieren, dass das Tier KEINEN Schmerz empfindet sondern rein mechanische Laute von sich gibt.
Und es ist auch ein weiter Weg vom "klugen Hans". Das Schreckgespenst der Verhaltensforscher: In die "kluger Hans-Falle" zu tappen! Wer den klugen Hans nicht kennt: Das war ein Pferd. So um 1900. Das gehörte einem Lehrer der meinte, ALLES und JEDEN unterrichten zu können. Also hat er seinem Pferd beigebracht, zu rechnen. Erfolgreich! Hans konnte rechnen! Er hat mit dem Huf die Antwort geklopft. Die Menschen waren begeistert! Und Hans konnte richtig schwierige Sachen ausrechnen. Jeder dachte, das wäre ein Trick. Pferde können sowas nicht. Der Besitzer gibt doch heimlich Zeichen! Aber auch, wenn der Besitzer gar nicht dabei war und ein völlig Fremder die Aufgabe gestellt hat, hat er richtig gerechnet! Eine Sensation!
Irgendwann kam man dahinter, dass das gar nicht stimmt. Wenn NIEMAND der Anwesenden die Lösung wußte, wußte Hans die auch nicht. Der hat einfach nur geguckt, wann jemand so guckt, als wäre DAS der spannende Moment zum Aufhören! Nix Rechnen! Der Besitzer war so enttäuscht! Ich glaub sogar, er hat das Pferd geschlachtet. 
Nun ja: In diese Falle dürfen wir nicht tappen! Glauben, dass ein Tier mehr kann, als es kann. Uns täuschen lassen. Falsche Schlüsse ziehen! Bloß nicht in die "kluger Hans Falle" tappen!
"Die Wissenschaft" war peinlich berührt, diesen Fehler gemacht zu haben. 
Und ist darüber in die wahre "kluger Hans Falle" getappt: Sie haben völlig übersehen, WAS das Pferd konnte! Es konnte die Erwartungshaltung einer anderen Spezies lesen. Dazu reichte ein einziger Mensch in einer Menge, der das Ergebnis kannte. Immer neue Menschenmengen, unklar, wer der Signalgeber ist und wie seine/ihre individuellen Signale aussehen. 
Zur wahren kluger Hans Falle gehört auch, dass Berichte von Tierhaltern nicht ernst genommen wurden. "Der versteht jedes Wort". Vermutlich nicht aber: WAS tut er? Ist das vielleicht viel cooler, als "Wörter verstehen"? Border Collie Rico hat mit seinem Wetten, dass? Auftritt eine Revolution ausgelöst. Was kann der wirklich? Und wie macht er das? Wie können wir das herausfinden, ohne in Fallen zu tappen?

Was ist mit den "dummen" Tieren? Was können die? Wie machen die das? Was ist in ihrer Welt wichtig? Das ist ihre Intelligenz. 

Ich liebe es, den Versuchsaufbau zu lesen. Bei Schafen ist das auch die Sache, dass sie eben Herdentiere sind. Das sind wir auch. Nicht so sehr aber auch wir bekommen Angst, wenn die meisten rings um uns rum Angst haben. 
Es gab da mal einen Fall in London, da hat in der U-Bahn einer jemanden angepöbelt. Der hat zurückgschubst und die Leute ringsum sind nen Schritt zur Seite gegangen. 
Zur rush hour wurde das ganz schnell zu einer Massenpanik! Dank Twitter und Co wurden daraus binnen Minuten Schüsse im Einkaufszentrum über der U-Bahn-Station! 

Schafe haben das "eingebaut" auf die anderen zu achten. Das macht Einzeltests schwieriger. 

Schafe im Spiegel

Aber jetzt endlich zum Spiegel: Ich habe ein Abstract gefunden, in dem Spiegeltests gemacht wurden. Können Schafe ein Spiegelbild zur Orientierung nutzen? Ich habe den Artikel noch gar nicht aber der Abstract war vielversprechend. Die Schafe konnten Schüsseln mit Belohnungen finden. Ein Teil der Schafe wurde mit Spiegeln vertraut gemacht, die scheinbar eine Zeit lang einfach da standen. Ein anderer Teil kannte keinen Spiegel. Beim Test konnten sie dann die Schüssel im Spiegel sehen aber ohne Spiegelbild konnten sie sie nicht sehen. Es ging darum herauszufinden, ob ihnen das Spiegelbild einen Vorteil bringt und sie die Schüssel schneller finden, als sie das ohne Spiegel tun. Spoiler: Nö! 

ABER: Es waren verschiedene Rassen im Test und die haben sich bei der Spiegelgewöhnung deutlich unterschiedlich verhalten! Black Welsh Mountain haben viel mehr Zeit vor dem Spiegel verbracht als Norfolk Horn!

Wie gesagt: Ich habe den Artikel noch nicht. Aber die Unterschiede sind spannend! Kommen die verschiedenen Schafe der gleichen Rasse aus der gleichen Herde mit der gleichen Geschichte?Aber egal wie: Es gibt da Unterschiede und es gibt Gruppenunterschied e. Schafe sind rassistisch. Das hört man als Anekdote immer wieder. Aber warum? Was läßt sie ihre Bezugsgruppe erkennen? Aussehen? Körpersprache? Da finde ich "bunte Schafe" wieder sehr spannend! Für uns Menschen ist ein weißes Schaf erstmal was anderes als ein schwarzes. 
Lass jemanden, der keine Schafe kennt, eine graue und eine weiße Heidschnucke und ein graues und weißes Shetlandschaf sortieren in zwei Gruppen: Die meisten werden weiß zu weiß sortieren. DAS machen Schafe nicht! Trotzdem war von meinen ersten zwei Shetlandschafen das, das farblich besser passte, auch schneller akzeptiert. Aber die hat auch einen anderen Charakter. Kann also sein, dass auch die Farbe eine Rolle spielt, muss nicht. 
Überwiegend weiße Border Collies haben es schwer. Braune auch.

Schafe SIND unser Spiegelbild. Aber wie im Spiegelkabinett ist nicht alles so, wie es scheint! 
Shetlandschafe im Spiegel

Ich habe gestern einen Spiegel mit rausgenommen, um für diesen Beitrag ein Bild zu machen. Boah! Ist das spannend!
Mein klügstes und mutigstes Schaf (Gan Ainm) war begeistert. Ich wollte ein schickes Bild und nicht wirklich die Reaktion beobachten aber das werde ich nachholen! 
Gan Ainm wirkte freudig. Und dann irritiert von der Reaktion des Spiegelbilds. 
Ich habe von netten Menschen Videos bekommen, wie Schafe sich kennenlernen. 
Ich kann mich recht gut erinnern an "neues Schaf in Herde". Aber nicht gut genug. Wenn die aufeinander zugehen, tun die das gleichzeitig? Oder geht eins, während das andere steht und dann andersrum? Wirkte Gan Ainm erschrocken, weil es ein Geräusch gab, als ihre Nase den Spiegel bwrührte? Weil sie ein anderes Gefühl oder einen anderen Geruch erwartet hat? Oder eine andere Reaktion? 

Die dicke Dörthe schien eher selbstverliebt. Aber sie ist auch gegenüber echten fremden Schafen ruhig, offen und tiefenentspannt. 

Und ich überlege jetzt, ob ich den Spiegel hinter einer Horde (gegen Verletungsgefahr) aufstelle. Mit Webcam drauf. Nicht wirklich wissenschaftlich aber interessant!


Käpt'n Mini Moi im Spiegel

Mittwoch, 13. März 2019

Genau die richtigen Worte finden...

... ist eine Kunst! Dies ist der Anfang eines Buches über Wissenschaft. In dem es darum geht, dass dieses wissenschaftliche "Auseinandernehmen" der Welt ihr nichts von ihrem Zauber nimmt. 

“We are going to die, and that makes us the lucky ones. Most people are never going to die because they are never going to be born. The potential people who could have been here in my place but who will in fact never see the light of day outnumber the sand grains of Arabia. Certainly those unborn ghosts include greater poets than Keats, scientists greater than Newton. We know this because the set of possible people allowed by our DNA so massively exceeds the set of actual people. In the teeth of these stupefying odds it is you and I, in our ordinariness, that are here.We privileged few, who won the lottery of birth against all odds, how dare we whine at our inevitable return to that prior state from which the vast majority have never stirred?” 
― Richard Dawkins, Unweaving the Rainbow: Science, Delusion and the Appetite for Wonder


Mir fällt da nur ein: Hammer! Wow! Wie macht er das? Ist das nicht schön? Und: DAS will ich können!