Irgendwo müssen sie doch sein, die Hebridenschafe! Ich dacht mir, ich guck mal auf Nord und Süd Uist und Barra. Man munkelt... man mumkelt es gäbe da einen, der hat hundert Hebridenschafe! Finden konnte ich den nicht. Dafür habe ich Strände gefunden. Kilometerlange Sandstrände mit türkisfarbenem Meer. Ganz ohne Schafe und ganz ohne Menschen! Uist - vor allem Nord-Uist - ist traumhaft schön! Wo kein Strand ist, ist Moor und Heide. Zusammen mit dem Lied von Julie Fowlis, das fast pausenlos im Auto lief, war es fast nicht auszuhalten. So schön!
Montag, 31. August 2015
Donnerstag, 27. August 2015
A North Ronaldsay Yarn
Auf North Ronaldsay haben sie eine Mini Mill. Auf die war ich sehr gespannt. Die Mini Mill ist eine kleine "Wollmühle" - Wäscherei, Kardiererei, Spinnerei. Für den kleinen Bedarf. Hergestellt werden die auf Prince Edward Island in Kanada. Eine steht auch in Deutschland - die verarbeiten aber leider keine Skuddenwolle (sind, glaube ich, auf Alpaka spezialisiert).
Über so eine Mini-Mill denken einige Leute nach - z.B. auf verschiedenen Inseln in Shetland. Die eigene Wolle zu Garn verarbeiten, neue Jobs schaffen, Kontrolle über den Prozeß, alles lokal,....
DIe mini-Mill auf North Ronaldsay läuft seit fast 10 Jahren. Untergebracht ist sie im Lighthouse. Die Finanzierung dafür war eine spannende Geschichte - ich glaube, Billy Muir war da voll in seinem Element! Auch der Prozeß, die Mill in Betrieb zu nehmen und zu lernen, wie man welche Wolle am Besten verarbeitet und wie die ganzen Maschinen eingestellt werden müssen, war spannend zu hören. Da hatte ja keiner eine Ausbildung dazu oder Erfahrungen in einer großen Spinnerei.
Über so eine Mini-Mill denken einige Leute nach - z.B. auf verschiedenen Inseln in Shetland. Die eigene Wolle zu Garn verarbeiten, neue Jobs schaffen, Kontrolle über den Prozeß, alles lokal,....
DIe mini-Mill auf North Ronaldsay läuft seit fast 10 Jahren. Untergebracht ist sie im Lighthouse. Die Finanzierung dafür war eine spannende Geschichte - ich glaube, Billy Muir war da voll in seinem Element! Auch der Prozeß, die Mill in Betrieb zu nehmen und zu lernen, wie man welche Wolle am Besten verarbeitet und wie die ganzen Maschinen eingestellt werden müssen, war spannend zu hören. Da hatte ja keiner eine Ausbildung dazu oder Erfahrungen in einer großen Spinnerei.
Die Wolle der Schafe aus North Ronaldsay ist gar nicht so unähnlich der Skuddenwolle. Das sieht man beim Scheren am Besten. Die Muttern mit Lämmern sind da sicherlich nochmal etwas anders als die "Jungs" aber auch bei den Muttern hat man gut die Varianz gesehen. Einige mit viel Stichel- und Grannenhaar, andere mit ganz wenig....
Ein Teil der derberen Haare wird in einer der Mini-Mill Maschinen aussortiert. Der de-hairer ist sowas wie eine grobe Karde. Ein paar Walzen mit eher groben Metalhaken, die die Wolle von einer Walze auf die andere "bürsten". Die schwereren, dicken Haare fallen dabei runter. Das funktioniert ziemlich gut.
Dienstag, 25. August 2015
North Ronaldsay
Mit nur wenigen Tagen Verspätung schaffe ich es, das hier zu veröffentlichen... ab jetzt ist definitv Schluß mit Chronologie..... ich hab noch soviel über Shetlandschafe und über Woolen Mills und, und, und,.... Aber jetzt erstmal "neulich auf North Ronaldsay":
In meinem Notizbuch habe ich unter "Kontakte Orkney" notiert: North Ronaldsay - Billy Muir, weiße Haare, lacht viel, sowas wie der "Prime Minister", schönen Gruß von R.E. ausrichten.
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| Billy Muir |
Gerade bin ich mit Billy durch die pechschwarze North Ronaldsay Nacht gefahren. Im Bagger. Billy hat ein wenig Ähnlichkeit mit mit Louis de Funes und ist mindestens so amüsant.
Als Lighthousekeeper von North Ronaldsay hat er bis 1998 so manche Nacht die Musik seiner Lieblingsband (schottische Trad Musik) volle Kanne aufgedreht, während er gemacht hat, was so'n Leuchtturmwärter halt macht..... er hat einiges bewegt auf der kleinen Insel und hat dafür nen Orden von der Queen bekommen.
An einem der ersten Tage schleppt er mich zu einer Teilzeitbewohnerin - eine echte Lady von und zu und ihren Freunden. Unter anderem ein alter "oceanic explorer" - ein Schatzsucher, wie er selber sagt. Offiziell Unterwasser Archäologe. Wenn diese Leute so sind wie sie sind, weil sie sich in 30 Jahren angepaßt haben an North Ronaldsay, dann ist das eine echt abgefahrene Insel!
Spät am Nachmittag gehen Billy und ich dann Schafe scheren. Ist gar nicht so richtig das Wetter und eigentlich macht er das nur, um mir einen Gefallen zu tun. "Da geb ich ihr ein einfaches und dann kann se sagen, sie hat auf North Ronaldsay ein Schaf geschoren....." mmmhhh...
Die Schafe am Strand sind schon geschoren, die Muttern mit Lämmern auf den Weiden in-by sind noch dran. Eingepfercht wird, indem Billy mit seinem kleinen roten Autochen wie ein Irrer über die Weide kurvt. Spaß inne Backen....
Als wir dann anfangen bin ich echt froh, daß ich das mittlerweile ganz gut kann.... unsere ersten Schafe sind gleichzeitig geschoren ... danach ist er aber ein Eckchen schneller. Schert fünf wo ich vier schaffe. Ich überleg mir, ob das nicht die Rate ist, in der man hinter seinem "Gastgeber" zurückbleiben sollte, selbst wenn man schneller könnte.....
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| entspanntes Scheren |
Die Schafe sind leicht wie Federn. North Ronaldsay Schafe leben am der Küste. Seit 200 Jahren umgibt eine hohe Mauer die Insel und hält die Schafe vom guten Weideland fern. Damals meinte der Laird - der Besitzer der Insel - die Landwirtschaft müsse dringend modernisiert werden. Das alte Runrig System, nachdem Streifen von Land reihum getauscht werden (damit jeder gleichviel vom guten wie vom schlechten Land hat) fördert nicht gerade Verbesserungsmaßnahmen. Was ich dieses Jahr habe und gut pflege, hat im nächsten Jahr jemand anders. Der profitiert davon und ich bekomm olles Land.
Wichtiger als die Landwirtschaft war aber der Seetang. Damit ließ sich hier lange gutes Geld verdienen (als Dünger und für die frühe Pharmaindustrie) und darauf hat man sich verlassen. Als dieses Geschäft zusammenbrach, war es höchste Zeit für Veränderung. Das Land wurde fest aufgeteilt, es wurden Kühe gezüchtet und Getreide angebaut. Die Schafe blieben auf einem Streifen an der Küste. Ein bißchen Wolle und das ein oder andere Schaf für den Eigenbedarf. Diese Modernisierungsmaßnahme, die die Schafe wortwörtlich "außen vor" gelassen hat, hat eine der ältesten Schafrassen bewahrt. (Um diesen Titel streiten Soays und North Ronaldsays - Soays sind vermutlich älter aber es gab "Einkreuzungen" die es bei den North Ronaldsays nicht gab).
Die Schafe haben sich angepaßt. Wenig Gras, viel Seetang - North Ronaldsays haben einen anderen Metabolismus als normale Schafe - Kupfer ist auch ein Thema genau wie Arsen. Viel Salz, wenig Frischwasser. Ein Freß- und Ruherhythmus, der sich nicht nach Tag und Nacht sondern nach Ebbe und Flut richtet.
Ca. 1500 Schafe leben an der Küste. Der Sheep Court ist hier das "grazing committee". Zucht erfolgt nicht nach "Standard" oder Farbe oder Schlachtgewicht sondern eher nach Bauchgefühl und persönlichem Geschmack. Jeder schickt ein paar Böcke an die Küste - insgesamt vielleicht so 50 und wer, wann, mit wem Lämmer macht, ist Sache der Schafe.
Wichtiger als die Landwirtschaft war aber der Seetang. Damit ließ sich hier lange gutes Geld verdienen (als Dünger und für die frühe Pharmaindustrie) und darauf hat man sich verlassen. Als dieses Geschäft zusammenbrach, war es höchste Zeit für Veränderung. Das Land wurde fest aufgeteilt, es wurden Kühe gezüchtet und Getreide angebaut. Die Schafe blieben auf einem Streifen an der Küste. Ein bißchen Wolle und das ein oder andere Schaf für den Eigenbedarf. Diese Modernisierungsmaßnahme, die die Schafe wortwörtlich "außen vor" gelassen hat, hat eine der ältesten Schafrassen bewahrt. (Um diesen Titel streiten Soays und North Ronaldsays - Soays sind vermutlich älter aber es gab "Einkreuzungen" die es bei den North Ronaldsays nicht gab).
Die Schafe haben sich angepaßt. Wenig Gras, viel Seetang - North Ronaldsays haben einen anderen Metabolismus als normale Schafe - Kupfer ist auch ein Thema genau wie Arsen. Viel Salz, wenig Frischwasser. Ein Freß- und Ruherhythmus, der sich nicht nach Tag und Nacht sondern nach Ebbe und Flut richtet.
Ca. 1500 Schafe leben an der Küste. Der Sheep Court ist hier das "grazing committee". Zucht erfolgt nicht nach "Standard" oder Farbe oder Schlachtgewicht sondern eher nach Bauchgefühl und persönlichem Geschmack. Jeder schickt ein paar Böcke an die Küste - insgesamt vielleicht so 50 und wer, wann, mit wem Lämmer macht, ist Sache der Schafe.
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| Meine Notizen: Lug Marks auf North Ronaldsay |
Im Herbst mischt sich unter das Tosen der Brandung das Donnern der kämpfenden Böcke..... Diese Schafe sind etwas ganz besonderes und Billy Muir ist nicht nur ein Fuchs sondern auch ein geschickter Marketingexperte, dessen Herz ganz doll für die kleinen Schafe schlägt. Er hat sich zum Beispiel persönlich auf den Weg gemacht und hat Chefköchen im wahrsten Sinne das Fleisch schmackhaft gemacht. Erst in einem großen Hotel in Orkney, später bei den "Big Names" in London.
Samstag, 22. August 2015
Bilder von North Ronaldsay
Wenn man es geschafft hat herzukommen, läßt man schonmal absichtlich den Rückflug sausen....( der aber eh ausgefallen wäre...) was ist es herrlich hier! Bevor ich groß schreibe über North Ronaldsay und die Seetang fressenden Schafe, schonmal ein paar Bilder:
Montag, 17. August 2015
Was soll DAS denn sein?
"Was soll DAS denn sein?" sagt der Mann an der ersten Tankstelle in Kirkwall.
An der zweiten heißt es ganz entrüstet: "Wir sind nicht SO ein Laden!" Dabei gibt es da den ganzen üblichen Ersatzteil-Krempel, den man so an ner Tankstelle erwartet.....Der hatte SOWAS aber auch noch nie gesehen. Ich hab auch ganz bestimmt nix seltsames gesagt. Ich hab's gezeigt....
Wahrscheinlich fahren hier alle so moderne Autos, bei denen man gleich ganze Komponenten austauscht, wenn mal 'ne Sicherung rausfliegt.
Hoffentlich ist North Ronaldsay so eine Insel wie Cape Clear oder Foula - ein Jurassic Park für Autos. Da gibt es SOWAS bestimmt noch!
Sonntag, 16. August 2015
Frustkauf
Suche ich schon lange. Irgend'nen halbwegs ansehnlichen Untersetzer, damit ich bei ganz, ganz miesem Wetter den Kocher auch mal im Auto anschmeißen kann.
Jetzt hab ich was mit Wortspiel! Und mit Puffin!
Samstag, 15. August 2015
North Ronaldsay
DA kommt man schwer hin! 2,5h Stunden mit der Fähre von Kirkwall. Wenn man Pech hat, dann kann man nicht anlegen und fährt wieder zurück.
Wenn man noch mehr Pech hat, passiert am nächsten Tag das Gleiche!
Danach ist erstmal Schluß mit weiteren Versuchen. Die Fähre fährt nur an zwei Tagen in der Woche - daß sie es am nächsten Tag nochmal probiert haben, war ne Ausnahme.
Danach ist erstmal Schluß mit weiteren Versuchen. Die Fähre fährt nur an zwei Tagen in der Woche - daß sie es am nächsten Tag nochmal probiert haben, war ne Ausnahme.
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| Nach dem zweiten Versuch wird schnell über die Seite abgeladen.... |
Das erste Mal, daß ich sowas wie einen Reiseplan hatte: Kirkwall, North Ronaldsay, Trials in Nordschottland und dann zur "Champion of Champions" Show der Shetlandschafe in Lanark. Jetzt grübel ich gerade auf einem Alternativplan rum. Erst Trials, dann Show, dann North Ronaldsay? Oder auf die Trials verzichten? Sind nix dolles und davon gibt es ja noch mehr aber da sind ein paar Handler aus Shetland und das wär schon witzig, die zu treffen...
Das war gar kein schlechter Plan.... Ich lese jetzt erstmal meine Broschüre über North Ronaldsay Schafe und dann suche ich mir vielleicht ein Restaurant, wo es die zu Essen gibt!
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| hätte ich bestimmt über Amazon kaufen können.... |
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