Freitag, 12. Juni 2015
Strandgut
Donnerstag, 11. Juni 2015
Passing Places
Mittwoch, 10. Juni 2015
Boygroups
Die meisten Schafe leben hier ja "halbwild". Wenn vorhanden, kommen die Muttern mit den kleinen Lämmern auf bessere Weiden aber beizeiten (oder da, wo es keine besseren Weiden gibt) laufen alle ziemlich frei auf den Bergen. Oft ist das auch "common grasing" - Allmende - wo mehrere Farmer ihre Schafe grasen lassen. Wer wieviele dort laufen lassen darf, bestimmt meist das "grazing commitee" oder es wird vom Landbesitzer vorgegeben und die Weiderechte sind Teil des Pachtvertrags.
Wenn man hier öfters in der Landschaft steht oder geht oder auch fährt (aber vor allem, wenn man abends im Auto liegt und gar nicht auffällt) kann man die Schafe wunderbar beobachten.
Die Lämmer sind schon ganz ernste kleine Schafe und mümpeln fleißg am jungen Grass. Aber manchmal bilden sie kleine Gangs und toben wild die Hügel rauf und runter. Mutters Rufe werden ignoriert. Bis sie sich plötzlich alleine fühlen und den Weg zurück nicht mehr wissen. Dann ist das Drama groß! Die Wiedersehensfreude auch! Dann braucht auch das mutigste große Lamm einen ordentlichen Schluck Trostmilch! Wenn der Tag schön war und das Futter reichlich und die Dämmerung aufzieht, dann packt auch die Muttern "der Flitz"! Unsere Schafe zu Hause jagen dann wie angestochen über die Wiese - die dicke Dörthe kann plötzlich wilde Bocksprünge und steht den kleinen Skudden in nichts nach!
Hier am Nordende Schottlands bekommt man das Schauspiel mit dramatischen Hintergrund geboten: Oben auf dem Hügel am Leuchtturm sieht man die Silouetten von Schafen und Lämmern mit wilden Sprüngen Richtung Steilküste hopsen! Grandios!
Die Muttern bleiben dabei unter sich. Tagsüber ziehen die Muttern mit ihrem Lamm (hier meist nur eins) als Mutter-Kind-Paar oder als lose Gruppe über die Berge. Oder liegen gemütlich am Straßenrand und käuen wieder.
Die Böcke dagegen bilden Boygroups. Die sieht man so gut wie nie mit den weiblichen Schafen in der Gruppe. Ich hab ja großen Respekt vor Böcken aber die Jungs hier sind echt cool! Trifft man so eine "Jungsbande", dann kommen sie gucken. Nicht vorsichtig und auch nicht neugierig. Auch nicht drohend. Die kommen mit der sehr selbstbewußten Ausstrahlung, daß sie (und ich) ja wissen, wessen Terrain das hier ist!
Sonntag, 7. Juni 2015
Fähre fahren!
Die Bewohner bekommen auch hier keinen Rabatt aber bei 30 Pfund pro Auto und 6 Pfund pro Person ist das vermutlich Ok. Dafür gibt es dann 1,5h Stunden Überfahrt. Wenn die Fahrt nicht gestrichen wird. Was zwischen der Isle of Skye und Isle of Harris erstaunlich oft vorkommt. Wenn man es geschafft hat, auf eine fahrende Fähre zu kommen, erwartet einen in Tarbert ein nettes Hafenörtchen und eine unglaubliche Landschaft - wie auf dem Mond!
Der Abfahrthafen in Stornoway auf der Isle of Lewis dagegen wurde mir als enttäuschend beschrieben. Ich fand die Stadt allerdings gut. Nicht schnuffelig, nicht bunt oder romantisch sondern eine graue kleine "echte" Stadt. Mit dem coolsten Tweedladen überhaupt! Eine Rumpelbude sondergleichen!
Ich wunder mich ja immer, warum Deutsche im Ausland keine anderen Deutschen sehen wollen und sich freuen, wenn sie nicht als solche erkannt werden. Aber so richtig viele und so richtig lange möchte ich weder Deutsche noch Schotten sehen..... und es sind ganz schön viele Wohnmobile und Campervans und Autos unterwegs. (Schottland hat auch echt wenig Straßen. Da wird es ganz schnell eng, auch wenn eigentlich keiner da ist....)
Auf den Straßen der äußeren Hebriden gibt es meist nur eine Spur und immer mal "passing places". Erstaunlich, wie flüssig man da auch mit Gegenverkehr fahren kann! Obwohl der Gegenverkehr jetzt nicht soooo doll ist...
Samstag, 6. Juni 2015
Die Islands - Isle of Skye, Isle of Harris
Freitag, 5. Juni 2015
Hebriden-Schafe: Gibt's ja gar nicht!
Es spielen hier aber auch alle mit! Die Frau im Spinnladen hat steif und fest behauptet, es gäbe die Schafe hier recht oft. Nicht in den kommerziellen Herden aber in kleineren Hobbyherden der Crofter. Ha!
Wir kamen drauf als es um vierhornige Schafe ging. Bei den Hebridenschafen sieht man heute viel mehr zweihörnige. Zum einen haben die keine Probleme mit split eyelids, zum anderen sind vier Hörner echt oft im Weg. Nicht nur dem Scherer, manchmal auch dem Schaf beim Fressen! Außerdem können die Böcke sich richtig böse gegenseitig verletzen!
Beim Verhalten (Hüte-)Hunden gegenüber habe ich nur den Vergleich mit Shetlandern gehört: Ein Hebridenschaf rennt los aber bleibt dann stehen. Um wieder loszurennen, wenn der Hund Druck macht. Ein gutes "Trainingsschaf" für den jungen Hütehund. Die Shetlander dagegen spritzen in alle Richtungen auseinander und rennen. Und rennen. Und haben echt Spaß am Rennen! Ein gutes "Trainingsschaf" für der superguten Hund, der auf die ganz großen Wettbewerb vorbereitet werden soll und der mal richtig was zum Nachdenken braucht.
Sonntag, 31. Mai 2015
Wolle
Die Feinheit der Wolle wurde traditionell im "Bradford Count" gemessen. Der besagt, wieviele Meter Garn man aus der Wolle spinnen kann. Je feiner, desto mehr.
Das System hier läuft so, daß man vom Wool Marketing Board Säcke bekommt. Man muß die Vliese auf eine bestimmte Art rollen und den allergröbsten Dreck entfernen. Jedes Vlies wird dann später in fein, mittel und grob sortiert und die einzelnen Feinheitsgrade gewogen. Danach wird man bezahlt. Oller Schiet wird einem um die Ohren gehauen.
Das ist in Deutschland anders. Da, wo es überhaupt noch Wollsammelstellen gibt, landet alles. Schiet inklusive. Und noch mehr. Die Schäfer sagen, daß sie für bessere Preise auch besser sortieren würden, die Sammelstellen sagen, daß sie erst mal bessere Wolle sehen wollen, bevor sie mehr bezahlen!
Wolle ist nicht gleich Wolle. Selbst die Wolle der "Wikingerschafe", hinter denen ich ja her bin, ist von Tier zu Tier und erst recht von Rasse zu Rasse unterschiedlich. Meine kleine Probensammlung besteht erst aus drei Locken und paßt noch in das Fach unter'm Autoradio..
Richtig gut ist der Preis für die seltenen Longwools. Blue Faced Leicester liegt bei 5 Pfund, Wensleydale bei 3 Pfund. Und da ist ordentlich was dran. Kann schon mal in Ausnahmefällen bei 11kg pro Schaf (Lincoln Longwool) liegen! Diese Wolle ist lang (bis zum Boden) und fein und glänzend. Und war Grundlage des britischen Reichtums im Mittelalter. Mittlerweile sind die Rassen super selten und nur weil das Angebot noch viel geringer ist als der kaum vorhandene Bedarf, kommt es zu diesen Preisen. Die Schafe sind auch sehr anspruchsvoll und damit teuer in der Haltung!

Die "modernen" Shetlander haben das nicht mehr. Die haben "single coat". Nur noch Wollhaare. Aber davon einen richtig dichten Pelz, der scheinbar auch gut schützt. Eine Züchterin aus den Cheviot Hills im Norden Englands hat mir allerdings erzählt, daß ihre Shetlander im ersten Jahr schon ganz schön gelitten haben.













