Sonntag, 18. September 2016

gen Norden....

Aufregend! Mehr Landschaft als Kilometer. Obwohl wir gut Strecke gemacht haben. Ich hab ja schließlich nen Termin! Von Alvs Hof ging es erst weiter durch typisch atlantische Heide - auf Fähren über Fjorde und auf Inseln. Während die alten Häuser der Heidebauern klein und schnuckelig sind mit ein paar Schuppen ringsum, werden die alten Bauernhäuser langsam größer und höher. Es gibt immer öfter Stallungen und Scheunen. Die Landschaft wird langsam nördlicher, die Bäume herbstlicher. Irgendwann sieht es richtig nach “nördlich” aus: Die Bäume weiter auseinander, dazwischen Weidenröschen, Preiselbeeren, Seggen, Heide, Sumpf…. Eine erste Vorahnung von “Tundra”. Eine gelb-orange, weite Landschaft. Erste Rentierflechten. Dann ein langer Tunnel kurz vor Trondheim. Und dahinter…. deutsches Mittelgebirge!!!! Hügelig, kleinräumig, wogende Getreidefelder! Völlig unerwartet! Gerste und Hafer -  die Ernte hat gerade erst begonnen.
Das habe ich nicht erwart… ziemlich schräg! Weserbergland mit skandinavischen Höfen. Noch schräger, daß durch die “deutschen Mittelgebirgsfelder” ein Elch trabt!
Ich hab tatsächlich meinen ersten Elch noch vor dem ersten “Achtung Elch”-Schild gesehen!
Dann wird es wieder nördlicher…. finde ich… und die Bäume immer herbstlicher. Birken in strahlendem gelb und dazwischen ein paar Eschen in leuchtendem rot. Die Weidenröschen geben dem ganzen einen Hauch von “Prairie”.



Hier ist Einöde. Kein Haus, kein Internet. Aber tolle Parkplätze entlang der großen E6.
Wasserfälle, die die steilen Hänge hinunterrauschen. Am nächsten Tag haben wir genug Kilometer gut gemacht und können wieder abbiegen. Entlang der Küste, von einer Fähre zur nächsten. Wir hören “Herr der Ringe” und die Landschaft paßt dazu. Steile Berge, wilde Landschaft. Die nächse Fähre bringt uns über den Polarkreis. Auf Kreuzfahrtschiffen gibt es da immer eine “Polartaufe”. Kenne ich aus dem Fernsehen. Da schüttet der Käptn den weiblichen Passagieren Eiswürfel in den Ausschnitt. Oder so…. Das war schon immer so! Zumindest vor 88 Jahren, als mein Opa ganz hier in der Nähe unterwegs war.
Mein Opa - gleich hier um die Ecke.... neulich erst....

Damals hat man scheinbar auch der männlichen Besatzung Eiswürfel irgenwohin geschüttet. So, wie er guckt, war es nicht der Ausschnitt! 

hinten das Polarkreisdingsi - vorne immerhin ein Rettungsring

Ich wollte das Bild eigentlich nachstellen aber ich hatte keinen weißen Kittel und es haben dann doch ein paar Leute geguckt….
Kurz vorher hält die Fähre an einem Ort, den sie nur anläuft, wenn man das eine Stunde vorher anmeldet. Der lacht mich schon die ganze Zeit auf der Karte an…. Es gibt so Orte auf der Landkarte…. Irgendwer hat scheinbar angerufen. Wir nicht. Wir fahren weiter. Nach Norden....

mein diesjähriger Geburtstagsbadestrand.... wenn denn morgen die Sonne scheint....

Irgendwann ist es einfach nur “wild”: Steile Felswände von 0 auf 900 Meter. Oben ein riesiger, hellblauer Gletscher. Ich hab noch nie einen Gletscher gesehen! 



Ich war noch nie so weit im Norden. Und ein Blick auf die Landkarte lockt.... mit noch mehr "Norden" und noch mehr Inseln....

Schnaps ist teuer! Deshalb sind die Marshmallows so winzig, daß maximal 200µl Ouzo reinpassen :)

mini mini mini Lagerfeuer.... (für mini, mini Marshmallows... und gaaaanz viel Träume)

Samstag, 17. September 2016

Schafe in Norwegen - Impressionen mit Telefonfotos

Auf der Kamera sind schon ungefähr einhunderttausend Bilder von alten norwegischen Schafen. Old Norse Sheep, Gammelnorsk Sau, Utegangersau, Villsau.... wie auch immer die heißen. Das ist halt der ganz alte Schlag. Die hießen vermutlich einfach nur "Schafe" .... bis man im 18. Jh. auch die norwegische Schafhaltung modernisieren wollte und "big white sheep" importierte. Da gerieten die alten in Vergessenheit und wurden erst in den 1950ern "wiederentdeckt". Gerade noch rechtzeitig. Es gab ein paar hunder Tiere, die fast wild auf einigen Inseln lebten. Deshalb "villsau" - Wildschaf. Heute ist das ein eingetragenes Markenzeichen.
Aber soviel wollte ich gar nicht schreiben. Nur ein paar Bilder vom Telefon teilen. Die "guten Bilder" (hoffentlich!) kommen dann später.

Was zuallererst auffällt - zumindest mir: Die Norweger mögen E-Netze. Und zwar die, mit den starren Senkrechten. Die hat hier fast jeder.
bunte Schafe überall

Dann fallen einem die Rassen auf. Die alten, die fast aussehen wie Skudden (in fast der gleichen Vielfalt von "grau")

unerwartetes Wiedersehen mit ein paar besonders netten Villsau

und dann die moderneren kurzschwänzigen, die Spaelsau - mit ihren langen, glänzenden Locken und der kontinentalen Version von "reinweiß". (Mit rosa Nasen, weil sie nicht nur weiß sondern auch gescheckt sind.)

Spaelsau

und dann die "big white sheep", die hier "white longtailed" heißen (wenn man mit Norwegern englisch redet). Ich hab die üblichen Texelkreuzungen erwartet, die heutzutage jeder hat. Oder etwas mir unbekanntes einheimisches.... aber selbst im Vorbeifahren springt einen an, daß das britische Schafe sind. Zumindest "britisch weiße".... und die sehen verdammt nach Cheviot aus! Oder... eigentlich.... wie ShetlandXCheviots. Hilde hat mich dann aufgeklärt, daß das tatsächlich Gebrauchskreuzungen britischer Rassen sind. Vor allem Cheviot und etwas Border Leicester, manchmal mit Spaelsau und was sonst noch so da ist.....
Wie fast überall hat man es auch in Norwegen mal mit Merinos probiert aber denen liegt weder die Landschaft noch das Klima.

Diese Mädels können den Leicester Einschlag nun wirklich nicht verleugnen

und immer wieder die hübschen, alten norwegischen Schafe.... immer vor malerischem Hintergrund!


und Wolle ohne Schaf drunter hab ich auch fotografiert. Die Norweger machen ihre Felle meist eckig.... mit schicken Mustern auf der Rückseite....

Pelz....Pelzschaf? Spaelsau?

echte Wolle und Plastik-Keulen im Heidezentrum


Freitag, 16. September 2016

Ich weiß gar nicht, wo ich bin! Aber hier sind Schafe!


Gestern dachte ich noch, wir müßten jetzt echt mal Gas geben.... Das ist noch verdammt weit bis auf die Lofoten! Ich würde ungern die Gelegenheit versäumen, alte und neue Bekannte wiederzutreffen auf der north atlantic native sheep and wool conference. Diese Konferenzen sind aber auch immer am Ende der Welt! Für alle! Außer für die, die ausgerechnet an diesem Ende der Welt leben...

Der Weg ist weit und unterwegs locken viele extrem tolle Orte..... Da gibt es Schäfer zu besuchen und an jedem Fjord muß man anhalten und staunen. Und ein Panoramabild machen. Die sehen alle gleich aus!
Ganz seltsam. Das sind einfach zu viele Kilometer und zuviel Landschaft und zu wenig Zeit.... einerseits denke ich, wir trödeln, andererseits weiß ich gar nicht, wo ich bin. Fjord, Heide, Meer, Berge. Ich kenne keinen einzigen Namen von 'nem Berg.... kaum einen Ort...

Aber ich kenne immerhin ein paar Namen von Schäfern und sogar ein paar Namen von Schafen! Und ich habe keine Ahnung, wie ich jetzt zu dem tollen Strand überleiten soll....


Also: Themensprung! Swift kann immer noch gut surfen (und hat immer noch kein Brett) aber Lori wird einfach von den Wellen überrollt. Scheint sie aber ganz spaßig zu finden..... und einschlafen - einschlafen zwischen Mond und Meer ist herrlich!

Schäfer besuchen auch. "Wir haben ein Haus auf der Nachbarinseln, da könnt ihr wohnen!" war schon ein verdammt verlockendes Angebot...

Alv Ottars Old Norse Sheep in Eiksund

beeindruckende Jungböcke aus dem letzten Jahr - gut getarnt!
Wehe, die Konferenz wird nicht absolut spitze!

Lori findet das Reisetempo scheinbar ganz gut!

Mittwoch, 14. September 2016

gestrandet - Værlandet

First rule of travelling: Get lost! Gar nicht so einfach heutzutage. Mit GPS und diversen Navi-Apps. Alternativ: Such Dir eine Fähre (am Besten eine, die selten fährt und mindestens ne Stunde unterwegs ist) und fahr auf eine Insel, weil jemand gesagt hat, da wäre jemand mit alten, bunten Schafen.


Auf der Fähre - spätestens am Zielhafen - sollte das Auto dann kaputtgehen und nicht mehr anspringen.
Auf Værlandet anzukommen, war super! Insel, Sonnenschein, rumfragen, wo Hilde und Anders wohnen - die mit den Schafen…..
Boah! Was hab ich das vermisst! Das mit dem Auto ist allerdings ein bißchen blöd. Also zu Fuß los. Da links, am Friedhof vorbei, bis ganz hinter.
Durch tolle, felsige Heidelandschaft. Kein Schaf in Sicht aber “Hantilags” - Wollfitzel, die sich im Heidekraut verfangen haben.
Am Ende der Straße ein kleines Haus mit Bootsanleger. Keiner zu Hause. Aber von irgendwo hört man Hämmern - noch ein Stück weiter - bauen sich Hilde und Anders ihr neues Haus.
Die beiden haben eine der größeren Herden mit Villsau - alter norwegischer “Wildschafe” und Hilde erzählt mit leuchtenden Augen von ihren Tieren. Ich halte sie von der Arbeit ab - sie war gerade dabei, das Dach mit alten Steinplatten zu decken, die sie von einem alten Farmhaus bekommen haben.



Aber Zeit für ein Gespräch über Schafe ist immer! Netterweise organisiert sie uns auch, daß auf dem Festland ein Abschleppwagen auf uns wartet und bietet uns an, uns auf die Fähre zu schleppen. Und dann sollen wir das Auto in der Werkstatt lassen - es fährt dann nämlich gleich eine Fähre zurück und wir sind zum Abendessen eingeladen und dürfen im Gästezimmer übernachten.

So machen wir das dann auch. Eine Tour über die Insel und auf die kleinen Nachbarinseln, die durch Brücken verbunden sind, gibt es auch. Ziel sind natürlich Schafe! Eine kleine Herde mit den Tieren, die aus verschiedenen Gründen unter Beobachtung stehen und dann zu den jungen Böcken auf der übernächsten Insel.

old wild sheep - norsk villsau

Sie setzt ihre Böcke immer nur einmal ein und verkauft sie dann weiter. (So 20-15 Böcke auf 200+ Muttern, ohne "Zuchtgruppen".) Die Altböcke stehen auf winzigen Inselchen ringsrum und warten darauf, daß ihre neuen Besitzer sie mit Booten abholen.



Die Schafe sind toll! Die Farben faszinierend. Grau halt. Alle Sorten. Plus weiß und schwarz. Braun scheint bei den Villsau mit etwas gekoppelt zu sein, was die Schafe kümmern läßt. Bei den etwas moderneren - und größeren -  alten Spaelsau (bei denen es auch mouflonfarbige gibt) scheint das nicht damit verbunden zu sein. Da ist braun eine ganz normale Farbe…. Vielleicht wäre das was für das wissenschaftliche Projekt, daß sich z.T. durch crowdfunding finanziert und das dem genetischen Unterschied zwischen braun und schwarz auf der Spur ist…

Hilde und Anders haben einen jungen Hund einer alten norwegischen Rasse. Sehr spitzähnlich - wie ein Islandhund - ein alter norwegischer Wikingerhund. Für Schafsarbeit verzichten sie aber auf einen Hund. Hilde gewöhnt die Lämmer daran, daß Anfassen nix schlimmes ist. Ihre 600 Schafe sind zahm und kommen auch auf dem riesigen Gelände zuverlässig auf Pfiff.

Hilde Buer und ein paar ihrer (gar nicht so wilden) "old wild sheep"


Zum Abendessen gibt es Villsau und anschließend noch mehr Gespräche. Über Heide, Fischfang, die Adler, die wir vom Fenster aus beobachten, das neue Haus und natürlich über Schafe: Alte Rassen, Erhaltung der Vielfalt, wie Schafe sich verändern, wenn man sie anders hält (Villsau zum Beispiel im Inland mit Schnee und Winterfütterung).

Es ist herrlich! Und mir fällt auf, daß auf den richtig tollen Inseln immer eine “weise Schafsfrau” wohnt! Mmmhhhh..... 

Jetzt gerade ist es etwas weniger herrlich aber nicht weniger abenteuerlich…. wir werden wohl in der Autowerkstatt übernachten....

eigentlich ganz gemütlich.... im Radio läuft Country Musik


Montag, 12. September 2016

Wikinger, Wikingerschafe, Wikingerkult, Wikingermutanten,...

Diese Faszination mit den Wikingern…. kann ich nicht so richtig nachvollziehen. Ich kenne Leute, die sich in ihrer Freizeit als Wikinger verkleiden und…. sonstewas machen. Met trinken vermutlich…
Letztes Jahr in Schottland habe ich gleich mehrere Leute kennengelernt, die einen Gentest zur Ethnizität als Geburtstagsgeschenk bekommen haben. Und alle waren enttäuscht, daß sie keine Wikinger waren.
Mmmmhhh… warum? Was ist so faszinierend? Die waren halt ein bisserl unterwegs so um’s Jahr 1000. Meist raubend und plündernd. Tolle Seefahrer, fiese Möpp….

Damit hatte sich mein Fachwissen dann schon fast erschöpft. Bis ich in San Francisco in einem der vielen schnuckeligen kleinen Buchläden war und unbedingt irgendwas kaufen wollte. Ein Titel ist mir entgegengesprungen: Gudrid the Far Traveller. Damit habe ich mein Wikingerfachwissen immens erweitert: Das Buch handelt von einer Archeologin auf den Spuren besagter Gudrid. Eine der Figuren (und eine der wenigen weiblichen) aus den isländischen Sagas. Die Archäologin verfolgt ihre Spuren von einem Fjord in Norwegen zu Ausgrabungen in Island und Grönland bis hin nach Amerika. Den Wikingern sagt man nämlich nicht nur nach, daß sie es bis Amerika geschafft haben: Scheinbar hat man in Neufundland tatsächlich ein Langhaus ausgegraben!
Und damit ist auch der letzte Ort, der mich aus unerfindlichen Gründen fasziniert, ein “Wikingerort”.

Jetzt hat es einen Namen - das kleine Shetland Schaf, das mich auch jetzt begleitet

Kleine Information am Rande: Auch wenn die Wikinger grandiose Navigatoren waren - mit damaligen Mitteln war das nicht immer ganz genau. Anscheinend haben sie irgendwann von Norwegen aus Orkney und Shetland entdeckt, sind zurück und wollten da irgendwann wieder hin. Nur haben sie die Inseln knapp verfehlt und sind in Färö gelandet. Auch das hat ihnen so gut gefallen, daß sie noch mal hin wollten. So haben sie Island entdeckt. In der nächsten Runde dann Grönland und schließlich Neufundland. DIESE Art der Entdeckung macht sie mir doch glatt sympathisch!

Was aber wirklich faszinierend an den Wikingern ist, sind ihre Schafe. Letztes Jahr habe ich Schimpfe bekommen, weil ich die North Ronaldsays “Wikingerschafe” genannt habe. Die sind nämlich viel älter als die Wikingerzeit und wurden mitnichten von denen auf die Insel gebracht.
Aber so habe ich das gar nicht gemeint. Muß ja gar nicht heißen, daß die Wikinger die Schafe auf die Insel gebracht haben. Von irgendwo müssen sie sie ja geholt haben, bevor sie sie verteilt haben! DIESE Interpretation macht auch schafsverrückte Biologen auf North Ronaldsay glücklich!    Vielleicht waren die ersten ja die “keltischen” Soays von St. Kilda…. die haben zwar kurze Schwänze aber gelten nicht als nordische Kurzschwanzschafe. 5000 Jahre soll die Rasse alt sein. (Hier in Norwegen sage ich das besser nicht! HIER ist nämlich der Ursprung, sagen sie....)
Grönland hatte auch kurzschwänzige Wikingerschafe. Der Ostseeraum auch. Zum Beispiel meine Skudden. Die alte Handelsroute der Wikinger ging über die Nordsee bis runter ans Schwarze Meer.
Das habe ich bestimmt alles schon mal geschrieben. Es ist aber auch faszinierend! Mein Wikinger-Schulwissen sagt nämlich, daß die “norwegischen” Wikinger Richtung Westen auf Entdeckungstouren und Raubzüge gegangen sind und die “schwedischen” Wikinger handelnd Richtung Südosten. Viel Kontakt gab es wohl schon aus geographischen Gründen nicht.
Ich les da gerade ein  bißchen nach. Ist vielleicht Quatsch. Die Schafe müssen auf jeden Fall von einem zum Anderen gekommen sein. Auch wenn man nicht mit seinem ganzen Hausrat über hohes Gebirge von West nach Ost oder umgekehrt zieht: Der Bauer auf DIESER Seite des Berges weiß ganz bestimmt, was der Bauer auf JENER Seite des Berges für Tiere hat!

Außerdem muß es noch ganz andere Kontakte gegeben haben… Es gibt da nämlich eine Mutation beim Menschen. CCR5Delta32. Die ist so “unwahrscheinlich”, daß man davon ausgehen kann, daß sie nur einmal aufgetreten ist. Also bei nur einem Menschen und nicht zufällig die gleiche Mutation bei mehreren. Diese Mutation findet sich bei “Wikingernachfahren” sehr häufig. In Skandinavien, in Orkney und Shetland, sie ist auch in Irland viel häufiger als in England. (Dublin war die wichtigste und größte Stadt der Wikinger. Trotzdem sind die Iren stolz auf ihre keltischen Wurzeln und niemand erwähnt stolz die Wikinger. In Schottland ist das irgendwie andersrum…. obwohl… auf den westlichen Inseln nicht. Da ist man stolz “keltisch”). Auf jeden Fall: Es gibt viele wirre Theorien, wo dieser erste “Mutant” denn herkam. Unter anderem wird Norddeutschland erwähnt oder - was viel cooler klingt: Das “verlorene Königreich von Khazar”. Norddeutschland oder Khazar: Die Mutation hat sich entlang der baltischen Handelsroute verbreitet. Bis in den hohen Norden. Irgendwann muß diese Mutation einen wahnsinnigen Vorteil geboten haben. Auch da hat die Wissenschaft mehrere Theorien: Gegen die Beulenpest oder gegen die Pocken. Auch nur wilde Spekulation aber dadurch, daß sich die Mutation entlang der östlichen Handelsroute der Wikinger bis in den Nordwesten und bis nach Island finden läßt (in Südwesteuropa aber so gut wie gar nicht) kann man vermuten, daß es eine Mutation aus der Zeit der Wikinger oder davor ist. Und das es überall dort “Kontakte” gab. Und ziemlich sicher ist, daß alle Menschen mit dieser Mutation einen gemeinsamen Vorfahren haben. Vielleicht einen Wikinger. Auf jeden Fall einen sehr kontaktfreudigen Menschen....


Sonntag, 11. September 2016

Friseurgespräche - Bergen

Ein Déjà vu. Ich hatte genau dieses Gespräch schon in Lerwick und in Belfast …. und jetzt in Bergen. Eigentlich lasse ich meine Haare ja wachsen… ööömmm… naja...nun doch nicht. Ich wollte genervt zum Langhaarschneider greifen aber war dann doch zu feige. Also Friseur.
Mit der netten Kubanerin, die auch ein par Jahre in Deutschland gelebt hat, hatte ich irgendwann “mein Friseurgespräch”. (Ich geh ja sonst nicht zu Friseuren.... also zu so 'praktizierenden'). 
Erst: "Nein wirklich! Kürzer! Noch kürzer!" Nachdem die gewünschte Länge zweifelsfrei klargestellt war dann das übliche: “Wo kommst Du her?” und dann “Was machst Du hier?” “Ich suche Schafe!” Und ab da wird es bizarr. Bis ich irgendwann draukomme, daß sie denken “stupid foreigner! Can’t pronounce ‘ship’!” Dieses Gespräch kann man ziemlich lange führen, ohne stutzig zu werden. “Ja, davon gibt es hier ja reichlich.” “Wie interessant! Bestimmte oder so ganz allgemein?” “Ganz Bestimmte: Die alten nordischen/Norwegischen/die typischen aus Shetland”.
Heute hat mich erst stutzig gemacht, daß die Friseurin es mit Schafen nicht so hat, seit sie in Norwegen ist. Früher in Kuba war sie viel mit denen unterwegs…..

Auch wenn es nicht so aussieht: Die waren schon echt lang! 

Ich hab dann das Thema gewechselt. Ich weiß nämlich nicht, was für Geräusche ein Schaf in Norwegen oder Kuba macht. Zumindest weiß ich nicht, wie man das nachmacht. In Shetland hat ein “No! Not ships! Sheep! Baaa-aa” mir die Telefonnummer vom Vater der Friseurin eingebracht, der sich mit Schafen total auskennt….

Seit einem Erlebnis in Polen bin ich vorsichtig mit Tiergeräuschen in fremden Ländern. Damals wollte Jan ein Zugticket für den Hund kaufen. Das Wort für Hund war ihm entfallen. “WauWau” brachte ein erstauntes Gesicht. Die Fahrkartenverkäuferin demonstrativ anzuhecheln, brachte ein entsetztes Gesicht. Hund holen und hoch halten brachte Erleichterung bei der Verkäuferin und eine Fahrkarte für den Hund! Keine Ahnung, wie der Hund in Polen macht. Ziemlich sicher nicht WauWau. (In Rußland “GaffGaff” - ich stell mir gerade vor, auf mich würde ein Russe zukommen und “GaffGaff, hechel hechel hechel” machen….)

Bergen

Bergen ist übrigens total schön! Hipster Stadt aber reizend. Der erste Laden war einer mit “Outdoorsachen” - hier sind das Arbeitsklamotten - Ölzeug, Wollpullis. Nix Hipster. Nicht teuer. Eher so, als gäbe es im Hinterzimmer Futtermittel. Also wenn ich mal einen trendigen Wochenend-/Shopping-trip in irgendeine Stadt plane, dann steht Bergen ziemlich weit oben auf der Liste! Kann man von Berlin aus hinfliegen. Leider gibt es keine irische Session mehr….
Toller Hinweis! Beruhigend für uns, panikauslösend für andere....

Samstag, 10. September 2016

Off to find sheep again - prelude

When “coming back home” doesn’t quite work out …. when it still just feels like “the place you happen to live ”...
When life throws you a few tough things to chew on - to grow on or to just “get the damn hint!” - and you don’t. Or maybe just don’t dare. When something grabbed your heart and holds on thight and won’t ever let go.

When coming back home is like entering a room, saying something stupid and realising it is all going wrong. When you think “I’ll just go out and come back in again, OK?”

I must have said it out loud and it turned into a plan and suddenly preparations were underway... We are going on holiday! Haven’t done that in years and years! Felt strange - sometimes even wrong...

Going on holiday. Not a journey. Not “just going…”
Going on holiday somewhere where I don’t speak the language; where we can have “adventures”; together; where I can just enjoy the pretty landscape and where I’ll never get to know the place or its people quite well enough - just passing through. Somewhere I haven’t been before so I won’t get lost in memories.
And then: Come back. To the place I happen to live. And see what it feels like then….

phase one

nearly finished


Well,.... holiday….actually what I said out loud was: “What about going to the North Atlantic Native Sheep and Wool Conference?” In Norway, Lofoten.

I know nothing about norwegian native sheep. The website of one of the breed societies said - after being put through google translate: the sheep are small, round and stupid! Wow!

I know nothing about Norway actually. Well, not much. Horribly expensive, people go there for fishing holidays, they won’t allow cars with combustion engines after 2025 or something, norwegians living at the edges of fjords used to tie their children to a tree or the house to make sure they don’t fall down the fjord, tiny islands that would have twentysomething inhabitants in Scotland have a couple of hundred people in Norway. Meat must be very expensive or else there wouldn’t be a limit of 10kg (!) to bring tax free. There. My Norway knowledge.

I have names of shepherds and names of the islands they live on. No adress, no email, no phone number, no idea if they speak english or german. I can picture myself finding John Ingar and trying to explain who I am and what I want - and him just staring…. and for years and years wondering what that weird foreigner was on about…

Well, it’s not really a prelude anymore. I’m on the boat to Bergen. Thinking about getting to know a country through its sheep, its shepherds...

I see the moon over a calm sea. And a first star. And I wish….