Mittwoch, 27. Juli 2016

Wo ist denn bloß mein Kompass?

Das in-flight Magazin von Germanwings füllt immer wieder ungeanhnte Wissenslücken! Irgendwann gab es mal einen Beitrag über London. Mit dem Wissensleckerbissen, daß in einem der Pfeiler der Tower Bridge .... irgendwas ... bemerkenswertes war. Dummerweise kann ich dieses Wissen jetzt nicht mit Euch teilen, weil der Absatz damit begann: "In einem Kabäuschen in der Londoner Tower Bridge...." Das Wort "Kabäuschen" geschrieben zu sehen, war das eigentliche Highlight der Ausgabe! Gefolgt von der Diskussion mit meinen Mitreisenden, wie genau sich eigentlich ein Kabäuschen von einem Kabuff unterscheidet .... Vor lauter Kabäuschen habe ich die eigentliche Information glatt vergessen.

Auch die aktuelle Ausgabe hat mich nicht enttäuscht. Ein kurzer Absatz darüber, daß sich Hunde beim Pinkeln am Magentfeld der Erde orientieren und sich in Nord-Süd-Achse ausrichten. Es gab dazu wohl tatsächlich mal eine wissenschaftliche Untersuchung. Die könnte man jetzt nachlesen, denn in der Kürze der Berichterstattung blieben einige Fragen offen. Angeblich pinkeln sie nämlich bevorzugt gen Nordpol.
Wie das denn? Müssten Rüden sich dazu nicht nach West-Ost ausrichten? Und wie pinkelt eine Hündin gen Norden? Guckt sie dabei nach Süden oder nach Norden? Und stimmt das überhaupt - das mit der Magentfeldausrichtung? Vielleicht gibt es unter meinen Lesern ja welche, die einen Hund UND einen Kompass haben (und beide auch finden) und den Kompass einfach mal auf den Hund schnallen können, um daß nachzuprüfen?

Weil das echt ein kurzer Beitrag wär und ich auch kein Bild von dem nicht gefundenen Kompass habe und auch keins von nem pinkelnden Hund, schreib ich noch kurz über Köln. Mein Flugziel. Eigentlich. Passiert ja manchmal, daß man nicht da ankommt, wo man hin will. Ich war stattdessen erstmal in Düsseldorf und bin mit dem Bus nach Köln gefahren. Vorbei an Hilden. Hilden gibt es auch in Nordirland - mit der Hilden Brewery inklusiver netter Session. Ich hab also während der Busfahrt (mal wieder) überlegt, wie dieser Musiker in Hilden hieß, der jemanden kennt den ich kenne.... weiß ich nicht. Immerhin weiß ich wie der heißt, den ich kenne!



Jetzt aber über Köln: Ist nicht meine Lieblingsstadt. So gar nicht. Aber wenn von irgendwo ganz unerwartet ein Lächeln geschickt wird (ich hoffe, es war ein Lächeln!) oder wenn man vor der Abreise in einem Paralleluniversum Schafe geschoren hat oder wenn einem am ersten Abend im Hotel das Telefon beim Weckerstellen sagt: "Dieser Wecker klingelt in 11 Stunden 17 Minuten" (genial, oder?), dann kann man die Stadt überraschenderweise mit ganz anderen Augen sehen.
Dann sieht man den sympathischen, exotischen Charme den die Menschen dem  .... nun ja..... etwas abgewohnten "Stadtbild im westlichen Nachkriegsdesign" verleihen! Exotisch, überraschende Beobachtungen:
In Köln geht man WIRKLICH nicht bei rot über die Straße! Kölner (vor allem - aber nicht nur) KölnerINNEN stehen auf echt schrille Schühchen! Kölner stehen auf Möpse (die Hunde). Köln hat auf google maps deutlich mehr U-Bahnstationen als in Echt. In Köln gibt es noch herrlich altmodische Läden mitten zwischen den glitzernd schrillen Konsumtempeln, die man alle auch in jeder anderen Stadt findet. Was man nicht in jeder anderen Stadt findet sind Läden wie Gummi-Grün. Gummispezialist mit Lederwarenabteilung - könnte einen auf die falsche Fährte locken aber das Schaufenstern verspricht Klo-Pömpel und Wärmflaschen!


Ich hatte nur eine Stunde Zeit und so reizvoll ich nen Gummipömpel als Souvenir fand, bin ich doch in den nächsten Laden abgebogen. Den, in dem man sich für viel Geld mit Hightech-Zeug ausstattet, wenn man mal "in die Natur" geht. Hätte ich das Germanwings Magazin schon auf dem Hinflug gelesen, hätte ich vermutlich 'nen neuen Kompass gekauft. So war ich Böötchen gucken. Es gibt da so ein kleines Taschen-Falt-Klapp-mitnehm-Boot, mit dem ich ein wenig liebäugel und ich wollte gucken, ob Swift da mit reinpaßen würde. (Würde sie!) Für ne Runde im Planschbecken war aber keine Zeit.


Aber ich habe jetzt auch ein Stück Hightech-Outdoorausrüstung: Ein zusammenfaltbares Kissen für die absolut unbequemsten Stühle aller Zeiten. Die dummerweise in unserer Session-Kneipe stehen. Gerade merke ich aber, daß ich dem Konsumrausch verfallen bin und in die völlig falsche Richtung gedacht habe. Viel zu spießig, viel zu kompliziert. Eine Klappsäge hätte ich kaufen sollen! Ohne Lehne wären die Stühle nämlich ganz OK....

 wilde Nächte in Köln: zwei Tüten Schlafschäfchen und "dieser Wecker klingelt in 11 Stunden und 17 Minuten"

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