Montag, 27. Juli 2015

Vogel-Insel

Foula hat ihren Namen von "Vogel-Insel" und Vögel stehen dort unter besonderem Schutz, Fair Isle hat seit langer Zeit ein angesehenes Bird Observatory, Unst, Yell, Fetlar und all die anderen Inseln Shetlands ziehen ebenfalls "Birder" an. 

In Großbritannien findet man nicht nur viele begeisterte Spaziergänger sondern auch viele, viele begeisterte Birdwatcher. 
In der "guten alten Zeit" lief das so: Man fuhr nach Fair Isle ins Bird Observatory, zückte die Flinte und knallte ab, was einen interessierte. Wenn man den toten Vogel als besonders seltenes Exemplar identifizieren konnte, hat man sich besonders gefreut! (Andere Naturforscher haben das nicht anders gemacht. Wenn man das letzte Exemplar einer nun ausgestorbenen Art ausgestopft in der Sammlung hatte, war man stolz und froh.)

Wenn es im "Bird Obs" auf Fair Isle langweilig wird, kann man 'ne Runde Twister spielen.....

Heute geht man gucken und fotografieren und freut sich dann doch mehr an den lebendigen Tieren. Sogar eine Einschränkung des "heiligen" schottischen Wegerechts wird akzeptiert, wenn es um seltene Vögel geht!

Gucken war ich auch. Fotografieren hab ich das ein oder andere Mal auch hinbekommen. Ich weiß jetzt auch, warum ich ein Stativ mitgenommen habe: Das kann man als "Bonxie-Stick" über den Kopf halten! 

Bonxies - Salz aus den Federn waschen im Loch of Cliff auf Unst

Ich bin sogar insoweit Vogelkundler geworden, daß ich anhand der "Angriffstaktik" unterscheiden könnte, wo die Tiere herkommen! Auf Foula kommt der Vogel von hinten runter geschossen und saust haarscharf über den Kopf. Manchmal mit Krallenkontakt. Auf Fair Isle sind sie viel fieser: Sie kommen von vorne und fliegen direkt in Augenhöhe auf einen zu, um dann kurz vor dem Gesicht hochzuziehen. Auf Unst / im Hermaness Reserve haben sie Vertrauen in den Wanderweg gewonnen - da machen sie gar nichts.


Die Tirriks, die eigentlich "Federgeistchen" heißen müßten (wäre der Name nicht schon vergeben), entpuppen sich als "Scheibenwelt-Elfen" statt als "Mittelerde-Elfen".

Austernfischer mag ich gerne. Die sind freundlich und hübsch anzusehen!




Aber natürlich stehen alle zurück hinter dem tollsten Vogel überhaupt. Der Tammie Norrie - der Puffin - der auf Unst sogar einen Schrein in Form einer Bushaltestelle hat. 


Strand bei St- Olaf's Kirk auf Unst

Hermaness Reserve bei Mistwetter - Puffins und Shetlandschafe (und so'n andere Vogel....)

So muß das sein! Puffin Hurrah!

Dienstag, 21. Juli 2015

Fair Isle Häkeln

Wenn man auf Fair Isle ist und von einer Inselbewohnerin, die auch noch studierte Textildesignerin ist, gezeigt bekommt, wie man tunesisch in Runden Häkeln kann und wenn man dann noch original home grown Fair Isle Garn von den Schafen von Upper Leogh zum Ausprobieren bekommt, dann ist das so entstandene Halswärmdingens ganz bestimmt "original Fair Isle".
Der Kishie Cowl:

tunesisch Häkeln "Fair Isle Style"

Kishies (für die Schreibweise würde ich mich jetzt nicht verbürgen) sind die traditionellen geflochtenen Körbe, in denen man (bzw. eigentlich immer Frau - und dabei immer strickend) beispielsweise den Torf nach Hause geschleppt hat. Das zweifarbige Gehäkel erinnert irgendwie daran. 

Kishie Cowl im Wind

Das Halswärmdings kann man auch ganz schnell zur Mütze umfunktionieren. Allerdings hat man dann kein Halswärmdings mehr und auf Fair Isle kann man beides auch im Sommer durchaus mal gebrauchen. Ich hab ja glücklicherweise eine Fair Isle Mütze gewonnen und brauch die Mützenfunktion gar nicht!
Das Garn, das Kathy Coull von der Wolle ihrer Schafe spinnen läßt, ist eigentlich Pulloverwolle. Es gibt zwei Garnstärken: "Wirsit" für die wirklich traditionelle Fair Isle Strickerei und ein dickeres Garn, z.b. für Aran Pullover.
Ganz "traditionelle Cottage Industry" haben wir einen Abend in Upper Leogh damit verbracht, Banderolen um Knäule zu kleben und Garn zu verpacken. Kaufen kann man das Garn im Bird Observatory und im Museum auf Fair Isle und im Textile Museum in Lerwick.

Cottage Industry

Wirsit Garn in Naturfarben
Für Nachschub ist auch gesorgt: Nachdem die hill-sheep geschoren waren, haben wir uns den in-bye sheep (oder "home sheep") zugewandt. Swift hat eingepfercht und Kathy und ich haben geschoren. Mit Hilfe zweier Work-Camper, die Schafe gebracht haben. 

Schafschur

Kathy ist eine der wenigen, die auch am Haus Shetlander hat. In bunt, für die fünf Garnfarben. Die Schafe hatten dieses Jahr keine Lämmer und haben das gute Gras scheinbar komplett in Wolle umgewandelt!

Upper Leogh Lug Mark: Left aft und rechts die Spitze ab

Wie sich beim Scheren herausstellte, wird sich das mit "keine Lämmer" bald ändern. Einer der Böcke auf der Insel war mal auf einem nicht genehmigten aber sehr erfolgreichen Kurzbesuch in Upper Leogh.... 
Eines der Lämmer hätte ich noch während meines Besuchs erwartet. Die werdende Mutter hat von mir eine wettkampfreife Schnellschur bekommen. Was aber gar nicht schwer war, weil sie sich am Bauch schon selber ausgezogen hat und der Rest wie von selber ging. Da mußte man nix straffziehen oder an irgendwelchen "Ecken" vorsichtig machen. Als würde man einen großen, prallen Gymnastikball scheren!

Die ersten geschorenen (und ein -vorerst- erfolgreich entkommenes Wollmonster)

gerollte Vliese nach Shetland-Art: Schnittseite innen

Dienstag, 14. Juli 2015

Sheep Hill

Was hatten wir für ein Glück: Zufällig sind Swift und ich gerade auf Fair Isle, wenn sheep caa ist. Das große Einsammeln der Schafe von der "wilden" Gemeinschaftsweide. Der nördliche Teil der Insel - vielleicht so ein Drittel - ist Moor, Heide und Geröll. Da leben die "hill sheep" - die Shetlandschafe von Fair Isle. Jeder hat den gleichen Anteil Weiderechte - Jedes Croft hat 20 Schafe auf dem Hill. Die eigenen Schafe erkennt man an den traditionellen "Lug Marks" - das sind bestimmte Markierungen, die den Schafen in die Ohren geschnitten werden.
Im Herbst werden die Lämmer gleichmäßig aufgeteilt - egal, ob sie von den eigenen Tieren stammen oder nicht. Vorher werden die Schafe aber schon zweimal zusammengetrieben: Zur Schur. Zweimal, weil beim ersten Mal immer welche entwischen.


Zum caa kommen alle zusammen: Crofter, work-camper und Leute wie ich, die sowas immer schon mal machen wollten. Weil das Wetter etwas unvorhersehbar war, haben wir erst einen Teil "ge-caad" und die Schafe geschoren und dann den anderen. 
Ich hatte den Eindruck, Einheimische und Freiwillige würden jeweils die Hälfte der Leute ausmachen.
Die zwei Einsammelaktionen zur Schur werden möglichste so gelegt, daß gerade Work-camper auf der Insel sind, weil man zum Zusammentreiben schon ordentlich Leute braucht.
Man könnte auch ein paar mehr gute Hunde brauchen - die sind nicht sonderlich beeindruckend. (Mit Ausnahmen, die mir echt gut gefallen haben.) Weder auf dem Hill noch zu Hause auf den Hauskoppeln. Sie sind ausschließlich ein "weiterer Mann in der Reihe" und Förderung der Fähigkeiten der Hunde findet nur in ganz wenigen Ausnahmefällen statt.
"Warum schickt er nicht den Hund?" habe ich mich öfter gefragt. Die Antwort ist einfach: "Weil die Hunde das nicht könnten".
Genausowenig, wie die Fähigkeiten der Hunde trainiert werden, werden die "auswärtigen Helfer" eingewiesen. "Von der Ecke wollen wir die Schafe holen, dort an der Mauer treiben wir lang, da ist der crö (Pferch)" wär deutlich hilfreicher als "paßt auf, daß keines durchkommt". WO keins durchkommen soll und wo es statt dessen hin soll, wird als Allgemeinwissen vorausgesetzt. Man macht das ja nicht zum ersten Mal.....
Bei der zweiten Runde hatten Swift und ich dann einen klaren Auftrag: Vom Ende der Landebahn bis zu dem Zaun ein paar hundert Meter weiter sollten wir die Absperrung sein.

Der Flieger ist weg - es kann losgehen




Da konnte ich in aller Ruhe das Chaos, Geschreie und Gerenne beobachten und Swift hatte den einfachen Job, ein kleines Grüppchen Schafe zur großen Gruppe zu schieben. Als die Massen kamen, wurde es dann schwierig: Heilose Aufregung, rennende Schafe und die super engagierte aber invalide Swift durfte sich nur recht statisch am Rande wichtig fühlen. Da gab es dann kurz mal die Quittung für meine Überheblichkeit als Swift meinte, die Schafe dürften bestimmt nicht im gestreckten Gallopp um die Ecke verschwinden und müßten sofort gestoppt werden. Ich glaube, in der BBC Dokumentation wird ein Hund zu sehen sein, der mal eben aus der Reihe tanzt und eine Besitzerin, die fürchterlich hektisch schreit......

Das Filmteam: Immer dabei

Nach der kleinen Episode durfte Swift dann ganz doll wichtig mit zum Pferch treiben. Sie fand's super und ich war ziemlich sicher, daß das ihrem kaputten Bein nicht schadet.
Später habe ich dann diverse Kommentare zu Swift gehört - immer von Frauen und immer "Ah ja! Mein Mann hat das erzählt, die war wohl echt gut auf dem Hill!"  Witzig. Hat ja fast nix gemacht. Da hat sie wohl sehr stylisch bei ausgesehen....


Leider hatte ich keine Chance, mit Ian Stout zu reden. "Der weiß alles über Schafe!" hieß es. Nur leider ging er gleich am nächsten Tag auf Reisen. Ich hätte gerne gewußt, was er so von den Hunden auf Fair Isle hält.... 
Eine junge Familie habe ich getroffen, die gerade ihren ersten Sheepdog Welpen haben und die haben ganz was Unkonventionelles vor: Die wollen den Hund gemäß seinen Anlagen trainieren und er soll dann "gathern"! Revolutionär! Sie gucken Videos und besuchen Trainer, wenn sie unterwegs sind. Ich hab ihnen den Floh ins Ohr gesetzt, daß der ein oder andere Trainer vielleicht auch gerne mal nach Fair Isle kommen würde!


Fast mehr Menschen als Schafe

Die Schur ging mit soviel Leuten recht flott. Auf Fair Isle wird zum überwiegenden Teil mit ganz seltsamen "Scheren" geschoren. Die sind wie kleine Heckenscheren oder lange Klauenscheren. Sieht seltsam aus aber funktioniert.

Saskia mit einer typischen "Fair Isle Schafschere"

Mit Messern schert hier leider niemand. Das hätte ich gerne mal gesehen.






Montag, 13. Juli 2015

Glück muß man haben....

Glück hatte ich ja schon auf dem Weg von Foula nach Fair Isle.... hier angekommen ging es dann weiter mit glücklichen Zufällen: Sheep Caa!
Einer der "Auslöser" für diese Reise war ein kleiner Film über Fair Isle und das jährliche "Schafezusammentreiben" - der caa. Das war beeindruckend. Mehr Gemeinschaftsgeist geht fast gar nicht. Als ich das Filmchen gesehen habe, dachte ich: "Bei sowas wäre ich ja gerne dabei!"
War ich dann auch!
In Fair Isle ist überhaupt richtig was los gerade: Konzert und Tanz zum Beispiel. Tolles Konzert und wilder Tanz! Für "Strip the Willow" wurde Talkum auf den Boden gestäubt und entsprechend ging die Luzi ab!
Es gab auch eine Verlosung. Es gab viele tolle Preise aber ich dachte mir, ich kauf zwei Lose und ich möchte gerne diese Fair Isle Mütze gewinnen.
Habe ich dann auch!

Samstag, 11. Juli 2015

Fair Isle

"Foula und Fair Isle kann man nicht vergleichen" hab ich von vielen Leuten gehört. Weiter ging es dann immer damit, wie die eine Insel ist und wie die andere....
Wenn man von einer abgelegene Insel direkt zur nächsten reist, kann man gar nicht anders als vergleichen. Aber tatsächlich: Foula und Fair Isle kann man gar nicht vergleichen!

Mein erster Eindruck: Hier ist es tatsächlich ganz akkurat und "lieblich" und vor allem: Hier sind total viele Menschen! Bei strahlendem Sonnenschein in T-Shirts und kurzen Hosen! Es gibt einen Laden, wo sich die kurzbehosten Eis kaufen. Hier ist was los! Unter anderem ein BBC-Kamerateam, das "ein Jahr auf Fair Isle filmt".

Fair Isle Airstrip

Fair Isle hat auch nur so fuffzig Einwohner aber zur Zeit sind neben ein paar Touristen auch nochmal 20 "Freiwillige" auf der Insel. Fair Isle gehört dem National Trust of Scotland und der organisiert hier zwei mal im Jahr "Arbeitsurlaube" für je zwei Wochen. Da kommen dann enthusiastische, arbeitswillige Leute und machen alles mögliche: Unkraut jäten, Gräben freiräumen, Hühnerställe ausmisten, Zäune und Mauern reparieren. Kein Wunder, daß hier alles so ordentlich ist!

Fair Isle

Die Insel ist winzig und wirklich sehr, sehr schön. Hier wird nicht nur kurz genickt oder die Hand gehoben, wenn man jemanden trifft sondern jedes Mal richtig gewunken! Die "Camper" (von "Work Camp") tragen auch zu einer "alle haben sich lieb und alles ist so toll" - Hostel-Atmosphäre bei.
Fair Isle liegt zwischen Shetland und Orkney und ist wohl "eher wie Orkney" mit satt-grünen, guten Weiden. (Es gibt auf Youtube Filme mit Winterstürmen auf Fair Isle - da ist ganz schnell Schluß mit "lieblich"! Und auch im Sommer braucht man sehr flexible Reisepläne.)

North Light

Shetlanddialekt hört man hier kaum. Shetlandschafe muß man auch suchen. Die "Hill Sheep" im rauheren nördlichen Teil der Insel sind Shetlander - vielleicht mit der ein oder anderen Prise Cheviot. Die "Home Sheep" auf dem fruchtbareren Südteil sind meist Texel- oder Suffolk Mixe mit Shetland. Die sind für den Verkauf. Für den eigenen Braten bevorzugt man die Shetlander vom Hill (schmecken viel besser!). Es gibt eine Kuh und zwei Shetlandponys auf der Insel.

Hill Ram


Home Sheep - Texel-Shetland-Mixe

Daß die Insel Bewohner braucht, scheint ein wichtiges Thema. Dabei steht scheinbar nur ein einziges Haus leer. Man kann hier aber nicht einfach herziehen. Die Crofts werden vom National Trust vergeben. Und die haben ein Bewerbungsverfahren. Es werden vor allem junge Leute mit besonderen Fähigkeiten gesucht. Wie Feuerwehrleute oder Krankenschwestern. Die Insel hat also eine "engineered community", die von Managern in einem Büro zusammengesetzt wird.
Der National Trust for Scotland ist vermutlich der größte Landbesitzer im Land. Der Trust hat alle Vorteile einer gemeinnützige Einreichtung und betreibt große Ländereien (mit Fokus auf Erhalt alter Gebäude, Kulturlandschaft und teilweise auch alter Nutztierrassen).
Von Foula kommend sieht man da gleich den großen Vorteil: Hinter den Leuten auf Fair Isle steht ein mächtiger Konzern! Hier muß niemand zum Manager werden - der Trust besteht quasi nur aus Managern und Verwaltern. Möchte man hier neue "Stromquellen" haben, werden Experten engagiert, die ein Konzept erarbeiten, welches dann von anderen Experten überprüft wird. Die Umsetzung wird von erfahrenen Projektmanagern betreut und an falsche Partnerfirmen gerät der Trust ganz sicher auch nicht.
Das ganze ist natürlich entsprechend steif und eher "bewahrend" als "entwickelnd" ausgerichtet. Für eigene "Entwicklungskonzepte" braucht man hier nicht nur die Zustimmung der Gemeinschaft sondern auch die vom Trust. Ich kann mir vorstellen, daß das zäh ist und sicher auch öfters frustrierend....
Entsprechend gibt es hier auf Fair Isle durchaus Kritik am National Trust - die Leute sehen sich als Gemeinschaft und nicht als weiteren Wirtschaftsbetrieb.
Apropros Stom: Der wird hier um 23:30 Uhr abgeschaltet. Ich hab mich gewundert, warum mit am ersten Tag in Upper Leogh gezeigt wurde, wo überall Akku-Taschenlampen sind. Wenn ordentlich Wind ist, bleibt das Licht länger an.

Upper Leogh
Museum und eine der zwei Kirchen


Freitag, 10. Juli 2015

Foula im Nebel

Foula: Kommt man manchmal gar nicht so einfach hin aber es lohnt sich!
Ist bestimmt nicht das Reiseziel für jedermann und man muß es so sagen: Foula ist 'ne Rumpelbude! Wenn man auf Foula 'nen Job beendet (oder keine Lust mehr hat), läßt man alles fallen und geht heim. Spaten, Brecheisen, Gießkanne - liegt halt so am Straßenrand. 
Die ganzen ollen Autos und Maschinen werden benutzt, bis sie wirklich kaputt sind. Dann bleiben sie da stehen, wo sie kaputtgegangen sind. Auf einem meiner Spaziergänge kam einer der Fährleute mit dem Auto an, hielt mitten im Nichts, stieg aus, ging auf eine Wiese und holte ganz zielgerichtet ein paar Gurte. Er meine dann grinsend, daß man sich doch in den allermeisten Fällen erinnert, wo das Zeug geblieben ist...


Foula scheint total "unaufgeräumt" und "unorganisiert". Andere Ortschaften und Inseln haben zum Beispiel die Gemeinschaftsweide organisiert mit Quoten pro Croft. Auf Foula gibt es sowas nicht und auf Foula haut das auch hin! Es gibt ja immer junge, mittelalte und alte Crofter. Dieser Mix reguliert die Menge der Schafe von ganz alleine: Jung startet man mit ein paar Schafen, mittelalt hat man sich dann eine größere Herde aufgebaut und alt reduziert man wieder. Selbstregulierend. 
"Gemeinschaft von Freigeistern" bedeutet aber mitnichten, daß man nicht plant: Ohne eine gute Portion Organisationstalent ist man hier verloren. Drum hat jeder für jede Eventualität mindestens sechs Pläne plus jeweils ein paar Alternativen.

Foula: Kommt man manchmal auch gar nicht so einfach weg! Mein (gewagter) Reiseplan hat vorgesehen, mit der Fähre hin und mit dem Flugzeug zurückzureisen. Und dann ein paar Stunden später in den nächsten (bzw. den gleichen) Flieger und weiter nach Fair Isle. Genug Zeit für eine Fahrt nach Lerwick zum Einkaufen und zum Umpacken von ein paar Sachen.
Am Tag vor der Abreise zog wieder dichter Nebel auf - das sah sehr schön aus aber gar nicht vielversprechend, was den Flug betraf.



Der Wetterbericht versprach aber für den nächsten Tag klaren Himmel und Magnus hatte die Info, daß der Flieger kommt.
Ich bin also am nächsten Morgen mit Swift zum Flughafen gelaufen und hab gewartet...


Und gewartet. In dem Flieger wäre auch der nächste Gast für Burns Cottage (die bzw. der relief nurse - weil die Inselkrankenschwester in Urlaub fahren wollte) - komm ich nicht raus, kommt er nicht rein und das Cottage wäre frei für mich. Allerdings waren alle Vorräte aufgebraucht. Bis auf zwei Oatcakes und ein Stück Käse, die ich dann am Flughafen gegessen habe. Am Flughafen hätte ich übrigens Bonxie Sticks mieten können. Jack - der Schüler auf Foula (ist nur einer) - ist nämlich ziemlich geschäftstüchtig!

Flughafen

Ohne Worte

Swift räumt schon mal die Landebahn frei

"Wenn Leute kommen, ist das ein gutes Zeichen!" wurde mir gesagt. So ein bis zwei Stunden später kamen auch Leute. Penny (deren Schafe wir geschoren haben) und Davie (mit dem ich Mittwoch Abend Musik gemacht habe) kamen und haben sich als Feuerwehrleute verkleidet. Mit dem Feuerwehrauto wurde die Piste von Schafen geräumt und dann kamen so langsam immer mehr Leute. Ich glaube, es waren fast alle da. Nur der Flieger nicht. Der war von Tingwall gestartet und wieder umgekehrt weil der Nebel zu dicht war. In 'ner Stunde versuchen sie es noch mal.....

Letztendlich bin ich mit Magnus und 'nem anderen Magnus in dem kleinen Boot vom anderen Magnus gefahren (der "Free Spirit"). In strahlendem Sonnenschein bei total ruhiger See! 

Die Free Spirit

Foula
Ankunft in Walls


Und dann gab es sogar 'ne Mitfahrgelegenheit nach Tingwall zum Flughafen. Könnte nicht besser sein! Mein neuer Plan sah so aus, daß ich in Tingwall einen Ersatzflug nach Fair Isle organisiere und dann zur Session im Boating Club gehe. Weil aber meistens doch alles klappt, kamen wir in Tingwall an, als gerade die Türen vom Flieger geschlossen wurden. Und wieder geöffnet. Die Hundebox, die mir aus Fair Isle geschickt wurde, war da, ich hab schnell neues Hundefutter und 'ne Packung Kekse aus dem Auto geholt und schon ging es weiter!

Fair Isle

Donnerstag, 9. Juli 2015

Foula-Bilder

Einfach ein paar Bilder von Foula


Burns Cottage
Blick aus dem Fenster auf den abendlichen Ponyausflug


Die Kapelle

Der welcome room der Kapelle mit Leihbücherei des Vertrauens. Mir hätte mal einfallen sollen,  "Music for a found harmonium" zu spielen!


Die alte Kirche und der Friedhof



Gaada Stack