Freitag, 5. Juni 2015

Hebriden-Schafe: Gibt's ja gar nicht!

Die vierhörnigen, schwarzen Schafe der Hebriden.... ich glaub fast nicht mehr, daß es die gibt! Es gibt Leute auf den Hebriden, die haben über die Schafe Internetseiten - inklusive Kontaktseite. Das ist aber nur ein Fake! Kontaktieren lassen sich die Leute nämlich gar nicht. Selbst wenn der Chef vom Rare Breed Survival Trust versucht, Kontakte herzustellen, passiert gar nichts! Es gibt bestimmt fette EU-Prämien für die alten Lokalrassen und deshalb behauptet jeder, er hätte welche. Falls Inspektoren kommen, hat man Pappaufsteller auf der Weide (oder die Weide ist Teil des Holodecks....)



Nähert man sich diesen vermeintlichen "Schafen", sind sie weg!
Es spielen hier aber auch alle mit! Die Frau im Spinnladen hat steif und fest behauptet, es gäbe die Schafe hier recht oft. Nicht in den kommerziellen Herden aber in kleineren Hobbyherden der Crofter. Ha!

Ich schätze, die Hebridenschafe sind hier genauso angesehen wie der Prophet im eigenen Land. Oder wie ein Manx Loaghtan auf der Isle of Man. Genau wie auf der Isle of Man ist auf der Isle of Skye das Hauptgeschäft der Tourismus. Für die verbleibenden Landwirte gibt es gute Weideflächen, auf der Isle of Man sogar Ackerland. Wenn man Rinder halten und auf den wirklich unwirtlichen Heideflächen mit den Hillbreeds und Mules noch einigermaßen profitabel wirtschaften kann, warum sollte man also die alte, kleine Rasse halten? Bis man die Tiere schlachten kann dauert es zwei, drei Jahre. Dann entspricht das Fleisch nicht mehr dem, was man sich hier so unter Lamm oder auch Hammel vorstellt.

In England dagegen sind sowohl die Manx Loaghtans als auch die "Hebbis" beliebt. Hobbyzüchter hurrah! Eine der Züchterinnen hatte angedeutet, daß der Zuchtverband versucht hätte, die Hebbis zu einer kommerziellen Rasse zu machen und sie dadurch ruiniert hätte. Geklappt hat es wohl auch nicht...
Wir kamen drauf als es um vierhornige Schafe ging. Bei den Hebridenschafen sieht man heute viel mehr zweihörnige. Zum einen haben die keine Probleme mit split eyelids, zum anderen sind vier Hörner echt oft im Weg. Nicht nur dem Scherer, manchmal auch dem Schaf beim Fressen! Außerdem können die Böcke sich richtig böse gegenseitig verletzen!

Die Hebridenschafe, die ich in England gesehen haben, waren sehr skuddenähnlich. Oder schnuckenähnlich. Vom Verhalten sind sie wohl spritziger, flitziger als die Loaghtans und sehr viel ängstlicher bzw. cleverer, wenn es ums Einfangen geht.
Beim Verhalten (Hüte-)Hunden gegenüber habe ich nur den Vergleich mit Shetlandern gehört: Ein Hebridenschaf rennt los aber bleibt dann stehen. Um wieder loszurennen, wenn der Hund Druck macht. Ein gutes "Trainingsschaf" für den jungen Hütehund. Die Shetlander dagegen spritzen in alle Richtungen auseinander und rennen. Und rennen. Und haben echt Spaß am Rennen! Ein gutes "Trainingsschaf" für der superguten Hund, der auf die ganz großen Wettbewerb vorbereitet werden soll und der mal richtig was zum Nachdenken braucht. 

So sieht ein junger zweihörniger Hebridenbock aus (ich dacht ja, ich seh da noch viel mehr davon. Deshalb habe ich mir keine Mühe mit einem schönen Bild gegeben...):



Und so eine hebridenschaflose Insel:





Auf der Fähre zur Isle of Man wurde man gebeten, nach dem Basking Shark Ausschau zu halten. Das ist ein großer, Plankton filternder Hai. Die Zeichnung dazu sah genau aus, wie das hier:



Kommentare: